Kimono Boys, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Um ihre „Boys Love“-Geschichten an die Frau zu bringen, müssen sich Künstlerinnen einiges einfallen lassen, wenn sie aus der Masse der publizierten Titel heraus ragen wollen. Denn die meisten verlassen sich auf die gängigen Szenarien im Schüler- und Studentenmilieu. Ganz anders Kaname und Ami Suzuki

 

„Kimono Boys“ ist eine im Rotlicht-Milieu angesiedelte Geschichte. Die Hauptrollen spielen Kagero und Kicho zwei männliche Geishas, die in einem Männerbordell gut zahlenden Kunden zur Verfügung stehen, bis sie ihre Ausbildung abbezahlt haben, es sei denn ein Freier oder Gönner löst sie vorher aus.

Die beiden verbindet Freundschaft, auch wenn es nach außen hin nicht so aussieht, gerade ihre Unterschiede in Wesen und Charakter führen sie enger zusammen als sie denken.

Da nach Kichos Entjungferung nun auch die von Kagero zelebriert werden soll, liegen die Nerven der jungen Männer blank, denn sie haben sich ineinander verliebt und fühlen Eifersucht, wenn der andere mit einem Kunden zusammen ist.

Als ein Mann Selbstmord begeht und dabei Kicho mit sich nehmen will, kann dieser gerade noch gerettet werden und kommt ins Krankenhaus. Kagero ist am Boden zerstört und weiß nicht, was er tun so. Doch einer der Kunden, die sonst immer mit Kicho zusammen waren, kümmert sich um ihn kümmert und enthüllt, dass er sie aus der Kindheit kennt. Er schenkt dem verzweifelten jungen Mann Trost.

Kaum ist Kicho wieder im Bordell, gibt es einen neuen Angriff, bei dem aber diesmal Kagero in Gefahr gerät. Nun zeigt sich, dass es offensichtlich jemand auf sie abgesehen hat. Doch wer ist es und warum handelt er so?

 

Auch wenn es im ersten Teil noch nicht ganz klar war, der zweite macht es deutlich - „Kimono Boys“ spielt in der Gegenwart und nicht im 19. Jahrhundert. Aber das stört nicht weiter, denn die Geschichte wird gelungen fortgesetzt. Durch eine böse Intrige gegen die beiden und die Tatsache, dass die beiden ihre Liebe zueinander nicht wirklich verbergen können, was aber im Bordell gar nicht gerne gesehen wird, entsteht Spannung.

Die Mischung aus Action und Beziehungsdrama wirkt sehr ansprechend, da sich keines von beiden aufdringlich in den Vordergrund schiebt. Alles in allen kann man sehr gut mitfiebern, auch wenn die Romanze nicht ungewöhnlich und viele Elemente aus der Beziehung zwischen Kicho und Kagero gang und gebe im Genre sind.

Das Setting hebt die Geschichte jedenfalls zusätzlich zu den Intrigenspielen im Hintergrund aus der Masse heraus. Dazu tragen auch die feinen und eleganten Zeichnungen bei.

 

Alles in allem „Kimono Boys“ was die Romanze betrifft zwar anderen Boys Love Mangas sehr ähnlich, bietet aber durch die intensive Atmosphäre und das ungewohnte Setting vor allem erfahrenen Lesern eine ansprechende Lektüre.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Kimono Boys (Bd. 2)

Autorin: Kaname Itsuki

Künstlerin: Ami Suzuki

Aus dem Japanischen von Josef Shanel und Matthias Wissnet

Mede shireru yoru no junjo kamuro-hen Vol. 2, Japan 2008

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 04/2010

ISBN-10: 3770472136

ISBN-13: 978-3770472130

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zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40 |
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