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Kolumne: Fantasy von A-Z

Autor: Holger M. Pohl

 

Wie die Welt (hoffentlich) weiß, bin ich allem gewogen, was der Phantastik vorwärts hilft. Ich bin außerdem allem gegenüber offen, was mir hilft, irgendetwas zu recherchieren, sei es für einen Artikel, eine Geschichte oder für diese Kolumne. Ich finde erst einmal alles gut … und beobachte. Insofern ist die Idee eines Fantasy-Lexikons zunächst einmal gut. Allerdings sei mir gestattet zu hinterfragen.

 

Seiten, bei denen man sich über irgendetwas aus dem Bereich Phantastik informieren kann, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Manche davon sind gut, manche weniger, andere … na ja, sagen wir es höflich: belanglos. Belanglosigkeit schlägt aber hin und wieder in überflüssig um. Nämlich dann, wenn auf einer solchen Seite Dinge stehen, die weder stimmen noch in der Form auch nur einen Hauch von Korrektheit verspüren lassen. Kommt dann noch hinzu, dass manche der dort erschienenen Artikel anderen Orts abgeschrieben sind, dann spätestens ist der Zeitpunkt erreicht, wo sich die Macher dieser Seite fragen lassen müssen: Was soll das? Welchen Dienst wollt ihr der Fantasy damit erweisen? Wem überhaupt wollt ihr damit einen Dienst erweisen?

 

Ein Lexikon-Beitrag sollte a) lesbar und b) korrekt sein. Die großen Verlage, die Lexika herausbringen wissen das. Ein Verlag, der die Schirmherrschaft (oder mehr) für ein Internet-Lexikon übernimmt, sollte das auch wissen. Die Kontrolle und Verifizierung der dort eingestellten Beiträge der Community zu überlassen ist … nun ja … ungefähr so, als ob man eine Kuhherde von einem Stier bewachen lässt. Es gibt Umstände und Situationen wo das angebracht ist und auch funktioniert - im Tierreich. Im Menschenrreich funktioniert es in aller Regel nicht ...

 

Wenn ich als Suchender nach der wiederholten Suche zum wiederholten Male auf etwas Falsches stoße, dann werde ich a) ein solches Lexikon in Zukunft keinesfalls mehr ernsthaft zu Recherchen heranziehen und b) habe ich auch nicht die Absicht, den Verantwortlichen die Arbeit abzunehmen. Sorry, Euer Job … und im Zweifelsfall wollt Ihr daran verdienen. Indem man zum Beispiel die Bücher Eures Verlages kauft. Insofern sei die (Hinter-)Fragen an die Verantwortlichen erlaubt: Geht es Euch wirklich darum, ein ernsthaftes, sinniges, korrektes Lexikon der Fantasy zu erschaffen? Oder geht es Euch nicht einfach nur darum, eine Kuhherde (Leser) zusammen zu treiben, um sie anschließend der Melkmaschine (Kasse) zuzuführen?

 

Viele der Artikel sind offensichtlich und unzweideutig inhaltlich schwach, schlecht recherchiert und schlecht verifiziert. Beispiel dafür findet man zuhauf. Darüber hinaus sind viele der Beiträge auch äußerst schlecht geschrieben, was die Form betrifft: Stilfehler, Schreibfehler, Grammatikfehler, Logikfehler. Ein Beispiel gefällig?

Philip José Farmer (* 26. Januar 1918 in North Terre Haute, Indiana; † 25. Februar 2009) ist ein amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor. Farmer ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt heute in Peoria (Illinois).

Mr. Farmer ist offensichtlich, und wie der Phantastik-Fan weiß, tot. Also war er verheiratet und lebt heute ganz sicher nicht mehr in der Nähe von Peoria.

Nur eines von vielen, vielen Beispielen!

Noch eines? Dann lest einfach mal den Beitrag zu „Der Herr der Ringe“. Dann wisst Ihr, was ich meine.

 

Der Unbedarfte, jener Leser, der mit Fantasy wenig bis nichts am Hut hat, sich aber grundsätzlich dafür interessiert und ja auch gerne mal lesen würde, findet in diesem Lexikon die schlimmsten Vorurteile bestätigt, die in der Welt über Fantasy und ihre Leser und vielleicht auch ihre Schreiber im Umlauf sind:

Fantasy ist nur etwas für Kinder, allenfalls noch Jugendliche – ein Erwachsener liest so etwas nicht.

Fantasy ist keine ernsthafte Literatur – nur was für Menschen mit einem kindlichen Gemüt.

Fantasy ist ja so was von banal, trivial …

 

Noch einmal: die Idee eines Fantasy-Lexikons finde ich generell gut. Die Art und Weise der Ausführung ist allerdings … minderwertig. Ihr, lieber Verlag (und wie üblich: keine Namen in meiner Kolumne!), tut damit weder den Autoren von Fantasy-Werken noch den Lesern derselben und am allerwenigsten der Fantasy selbst einen Gefallen. Ihr erweist der Fantasy damit genau einen Dienst: einen Bärendienst!

Und denkt nun nicht, dass nur ich alleine so denke …

 

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Eure Meinung:

ralf, 21.09.2015, 22:40:
Ich finde es schon schwer, die ganzen Biographien auf dem Laufenden zu halten.
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Erstellt: 12.04.2009, zuletzt aktualisiert: 20.07.2016 10:53