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Teil 8: Im Land der Ringe

von Holger M. Pohl

 

Eine phantastisch-phantastische Reise nach Neuseeland und Mittelerde Auf den Spuren der Hobbits

 

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18. – 19. April 2011:

 

Von Omarama nach Twizel

 

Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster sahen, stellten wir fest: der Winter war näher gerückt! Die Gipfel der Berge waren mit Neuschnee bedeckt. Doch das konnte uns nicht aufhalten.

Also ging es zunächst einmal ein paar Kilometer Richtung Norden und wir erreichten unser nächstes Etappenziel Twizel nach einer halben Stunde Fahrt. Aber wir ließen den Ort im Sinne des Wortes links liegen und fuhren noch ein ganzes Stück weiter. Wir hatten ja Zeit.

 

Entlang des Lake Pukaki ging es hinein in die Südlichen Alpen und zum Mount Cook Village. Das ist ein reiner Touristenort und man findet dort einige Motels und Hotels aller Preisklassen. Außerdem ist das Village Ausgangspunkt von verschiedenen längeren und kürzeren schönen Wanderungen durch den Aoraki/ Mount Cook Nationalpark. Unser erstes Ziel war aus diesem Grund das Informations-Zentrum. Kleiner Tipp am Rande: es gibt in vielen Orten solche Info-Zentren, in der Regel gehören sie zum Department of Conservation (DoC), einer Behörde, die sich mit dem Schutz der Natur und dem historischen Erbe in Neuseeland beschäftigt. Die Info-Zentren halten selbst im kleinsten Ort einiges an Wissenswertem bereit und der Reisende erfährt allerlei über Sehenswürdigkeiten, Wandermöglichkeiten und anderes über den jeweiligen Ort und seine Umgebung.

Das Info-Zentrum im Mount Cook Village ist darüber hinaus ein kleines Museum zum Thema Bergsteigen im Allgemeinen und Sir Edmund Hillary im Besonderen. Er ist nicht nur Neuseelands bekanntester Alpinist sondern war bekanntermaßen auch derjenige, der den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest, im Jahr 1953 als erster bestieg.

 

Ich muss an dieser Stelle jedoch zwei Dinge gestehen: Zum einen bin ich kein Berg-Fan; zum anderen gehört Wandern nicht zu den Beschäftigungen, die ganz oben auf meiner Vorliebenliste stehen (genau gesagt: ich weiß nicht, ob Wandern überhaupt irgendwo auf der Liste steht. Zumindest in den Top 100 lässt sich Wandern nicht finden.)

Dennoch habe ich mich zu einer 4-Stunden-Wanderung aufgemacht. Weil die Südlichen Alpen eben nicht nur ein „paar“ Berge sind, sondern weil sie Vorbild für das Nebelgebirge in Jacksons Vision von Mittelerde waren. Und jene, die sich an die Eröffnungssequenz des 2. Teils der Trilogie Der Herr der Ringe – Die zwei Türme erinnern, werden sich vorkommen als stünden sie am Fuße eben dieses Nebelgebirges. Dieser Gedanke erleichterte mir die Wanderung ungemein. Und natürlich der Blick auf den Aoraki – den Mount Cook –, den mit 3.754 m höchsten Berg Neuseelands.

 

Die Wanderung das Hooker Valley hinauf war anstrengend, aber sehr schön. Wir waren am Ende sogar oberhalb der Schneegrenze.

Die Wanderung bescherte mir auch den einzigen Schrecken des Tages: ich hatte meinen Einen Ring verloren! Ich befürchtete, dass er in den Anduin … ich meine den Hooker gefallen war. Nach dem ersten Schrecken – und etwas Suche auf dem Rückweg – fand ich mich aber damit ab. Wo sonst konnte ich es eher verschmerzen ihn verloren zu haben als in Mittelerde … ich meine natürlich Neuseeland.

Doch wie der Eine Ring nun einmal ist, er möchte wiedergefunden werden und zurück zu seinem Herrn. Also fand ich ihn wieder … später … im Kofferraum unseres Wagens … mein Schatz, Gollum, Gollum

 

Vom Mount Cook Village ging es dann zurück nach Twizel. Da die Wanderung doch ein wenig anstrengend gewesen war, ging an diesem Tag nicht mehr viel. Außer einem schönen Abendessen, bei dem ich wieder einmal den bekannten Vorher-Nachher-Effekt bestaunen konnte …

 

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg, um einer geführten Tour teilzunehmen, die zu dem Ort führte, wo Teile der beeindruckendsten Szenen des 3. Teils Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs entstanden. Zumindest Stücke davon, denn natürlich ist vieles in der Trilogie digital entstanden oder digital nachbearbeitet worden oder es wurden verschiedene Aufnahmen gemixt. Nichtsdestotrotz brauchte man Außensets oder Gelände, um manches in die filmische (Dreh-)Tat umzusetzen.

 

Was wir zunächst einmal wahrnahmen, als wir das Privatgelände erreichten, war eine hügelige Graslandschaft mit Bergen im Hintergrund. So weit, so gut und nichts Außergewöhnliches. Wenn man aber erfährt, dass hier etliche der Szenen der Schlacht auf den Pelennor-Feldern vor Minas Tirith entstanden, dann gewinnt das Ganze eine andere Dimension.

