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Colosseum

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Auf der letztjährigen Spielemesse habe ich mir Schatten über Camelot von Days of Wonder gekauft. Seitdem ist mein Bestand an Spielen aus diesem Haus doch rasant gewachsen. Deswegen freut es mich besonders, dass ich die Möglichkeit habe, das neuste Werk von Days of Wonder testen zu dürfen.

Der Karton hat das, für Days of Wonder typische, quadratische (30cm x 30cm) Format und lässt sich bestens in ein Regal einlagern. Das Cover des Kartons ist ebenfalls typisch Days of Wonder, bunt aber geschmackvoll. Hier wird uns das Innere eines Amphitheaters gezeigt. Gladiatoren stehen in der Arena, Musiker führen ein Stück auf, zwei Löwen werden durch das Theater geführt und eine vierspännige Kutsche für Wagenrennen fährt durch das Bild. Über all dem wacht der Imperator von Rom in seiner Kaiserloge, während die Tribünen im Hintergrund voller Menschen sind, die auf den etwas billigeren Plätzen sitzen. Im oberen Teil des Covers ist der Titel des Spiels abgedruckt, darunter die Autoren, Wolfgang Kramer und Markus Lübke, während am unteren Rand mittig das Logo von Days of Wonder zu sehen ist.

Die Rückseite ist ähnlich schön gestaltet. Hier wird eine kleine Einführung in das Spiel gegeben und eine Spielszene ist zu sehen. In der linken, unteren Ecke sind die Angaben zum Spielinhalt und die Vorgaben zu sehen. Außerdem ist hier die eigens für Colosseum eingerichtete Internetadresse abgedruckt.

Days of Wonder setzt die Tradition fort bunte, aber sehr geschmackvolle Cover zu kreieren. Man bekommt sofort Lust darauf das Spiel zu öffnen und loszuspielen. Also werde ich den Karton öffnen und sehen ob der Inhalt genau so schön gestaltet ist.

 

Aufmachung

Der Karton war schon schön designend, aber auch der Inhalt kann sich sehen lassen. Die Spielkomponenten sind im gleichen Stil wie das Cover gestaltet und erlauben es sich schön in die Ära des großen Römischen Reiches einzufinden. Die Komponenten im Einzelnen sind:

 

 

  • 1 Regelheft über 11 Seiten
  • 1 Spielplan
  • 10 Arena-Bauteile in 5 verschiedenen Farben
  • 10 Arena-Erweiterungen in 5 verschiedenen Farben
  • 5 Kaiserlogen
  • 10 Luxusplätze
  • 5 Rekordsteine
  • 1 Kaiser, 2 Konsuln und 3 Senatoren
  • 2 Würfel
  • 80 Münzen, die Währung
  • 4 Podien
  • 152 Spektakelplättchen (40 mit grüner und 112 orangener Rückseite)
  • 7 Star-Karten
  • 30 Programmkarten
  • 18 Kaiser-Medaillen
  • 6 Übersichtstafeln
  • 1 Startspielerplättchen
  • 1 Rundenzähler
  • 1 Aufbewahrungsbeutel

 

 

Wer jetzt denkt Quantität ist nicht gleich Qualität, irrt gewaltig. Days of Wonder hat es wieder mal geschafft mich vollends von der Ausstattung zu überzeugen. Nicht nur, dass alle Marker und Plättchen liebevoll gestaltet sind, die Spielfiguren für den Imperator und die Konsuln haben mich zum Staunen gebracht. Sie sind nicht nur einfache Spielfiguren, die Konsuln tragen zum Beispiel wunderschön modellierte Umhänge. Außerdem ist die Aufteilung der Fächer im Karton wieder einmal erste Klasse, so dass wirklich jedes noch so kleine Teilchen seinen festen Platz hat. Alles in allem kann ich nur sagen, eine mehr als gelungene Aufmachung!

 

Ziel des Spiels

Die Spieler übernehmen die Rolle eines Impresarios (von lat. impresa: Unternehmen). Ihr Ziel ist es, in einer fünf Runden dauernden Partie, das Spektakel mit den meisten Zuschauern darzubieten. Dazu müssen natürlich jede Runde weitere Künstler eingestellt und die Arena ausgebaut werden. Die Programmkarten dienen zur Orientierung der Spieler, um zu sehen, wie groß die Arena sein muss und welche Künstler sowie Ausstattung benötigt wird. Hat ein Spieler alle Komponenten zusammen, kann er die maximale Besucherzahl, die ebenfalls auf dem Programm angegeben ist einstreichen. Fehlen einige der vorgegeben Spektakelplättchen (Akteure) gibt es Abzüge bei den Besuchern. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass Luxusplätze, gewonnene Podien, Starakteure, vorherige Aufführungen und die adeligen Spielfiguren weitere Zuschauer in die Arena locken. Deshalb ist es in einem vorangeschrittenen Spiel sehr gut möglich mehr Zuschauer, als auf der Programmkarte angegeben sind, in seine Arena zu locken.

