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Kolumne: Ein Typ namens Mr. Hype

Autor: Holger M. Pohl

 

Auf meiner Wanderung durch das Leben, stoße ich immer wieder mal auf Spuren, die ein Typ Namens Mr. Hype hinterlassen hat. Mal sind es Menschen, die in einem grauen Umhang einer mittleren Erde entsprungen sein könnten; mal sind es männliche Jugendliche, die in mit einer (falschen) Nickelbrille mit einem (ebenso falschen) Zauberstab hantieren; dann wieder sind es weibliche Jugendliche, die sich unsterblich in einen Vampir verliebt haben (Kleiner Tipp: Lasst Euch im Morgengrauen beißen, vielleicht werdet Ihr auch unsterblich!); hin und wieder sehe ich schwarz gekleidete Gestalten mit einer schwarzen Maske neonfarbene Schaumstoffröhren schwingen. Um nur ein paar Spuren zu nennen.

Kurz gesagt: dieser Typ namens Mr. Hype ist sehr präsent. Und vor allem sehr einnehmend!

 

Man kann nie genau vorhersagen, wann Mr. Hype seinen nächsten Auftritt auf der Showbühne des Lebens hat. Viele Faktoren sind dafür verantwortlich. Aber er hat diverse Assistenten, die mit diversen Mitteln und auf diversen Wegen seinen Auftritt vorbereiten, begleiten und nachbereiten. Und manchmal könnte man denken, es gibt mittlerweile ein paar Klone von ihm.

 

Die globale Medienvernetzung trägt sicher dazu bei, dass dieser Typ namens Mr. Hype immer größere Auftritte hat und sein Publikum immer zahlreicher wird. Er wird heute irgendwo in einem entlegenen Winkel dieser unserer Welt gesehen und morgen (spätestens) weiß es der ganze Planet.

„Medienrummel“ nennt das ein Teil seiner Assistenten. „Merchandising“ ein anderer Teil. Wieder welche seiner Assistenten sprechen von „Promotion“. Doch egal was, egal wie, Mr. Hypes Auftritte nehmen einen gefangen.

Gut, es gibt welche, die – ohne überhaupt zu begreifen warum – dafür empfänglicher sind als andere. Die Assistenten leisten einfach gute Arbeit.

 

Es gibt aber auch welche, die diesem Typ Namens Mr. Hype sehr skeptisch und ablehnend gegenüberstehen. Ob aus Prinzip oder aus Erfahrung, das sei nun einfach mal dahingestellt. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie einfach emotional unterkühlt sind.

Jedenfalls macht sich Mr. Hype immer mehr und immer öfter breit und es sich in leeren Taschen gemütlich. Manchmal fällt es regelrecht schwer, sich ihm zu entziehen.

 

Schafft man das aber, dann wird man als „altmodisch“, „out“, „hinterwäldlerisch“, „negativ“ oder noch Schlimmeres abgestempelt. Nun gut, bin ich das eben. Ich kann damit leben. Ich weiß aber auch Besseres, als Mr. Hype (und seinen Assistenten) mit meiner bescheidenen Spende zu einem angenehmen Leben zu verhelfen. Mit meinen paar Mäusen (respektive Kröten, Kohlen, Penunsen usw.) könnte ich das bodenlose Fass, welches die Geldbörse von Mr. Hype darstellt, aber auch nicht wirklich zum Überlaufen bringen.

 

Ein Fan von etwas zu sein, ist nicht gleichbedeutend damit, ein Anhänger dieses Typs namens Mr. Hype zu sein. Denn Fan von etwas ist man und bleibt man. Auch – oder gerade dann – wenn Mr. Hype und seine diversen Assistenten schon längst irgendwo anders ein neues Fass ohne Boden aufgestellt haben. Weil in das letzte einfach nicht mehr genügend hineingeworfen wurde. Und möglicherweise war man auch schon Fan, lange bevor der Typ namens Mr. Hype seine Spuren in die Welt gesetzt hat.

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Erstellt: 07.02.2009, zuletzt aktualisiert: 20.07.2016 10:53