 

Unser Führer von Discovery Tours in Twizel hatte seinerzeit bei den Dreharbeiten mitgearbeitet. Und zwar als Fahrer von Statisten und Crewmitgliedern von den Unterkünften zum Drehort. Er wusste daher einige schöne Anekdoten zu erzählen und gab uns Insider-Informationen, die alle zu wiederholen an dieser Stelle zu weit führen würden. Aber ein paar möchte ich Euch nicht vorenthalten:

 

Wer es nicht wusste, der weiß es nun, dass Elijah Wood nie in Twizel war. Frodo hatte zwei Auftritte in Minas Tirith – als er im Bett lag und in der Krönungszeremonie am Ende des 3. Teiles – und die entstanden im Studio.

 

Laut unserem Führer (und anderer Quellen) gibt es außer Hobbingen bei Matamata auf der Nordinsel nur noch ein Überbleibsel der damaligen Dreharbeiten. Doch kein Mensch würde dieses Überbleibsel erkennen, wenn er nicht mit der Nase darauf gestoßen wird. Es ist eine befestigte Straße auf dem Privatgelände bei Twizel, die für den Kamerawagen angelegt wurde, der die Reiterzenen filmte; zum Beispiel als die Rohirrim die Orks angriffen oder Faramir mit den Männern aus Minas Tirith vergeblich versuchte, Osgiliath zurückzuerobern. Ursprünglich hätte diese Straße wieder beseitigt werden sollen (wie alles andere außer Hobbingen auch), aber der Besitzer des Geländes war der Meinung, dass sie ihm nützlich bei seinen landwirtschaftlichen Arbeiten sein könnte. Also durfte sie bestehen bleiben.

 

Die unbefestigte Straße, auf der man zum Drehgelände kommt, verläuft sehr gerade in nordöstlich-südwestlicher Richtung. Parallel dazu verläuft mit etwa 50m Abstand eine Stromleitung über hölzerne Masten. Diesseits dieser Stromleitung war Neuseeland – also unsere reale Welt. Da standen die Lastkraftwagen und Busse, die Verpflegungs- und Requisitenzelte, die Wohnmobile der Hauptdarsteller für ihre Ruhepausen … kurz gesagt, alles was zu dieser unserer Welt gehörte.

Jenseits der Stromleitung war Mittelerde. Jedem, der nicht unmittelbar mit den Dreharbeiten zu tun hatte, wie etwa dem Regisseur, den Darstellern, den Komparsen, den Kameraleuten usw., war es (zwar nicht bei Todesstrafe, aber doch sehr drastisch) verboten, die Grenze zwischen Neuseeland und Mittelerde zu überschreiten.

 

Und schließlich: es gab nicht mehr als etwa 300 echte Reiter, die in unterschiedlichen Rüstungen die Reiter von Rohan oder die Soldaten von Minas Tirith darstellten. Der Rest ist digital oder kopiert.

Und das ist längst nicht alles, was wir erfahren haben. Aber zu viel, um hier alles zu erzählen.

 

Zu guter letzt und am Ende der Führung durften wir uns noch ein wenig wie Orks, Éowyn oder der Hexenkönig von Angmar fühlen. Ein wenig kostümiert stellten wir die Szene nach, in der die Schildmaid von Rohan den Hexenkönig tötet … denn sie ist ja ein Frau. Eines kann ich sagen: auch wenn es nur Requisiten waren, so ein Schwert ist ganz schön schwer.

 

Den Abend beschlossen wir dann nach einem guten Abendessen mit einem Fläschchen Hobbit-Bier. Eben jenem, das ich im Teil 4 meines Berichtes schon erwähnte. Die nötige Bettschwere verlieh es uns mit seinen 1,1% Alkohol aber natürlich nicht. Die kam eher von einem schönen Tag auf den Pelennor-Feldern Mittelerdes … ich meine Twizel.

 

Im nächsten – und letzten – Teil meines Reiseberichtes ins Land der Ringe kommen wir dann in die Nähe eines Ortes, der ebenfalls jedem bekannt sein dürfte: den Mt. Sunday. Kennt Ihr nicht? Ich sage mal doch …

 

Links:

 

Twizel, ein netter, kleiner Ort und ganz in der Nähe zum Eingang des Aoraki/ Mt. Cook Nationalparks

 

Mt. Cook Region, eine überaus interessante Seite mit sehr vielen Infos rund um den Mt. Cook

 

Aoraki/ Mt. Cook Nationapark, wo das Nebelgebirge seine Heimat hat und eine Seite, auf der man über Neuseeland insgesamt sehr viel erfahren kann

 

Discovery Tours, mit denen wir auf die Pelennor-Felder gingen und uns für ein paar Stunden fühlen durften wie die Helden aus der Trilogie.

 

Zum Teil 9 des Berichtes

 

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Bilder aus Neuseeland und Mittelerde

Eindrücke einer Reise

Der Aoraki oder Mount Cook
Noch mal der Mount Cook mit meiner Wenigkeit
Das Nebelgebirge
Und noch einmal das Nebelgebirge, dieses Mal etwas düsterer
Und weil es so schön war, noch einmal das Nebelgebirge
Der Vorher-Nachher-Effekt
Auf den Pelennor-Feldern
Rohan eilt Gondor zu Hilfe
Gondor und Rohan vereint vor Minas Tirith
Und noch einmal die Pelennor-Felder vor Minas Tirith ... der Weg allerdings entstammt aus einer anderen Welt
Éowyn besiegt den Hexenkönig von Angmar

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Erstellt: 15.01.2012, zuletzt aktualisiert: 02.06.2016 07:45