 

Verständlichkeit der Regeln

Bleibt Days of Wonder bei der Aufmachung seinen Prinzipien treu, so tun sie es bei den Regeln erst recht. Die erste Seite beschäftigt sich mit den Spielmaterialen und stellt sie mit einigen Illustrationen genauer vor. Auf Seite zwei ist der Spielaufbau niedergeschrieben. Zusätzlich dazu ist noch eine große Illustration auf den Seiten eins und zwei abgebildet und jeder Schritt der Spielvorbereitung wurde nummeriert, damit man schnell nachschauen kann, wenn etwas nicht verstanden wird. Auf der dritten Seite ist das Spielziel erklärt; der Rest beschäftigt sich bis einschließlich Seite acht mit dem Spielablauf. Das Ende der achten Seite erläutert das Spielende, die Seiten neun und zehn geben noch zusätzliche Informationen zu den Spektakeln, Star-Karten und Kaiser-Medaillen. Auf der letzten Seite ist nochmal das Colosseum-Team aufgeführt und Days of Wonder hat hier auch einen Online-Freischaltcode beigefügt. Mit diesem Code ist es möglich sich auf der Homepage von Days of Wonder einzuloggen und Colosseum online zu spielen.

Ich glaube, ein Grund warum ich Spiele von Days of Wonder mag, sind die Regeln. Blättert man das Regelheft zum ersten Mal durch, bekommt man fast einen Schreck. Alles ist bunt und sieht trotzdem recht kompliziert und unübersichtlich aus. Aber die Regeln sind immer sehr gut verständlich und reichlich bebildert. So bekommt man grundsätzlich passende Beispiele zu allen wichtigen Punkten des Spiels. Man fühlt sich nach dem ersten Lesen bereits sehr sicher und kann auch ohne Probleme mit dem Spielen starten.

 

Vorbereitungen

Die Spielvorbereitungen dauern unter Umständen schon 10 Minuten und sind, aufgrund des großen Spielplans und die vielen Komponenten, nichts für einen kleinen Wohnzimmertisch. Jeder Spieler bekommt zuerst eine Übersichtskarte, zwei Arena-Bauteile seiner Farbe und Münzen im Wert von 30 Dinaren. Die Rekordsteine werden in den passenden Spielerfarben auf dem Startfeld der Wertungsleiste platziert und jeder Spieler bekommt, abhängig von der Gesamtspieleranzahl, eine vorgeschriebene Anzahl von grünen Spektakelplättchen. Als nächstes werden der Imperator, die zwei Konsuln und die drei Senatoren auf ihre Startpositionen gestellt sowie die Programmkärtchen mit den Nummern 1 bis 10 gemischt. Dann bekommt jeder Spieler zwei Programmkarten, so dass jeder Impresario mit zwei Programmen starten kann. Die übrigen werden von 11 bis 30 sortiert und ihrer Länge entsprechend neben den Spielplan gelegt. Jeder Spieler legt seine Programmkarten, seine Spektakelplättchen und das Geld vor sich aus, der Rundenzähler wird auf das erste Feld der Zeitleiste gelegt und das Spiel kann losgehen.

 

Spielablauf

Colosseum ist ein Spiel das auf fünf Runden begrenzt ist. Jede Runde gliedert sich in fünf Phasen, wobei in der fünften die letzte Phase entfällt. Jede Phase hat ihre Besonderheiten; werfen wir mal einen Blick darauf:

 

Phase 1: Investieren

Hier können die Spieler entscheiden, ob sie ihr Geld lieber in ein neues Programm, oder in ihre Arena stecken wollen. Entschließt er sich ein Programm zu kaufen, bezahlt er den Wert, der oben rechts auf der Programmkarte abgedruckt ist und nimmt es sich vom Stapel. Zu beachten ist, dass jedes neue Programm eine höhere Nummer haben muss, als das vom Spieler zuvor aufgeführte.

