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Nachts auf dem Schulhof

Rezension von Christel Scheja

 

Nicht immer zeichnen Mangaka in Japan nur lange Geschichten, die später in mehreren Tankobons aufgelegt werden müssen. Hin und wieder entstehen auch Kurzgeschichten für Magazine, um Wartezeiten zu überbrücken. Später werden diese dann in Sammelbänden zusammengefasst, wie „Nachts auf dem Schulhof“ von „Ich wünschte ich könnte fliegen ...“ – Künstlerin Kozue Chiba.

 

Die Titelgeschichte erzählt von der jungen Yoru, die seit dem Tod ihrer Eltern auf einem Haus auf dem Schulgelände lebt, weil er dort auch Lehrer ist. Somit ist das Mädchen nach dem Schulschluss ganz alleine, weil die anderen ja nach Hause zurückkehren und nicht so leicht zu erreichen sind.

Darüber ist sie traurig und streift hin und wieder abends über das Schulgelände. Eines Tages läuft sie dabei ihrem schrägen Klassenkameraden Yamane über den Weg. Die beiden haben die Gelegenheit sich besser kennen zu lernen, was auch positive Auswirkungen auf den Rest der Klasse hat. Und so hat das Mädchen mehr als einen guten Freund, als sie mit ihrem Ziehvater eines Tages das kleine Schulhaus verlassen soll.

In „Love 10!!“ muss die junge Mito alleine in Japan zurückbleiben, weil ihre Eltern wegen einer neuen Stelle ins Ausland ziehen müssen. Sie darf in eine eigene Wohnung ziehen und legt sich prompt mit einem ihrer älteren Studentennachbarn an – mit Folgen.

Haruka macht immer wieder gerne (und heimlich Fotos) von dem Jungen, für den sie schwärmt. Der Fußballstar der Schule bekommt durch die Klassenkameraden Wind von der Sache und macht sich an sie heran, um sie kurzerhand zur Rede zu stellen.

 

Das sind drei der vier Kurzgeschichten, in denen es um junge und unschuldige Schwärmereien, Freundschaft und erste Liebe geht. Die Mangaka bietet positiv ausgerichtete Wohlfühlgeschichten, in denen die Helden sich mit ganz alltäglichen Problemen herum schlagen müssen, ehe es noch schlimmer kommt als zuvor. Mit einem Lachen, viel Mut und Unterstützung stellen sie sich den Schwierigkeiten und schaffen es am Ende auch durchzukommen. Ein Happy End ist vorprogrammiert.

Vor allem junge Leserinnen, die selbst noch zur Schule gehen, werden sich in Yoru, Mito und den anderen Mädchen wiederfinden. Jungs sind noch unbekannte Wesen und nicht immer leicht zu verstehen, die Hormone spielen verrückt, aber noch ist Sex nicht ganz so wichtig. Stattdessen üben sich die Figuren in Freundschaft und Zusammenhalt.

Die Künstlerin achtet darauf, nicht allzu sehr zu übertreiben, Ihre Geschichten wirken wie aus dem Leben gegriffen, auch die Figuren sind nicht all zu überkandidelt. Das Ganze wird zwar mit einem Augenzwinkern erzählt, aber nicht so, dass es albern dargestellt wird.

 

Heraus kommen vier Wohlfühlgeschichten mit freundlicher Botschaft und niedlichen Zeichnungen, die einmal zeigen, das Liebe zwar dazu gehört aber nicht das Allerwichtigste sein muss, wenn es darum geht, Schwierigkeiten zu überwinden.

 

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Comic:

Nachts auf dem Schulhof (Oneshot)

Autor & Künstler: Kozue Chiba

Original: Yoru no gakku E Oideyo!, Japan, 2007

Aus dem Japanischen von Hirofumi Yamada

Taschenbuch, 192 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen Februar 2012

ISBN-10: 3842003501

ISBN-13: 978-3842003507

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 27.03.2012, zuletzt aktualisiert: 03.11.2015 19:11