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Kolumne: Nun aber ran an die Werbefront!

Autor: Holger M. Pohl

 

Ich hätte da zwei Bücher, die sich leider nicht so verkaufen, wie ich es gerne hätte. In Kürze wird das dritte Buch erscheinen, aber nachdem sich schon die ersten Beiden so schlecht verkaufen … ich weiß nicht, ich weiß nicht … Ich sollte dafür Werbung machen - aber wie?

Ich könnte mich natürlich für den üblichen und angebrachten und korrekten und seriösen Weg entscheiden. Aber das wäre mir zu mühsam. Außerdem könnte man den richtigen Eindruck gewinnen. Also mal überlegen, wie ich es einfacher gestalten könnte … und vor allem billiger für mich!

 

Nun, zunächst werde ich mal eine Pressekampagne starten und irgendwelche Verkaufszahlen veröffentlichen. Kann ja keiner nachprüfen. Sagen wir … ich habe 2.000 Stück verkauft … ach, was soll’s, eine Null ist ja nichts … ich habe 20.000 verkauft. Kommt bestimmt gut, ist ja ein Bestseller. Überprüfen kann man es zwar nicht, aber die Presse wird das schon richtig machen. Immerhin handelt es sich ja um eine höchst offizielle Presseerklärung!

 

Aber das reicht natürlich noch nicht! Was kann ich außerdem tun? Oh ja, ich gebe die Rechte an den ersten beiden Büchern frei. Verdienen tue ich an denen eh nichts mehr, also kann ich die Rechte auch verschenken. Andere, kränkelnde Verlage freuen sich sicher darüber, wenn sie meine Bücher völlig umsonst veröffentlichen dürfen und ich ihnen auf den rechten Weg helfe. Ich bin ja soooo sozial. Nun ja, völlig umsonst ist es ja nicht, die haben ja auch Kosten. Deren Problem. Ich freue mich jedenfalls über die schöne Werbung, die die auf ihre Kosten für meine Bücher machen.

 

Zusätzlich stelle ich die Bücher natürlich auch noch auf meiner Website kostenlos zum Download bereit. Schade aber auch, dass dann natürlich die anderen Verlage wenig bis kein Geschäft machen werden. Deren Problem. Hauptsache sie machen für mich Werbung. Denn das dritte Buch gibt es dann natürlich nicht umsonst. Da will ich Geld sehen. Soooo sozial bin ich auch wieder nicht!

 

Und selbstredend veröffentliche ich auf meiner Website ein Video, dass ich einen ganz fürchterlich wichtigen Preis bekommen habe. Ist zwar gefakt … aber wenn jemand dahinter kommt, rede ich mich damit heraus, dass es ein Witz war, den alle erkannt haben … außer dem, der dahinter gekommen ist. Den erkläre ich dann einfach für ein wenig humorlos. Man muss ja nicht alles für bare Münze nehmen, was ich offiziell so von mir gebe.

 

Noch was? Ach ja, wurde da nicht in irgendwelchen Foren über meine Bücher irgendwas Negatives gesagt? Schau mer mal … Schwups, gefunden! Da klinke ich mich doch gleich in die diversen Threads ein, ob die noch aktuell sind oder nicht, ob sie noch jemand interessieren oder nicht. Ich sorge schon dafür, dass ich wieder ins Gespräch komme: ich inszeniere mich als unverstandenes und völlig verkanntes Opferlamm. Am Besten noch irgendwie politisch motiviert. Das kommt immer gut! Diskutieren will ich eigentlich nicht, nur die Threads am Laufen halten, damit möglichst viele mitlesen und neugierig auf mein tolles Werk werden.

 

Um mehr geht es mir nämlich nicht. Werbung ist alles - und dazu ist mir jedes Mittel Recht! Natürlich unterstelle ich den anderen, dass sie nichts verstehen und alles völlig falsch sehen, weil alles ganz, ganz anders ist. Und wenn sie Fragen haben … dann gebe ich natürlich keine Antworten, wozu auch? Wie auch? Ich habe doch keine … Antworten meine ich. Immer alles schön nebulös halten. Klaro, dass ich natürlich auch andere für mich posten und mich verteidigen lasse. Wozu hat man Gefolgsmänner? Notfalls lege ich mir ein Pseudonym zu. Ein Akademiker-Titel macht sich immer gut!

 

Und bei den diversen Internet-Buchhändlern verlinke ich meine Bücher mit anderen Büchern und profitiere davon. Würde ich im Zweifelsfall natürlich in Abrede stellen, aber wer sollte schon zweifeln? Notfalls zeige ich mit der Rechten… äh Linken … äh irgendwie halt auf andere: die waren das! Denn ich bin von der rechten, anständigen Sorte – jawoll ja!

 

Habe ich nun alles? Ich denke mal, für den Anfang reicht das. Kostet mich dank Flatrate herzlich wenig, hat aber einen enormen Werbeeffekt. Wenn die anderen mitspielen …

 

… doch die Comunity ist glücklicherweise oft schlauer als man denkt! Oder anders gesagt: Die Comunity lässt sich nicht vergackeiern!

 

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Zyklotrop
Thursday, 28. January 2010 22:18 Uhr
"Community" schreibt man mit zwei "m", sei es nun eine schlaue oder nicht. Emoticon

Charly
Wednesday, 18. March 2009 18:35 Uhr
Holger, Du sprichst mir aus der Seele. Gottseidank hat die Community dieses Mal nicht lange mitgespielt.

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Erstellt: 17.03.2009, zuletzt aktualisiert: 20.07.2016 10:53