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Die Werwölfe von Christoph Hardebusch

Rezension von Julia

 

Auf der Bucon 2009 konnte man bereits erste Eindrücke des neuen Roman von Christoph Hardebusch „Die Werwölfe“ sammeln. Das Buch war kurz zuvor im Handel erschienen und wendet sich der bisher stark vernachlässigten Gattung der Werwölfe zu, wie schon der Titel vermuten lässt.

 

Niccolo Vivianie genießt sein Leben als junger und begüterter Adliger in vollen Zügen und verschreibt sich vor allem der Literatur, der Poesie, was seinem Vater nicht gefällt. Um seinen Sohn von diesem Wege abzubringen, will er diesen zum Militär geben, da dort ein echter Mann aus ihm werden kann. Niccolo ist entsetzt, hat er bisher doch geglaubt, vor solcherlei Dingen verschont zu werden und überredet seinen Vater, ihn zuvor wenigstens auf eine Grand Tour, die sogenannte Bildungsreise quer durch Europa, zu schicken, die zu dieser Zeit Gang und Gäbe ist. Der Vater ist einverstanden und schickt auch Valentine mit auf die Reise, die einige Zeit lang auf Niccolos Schwester achtgegeben hat und nun wieder nach gehen hause kann. Es liegt in Niccolos Händen das Mädchen wohlbehalten dort ankommen zu lassen. Dieser ist erst einmal glücklich über diese Wendung, da er Valentine liebt und auch dafür sorgen möchte, dass sie zusammen bleiben können. Valentine hofft auf eine Zukunft mit dem jungen Adligen und freut sich darauf, dass ihre Gefühle erwidert werden.

Als sie aber einen Zwischenstopp in Genf einlegen und Niccolo dort die Bekanntschaft mit Lord Byron macht, der ihn in die dortige Gesellschaft einführt und ihn mit zahlreichen Freunden, unter anderem Mary Shelley bekanntmacht, die ebenfalls die Literatur lieben, scheint für Niccolo ein Traum wahr zu werden. Allerdings bemerkt Valentine, dass sich der junge Mann seitdem von ihr entfernt und als er auch noch teilhat an einem großartigen Geheimnis, das die Runde umgibt, scheint er für sie verloren.

 

Entweder man mag den Stil des Autors oder nicht. Ich kann ihm zwar durchaus etwas abgewinnen, aber ich finde ihn nicht so mitreißend, wie ich gerne würde. Die Geschichte ist spannend und packt einen auch recht schnell, doch es ist schwierig sich hier einzufinden. Dabei ist die Sprache der Zeit gut getroffen, die historischen Details stimmen überwiegend und auch viele der dort vorkommenden Menschen gab es tatsächlich, sodass der Roman einen guten Realitätsbezug aufweisen kann.

Worum es nun tatsächlich geht verrät der Titel ja bereits, obwohl gerade dieses Thema lange heraus gezögert wird und man vielmehr Andeutungen vorfindet. Im Grunde liegt hier ein Thriller vor, der sich im historischen Gewand präsentiert und phantastische Elemente enthält, wie das des Werwolfs, aber auch des Vampirs, da es ohne ja nicht mehr zu funktionieren scheint. Die kurzen Kapitel sind gelegentlich etwas störend, die Geschichte ab und zu hektisch, aber das Gesamtbild stimmt. Das Ende ist relativ überraschend, die Charakterzeichnungen aufregend und die Entwicklungen nachvollziehbar und spannend. Es entstehen verschiedene Bilder der agierenden Personen und der Umgebung, in der sich Valentine und Niccolo befinden, diese sind eindringlich und jeweils von einem gewissen Unterton begleitet, der jeder Person eigen ist, Das macht die Geschichte auf ihre Art und Weise raffiniert.

 

Somit liegt hier ein guter Werwolf-Roman vor, der nicht ganz das bietet, was man erwartet, aber eine solide und spannende Geschichte vorweist, die vor allem für Hardebusch-Fans selbst zu empfehlen ist!

 

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Roman:

Die Werwölfe

von Christoph Hardebusch

Taschenbuch: 512 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (1. September 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 345353316X

ISBN-13: 978-3453533165

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.03.2010, zuletzt aktualisiert: 18.08.2016 15:39