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10 kleine Zwerge von Zora Davidovic

Rezension von Björn Backes

 

10 kleine Zwerge – etwa eine Mischung aus „Schneewittchen“ und „Zehn kleine Negerlein“? Nun, gar nicht so weit gefehlt, nur eben eine ganze Spur kindgerechter und vor allem auch witziger. Das neue Bilderbuch aus der Ars Edition erzählt auf zehn Doppelseiten die Geschichte einer Zwergenbande und ihren flüchtigen Kameraden bzw. wie das kleine Völkchen Stück für Stück schrumpft, bevor nur noch einer übrig ist – ideenreiche ‚Verlustmeldungen‘ und nette Geschichten um die einzelnen Exemplare sind also garantiert…

 

Alles beginnt in einer Bärenhütte, wo die Geschwister der Bärenmama helfen, genügend Honigkuchen für den Winter zu backen. Nur einer ist faul und begnügt sich mit der Teigschüssel. Kein Wunder also, dass er lieber in der Backstube bleibt und seine Freunde nicht auf ihrer weiteren Reise begleitet. So reisen die übrigen Zwerge weiter, streunen durch den Wald, treffen die Hexe, feiern beim Gartenfest der Waldmaus und regeln als Hobby-Polizisten den Verkehr in der Nähe eines Ameisenhaufens. Jedes mal bleibt einer von ihnen hängen oder wird im Vergnügen der anderen vergessen, bis schließlich der letzte alleine ins Zwergenhaus zurückkehrt und das Essen vorbereitet. Doch als er feststellt, dass die zehn Gedecke nicht an den Mann bzw. an den Zwerg gebracht werden können, realisiert er, dass etwas nicht stimmt.

 

Die Geschichte erinnert dabei über weite Strecken an die moderne Aufbereitung eines bekannten Märchens, zumal hier und dort auch bekannte Zitate aus dem Fundus von Grimm und Co. Verarbeitet wurden. Hinzu kommen die feinen Zeichnungen, deren Stil ganz klar an den der klassischen Märchen-Ausgaben erinnert und deren Atmosphäre hier mehr oder weniger bewusst widerspiegelt. Letzten Endes zählt aber vor allem der Witz der Texte, über den wohl nicht nur die Kleinsten schmunzeln werden. Da macht ein Fisch beispielsweise eine Rundfahrt auf einem Fisch und verabschiedet sich auf diesem Weg von der Gruppe. Ebenso witzig ist die Szenerie am Ameisenhaufen, oder das kleine Fiasko beim Hausputz, das ein Zwerg ganz geschickt umgeht. Wirklich jede Doppelseite hat ihre eigenen Lacher, und das auch langfristig, da innerhalb der Illustrationen noch einige versteckte Details eingearbeitet wurden, die sich erst bei mehrmaligem Durchblättern öffnen.

 

Die Krone des Ganzen sind schließlich die ausgestanzten Zwergenmützen, an sich eine wahre Kunst, denn Seite für Seite verschwindet eine dieser Stanzungen gemeinsam mit dem zugehörigen Zwerg, doch bis dorthin bleiben die Mützen immer an der gleichen Stelle. Dies bedeutet, bei der Konzeption hat ist man Bild für Bild vom ‚Standort‘ der Hüte ausgegangen und hat erst anschließend die Illustrationen erstellt. Optisch macht dies auf Anhieb eine Menge her, zumal die einzelnen Kopfbedeckungen auch noch mit hübschem Stoff gefertigt sind. Aber auch beim Zählen der Hüte hilft die Symbolik und macht das Ganze, fast schon nebenbei, zu einem tollen Lernbuch mit traditionell inspirierter Märchen-Frische, fantastischem Wortwitz und visueller Raffinesse. Die Erfahrungen, die ich mit meinem nunmehr fast dreijährigen Sohn mit diesem witzigen Buch in kürzester Zeit gemacht habe, sprechen jedenfalls echt Bände!

 

 

Fazit:

„10 kleine Zwerge“ ist, auf den Punkt gebracht, ein geniales Bilderbuch, dessen kunstvolle Ausarbeitung dem Ganzen die Krone aufsetzt. Nicht nur zum Zählen lernen, sondern schlichtweg als Unterhaltungs- und Vorlesebuch ist dieses liebevoll aufbereitete Werk wärmstens zu empfehlen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

10 kleine Zwerge

Autorin: Zora Davidovic

Gebundene Ausgabe, 20 Seiten

Ars Edition, 14. Juli 2008

 

ISBN-10: 3760728634

ISBN-13: 978-3760728636

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.01.2009, zuletzt aktualisiert: 16.09.2016 14:33