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Die Schlacht der Trolle von Christoph Hardebusch

Reihe: Die Trolle, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Noch immer ist die Schlacht um „Tolkiens Geschöpfe“ nicht ausgestanden. Getreu dem Motto, das ein Buch nicht als Einzelwerk erscheinen sollte, ist nun auch der zweite Band con Christophs Hardebuschs Saga um Menschen und Trolle erschienen, in der er die Geschichte, die er begonnen hat, fortschreibt.

 

Zwar haben die Trolle die jahrhundertelange Fehde zwischen ihnen und den Menschen endlich beilegen können, und der Bürgerkrieg zwischen den Völkern der Masriden und Wlachaken konnte endlich zu einem befriedigenden Ende für alle Seiten geführt werden - Ruhe haben sie deshalb noch lange nicht, denn am Horizont tauchen neue Probleme auf, die es in sich haben..

Tief in der Erde müssen die Trollkämpfer Pard und Krell feststellen, dass während ihrer Abwesenheit die Trollin Anda die Macht an sich gerissen hat und viele Angehöriges des Volkes kontrolliert. Sie will die absolute Dominanz ihrer Rasse.

Deshalb kehren die freien Trolle um und zu den Menschen zurück. Da sie dem ehemaligen Rebellenanführer Sten im Kampf um die Freiheit geholfen haben, fordern sie ihn nun auf, ihm ebenfalls einen Gefallen zu tun: Er soll ihnen mit seinem Witz und Verstand und der Kraft seiner Männer gegen Anda beistehen, die bereits den ehemaigen Anführer Druan brutal ermordet hat und nun nach dem Blut seiner Anhänger lechzt.

Sten stimmt zu, denn er hat keine andere Wahl, da er sein Wort gegeben hat, und versteht die Bitten seiner Verbündeten nur all zu gut.

Während er im Unterreich verschwindet, begeben sich seine Gefährtin Vicina und seine Schwester Flores in die Stadt Turdui, um die Friedensverhandlungen mit den Anführern der Masriden zu fortzuführen und begonnene Freundschaften zu vertiefen.

Doch kaum haben sie damit begonnen wird die Festung von einem abtrünnigen Masriden und seinem Heer belagert und immer wieder angegriffen. So bleibt den ehemaligen Feinden keine andere Wahl, als sich miteinander zu verbünden und gemeinsam um die Freiheit und das Leben zu kämpfen.

Dabei bleibt es nicht aus, dass sich Flores und Tamar, der Sohn den Herrschers der Masriden näher kommen und Seiten aneinander entdecken, die ihnen gefallen...

 

Wie in den von Tolkien inspirierten High-Fantasy-Romanen üblich holt Christoph Hardebusch weit aus und bläht die insgesamt eigentlich sehr dünne Geschichte zu epischen Dimensionen aus.

Zwar nimmt er sich dabei viel Zeit um Land oder Leute zu beschreiben und ihnen durch alltägliche und amüsante oder dramatische Szenen Leben einzuhauchen, aber das ist auch eine Schwäche des Romans.

Was dem Buch am Anfang noch viel Atmosphäre verleiht und die Figuren näher bringt wird nach dem ersten Drittel quälend, da die Handlung einfach nicht voran kommen will. Nicht einmal die Personen entwickeln sich wirklich weiter. Sie bleiben das, was sie am Anfang sind: Auf wenige Charaktereigenschaften reduzierte Archetypen, die zwar in manchem von dem Klischees abweichen, sich jedoch durch ihre Erfahrungen nicht unbedingt verändern.

Interessant, wenn auch nicht innovativ, da Markus Heitz dies auch in seinem Ulldart-Zyklus benutzt, ist das eher osteuropäische Setting, das ein wenig von den Mittelalterklischees abweicht. Oft genug fühlt man sich in die Karpaten oder auf den Balkan versetzt.

Christoph Hardebusch hat einen angenehmen und flüssigen Stil, der einem das Lesen leicht macht. Das überbrückt so manche Länge. Auch inhaltlich weiß er durch eine klare und gut durchstrukturierte Handlung ohne Brüche und all zu schwere Logikfehler zu überzeugen.

Dennoch kann auch er nicht verbergen, dass „Die Schlacht der Trolle“ in erster Linie eine Auftragsarbeit ist, die bestimmte Normen erfüllen muss, und von bestimmten Erwartungen nicht abweichen darf.

 

Das macht den Roman insgesamt zu einem zwar gut geschriebenen, inhaltlich aber eher durchschnittlichen Werk, dass bei der Fülle der von Tolkien inspirierten Fantasy mittlerweile wohl nur noch die Hardcore-Fans oder die Neuleser locken dürfte. Denn wer ungewöhnlichere Themen oder ungewöhnliche Variationen des Klischees, sucht wird beides in „Die Schlacht der Trolle“ nicht finden.

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Die Schlacht der Trolle

Reihe: Die Trolle Bd. 2

Autor: Christoph Hardebusch

broschiert, Paperback – 716 Seiten

Heyne, erschienen März 2007

ISBN 978-3-453-53270-0

Titelbild von Thomas von Kummant, Karte von Neil Hancock

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.06.2007, zuletzt aktualisiert: 18.08.2016 15:39