Vergrößert man seine Arena, kann man auch größere Spektakel aufführen, zumal jedes größere eine große Arena benötigt. Entscheidet ein Spieler sich dafür Luxusplätze zu bauen, bringt ihm das auf Dauer zusätzliche fünf Zuschauer pro Spektakel ein. Als vierte Alternative kann ein Spieler sich entscheiden eine Kaiserloge in seiner Arena zu errichten. Ein solches Gebäude erlaubt es in der vierten Phase mit einem, statt mit zwei Würfeln zu würfeln, wenn es darum geht eine der Spielfiguren zu bewegen.

 

Phase 2: Spektakelplättchen erwerben

Keine Aufführung ohne Darsteller und Requisiten; in dieser Phase bekommt man das, was man dazu braucht. Allerdings kann man nicht einfach losgehen und sich die Darsteller anwerben, denn das Angebot variiert immer. In der Mitte des Spielplans befinden sich fünf Märkte, mit jeweils drei Plättchen, auf denen die diversen Künstler und Kulissen abgebildet sind. Der Startspieler der Runde beginnt, indem er sich einen Markt aussucht und ein Mindestgebot von acht Dinaren abgibt. Dann sind reihum die Mitstreiter am Zug zu passen oder das Gebot zu erhöhen. Das führt man so lange durch, bis ein Spieler diese drei Plättchen von dem Markt ersteigert hat. Hat der Startspieler diese Bietrunde gewonnen, scheidet er aus und der leere Markt wird aufgefüllt. Hat ein anderer Impresario diese Runde gewonnen, scheidet dieser aus, aber der Markt bleibt leer. Der aktive Spieler (Startspieler) kann sich jederzeit entscheiden sein Recht auf das erste Gebot an den, noch nicht aus der Bietrunde ausgeschiedenen Nebenmann abzugeben. Dann werden zwar alle leeren Märkte wieder aufgefüllt, aber er geht das Risiko ein am Ende der Runde ohne dazugewonnene Spektakelplättchen dazustehen, sollte er eine Bietrunde nicht gewinnen.

 

Phase 3: Mit Spektakelplättchen handeln

Hat man sich in der vorherigen Phase bemüht möglichst passende Plättchen für seine Spektakel zu ersteigern, darf nun unter den Spielern gehandelt werden. Dabei ist es egal, ob man mit einem anderen Spielern Plättchen tauscht, oder sie kauft, bzw. an Mitstreiter verkauft. Aber auch hier gibt es eine Reihenfolge. Der Startspieler beginnt mit dem Handel, wenn er seine Handelsphase beendet hat, sind alle Mitstreiter reihum ebenfalls am Zug.

 

Phase 4: Veranstaltung aufführen

Nun ist es so weit. Pro Runde darf jeder Spieler einmal ein Spektakel aufführen. Zuerst beginnt der Startspieler der aktiven Runde und wirft einen, sollte er eine Kaiserloge gebaut haben, zwei Würfel. Dann versucht der aktive Spieler mit dem Wurf einen oder sogar zwei Adelige in sein Stadion zu bewegen. Denn jeder Adelige bringt zusätzliche Zuschauer mit, die wichtig für die Siegwertung sind. Landet bei der Bewegung ein Adeliger auf einem Ruhefeld, bekommt der Spieler, der ihn bewegt hat eine Kaiser-Medaille, sie erlaubt einige Zusatzaktionen.

Dann ist es soweit, das Spektakel wird aufgeführt. Der Spieler legt das Programm vor sich aus und es wird geschaut, ob er alle nötigen Spektakelplättchen zusammen hat. Ist das der Fall, bekommt er schon einmal die maximale Zuschauerzahl, fehlen einige Plättchen kommen weniger Zuschauer. Wie viele das sind, ist auf jedem Programm vermerkt. Dann wird nachgesehen, ob bereits vorher schon ein anderes Programm in der Arena gespielt wurde. Wenn ja, gibt es für jedes vorher dargebotene Programm weitere fünf Zuschauer. Gebaute Luxusplätze locken weitere fünf Besucher in die Arena und für Stardarsteller quetschen sich weitere vier Zuschauer auf die Bänke. Sollte der Imperator in der Arena zugegen sein, bringt er weitere sieben Zuschauer mit, ein Konsul fünf und ein Senator immerhin noch drei. Hat man in einer früheren Runde ein Podium für das Spektakel mit den meisten Zuschauern gewonnen, werden weitere drei Besucher in das Stadion gelockt. Entschließt man sich eine vorher bekommene Kaiser-Medaille zu spielen, kommen noch einmal drei weitere Zuschauer dazu. Hat man nun alle Beschauer zusammenaddiert, schaut man auf der Wertungsleiste nach, ob man sein vorheriges Spektakel übertroffen hat, wenn ja, legt man seinen Rekordstein an die neue Position, ansonsten verbleibt er an seiner vorherigen. Jeder Besucher zahlt natürlich einen Dinar Eintritt, den Gesamtbetrag darf sich der Spieler aus der Bank nehmen.

Damit ist das Spektakel abgehalten und der Nebenmann ist an der Reihe seine Arena mit Besuchern zu füllen und sie zu unterhalten.

 

Phase 5: Abschlusszeremonie

Zuerst bekommt der Impresario mit dem höchsten Punktstand ein Podium für seine Arena, dann können die Aufräumarbeiten beginnen. Gladiatoren sind nicht unsterblich und jede Kulisse kann mal zu stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Deswegen muss jeder Spieler am Ende seiner Runde ein Spektakelplättchen, das vorher an einer Aufführung teilgenommen hat, abgeben.

Zum Schluss ist es an dem in der Wertung schlechtesten Spieler vom besten ein Spektakelplättchen zu erbitten, was der führende Impresario ihm nicht verwehren darf. Allerdings darf man dabei kein Sonderplättchen wie z.B. den Joker erbitten, nur reguläre sind erlaubt.

Damit endet eine Runde. Abschließend ist zu sagen, dass die fünfte Phase in der letzten Runde entfällt, was soll man auch mit erbetenen Plättchen noch anfangen.

 

Erweiterbarkeit

Die Regeln von Colosseum sehen keine Erweiterungen vor. Das ist auch meiner Meinung nach nicht nötig. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn man das Spiel zu sechst spielen könnte, doch wäre der Spielplan dann noch größer ausgefallen, als er jetzt schon ist.

 

Spielvorgaben

Etwas Zeit sollte man schon einplanen, wenn man Colosseum spielen will. Gerade mit 5 Spielern kann die Handels- und Bietphase schon etwas länger dauern, so dass die veranschlagten 60 bis 90 Minuten leicht überschritten werden können. Das Mindestalter von 10 Jahren ist etwas grenzwertig. Ich denke, dass Kinder schon noch Probleme mit dem Bieten und dem Handeln haben können. Wie bereits oben erwähnt, ist die Spielerzahl von 3 bis 5 Mitstreitern weder zu viel noch zu wenig. Allerdings lebt Colosseum davon mit mindestens vier Spielern gespielt zu werden.

 

Spielspass und Fazit

Colosseum ist wieder mal ein sehr tolles Spiel von Days of Wonder, das ich wirklich jedem nur empfehlen kann. Die Spielmaterialien sind liebevoll gestaltet und das Regelsystem einfach und in sich schlüssig. Außerdem spielt man wieder einmal miteinander; jeder für sich versucht zwar den Sieg einzustreichen, aber trotzdem ist Colosseum ein sehr kommunikatives Spiel. Negatives kann ich eigentlich gar nicht sagen, lediglich die Spielzeit könnte etwas länger sein. Fünf Runden sind schon etwas wenig, sieben oder acht wären da meiner Meinung sinnvoller gewesen. Aber, wozu gibt es Hausregeln?!

 

 

 

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Colosseum

Autor: Wolfgang Kramer & Markus Lübke

Days of Wonder, 2007

Spieldauer: lang über 60 Min

Spielerzahl: 3 bis 5

Altersempfehlung des Herstellers: 10 - 99 Jahre

Spielmotivation: Taktik; Strategie; Verhandlung; Glück

ASIN: B000NDJHZS

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Inhalt:

 

  • 1 Regelheft
  • 1 Spielplan
  • 10 Arena-Bauteile
  • 10 Erweiterungen
  • 5 Kaiserlogen
  • 10 Luxusplätze
  • 5 Rekordsteine
  • 1 Kaiser
  • 2 Konsuln
  • 3 Senatoren
  • 2 Würfel
  • 80 Münzen
  • 4 Podien
  • 152 Plättchen
  • 7 Star-Karten
  • 30 Programmkarten
  • 18 Kaiser-Medaillen
  • 6 Übersichtstafeln
  • 1 Startmarker
  • 1 Rundenzähler
  • 1 Stoffbeutel

 

 


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Erstellt: 18.07.2007, zuletzt aktualisiert: 28.06.2016 13:07