Blutmesse von Brian Lumley

Reihe: Necroscope Bd.3

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Der britische Agent Michael "Jazz" Simmons wird in die Sowjetunion eingeschleust um eine geheime Forschungsstation im Uralgebirge zu beobachten. Es wird vermutet, dass die Russen dort furchtbare Kreaturen züchten, von denen bereits eine entkommen konnte und den Luftraum unsicher machte. Doch schon bald muss Jazz erkennen, dass sich die Experten geirrt haben und etwas noch gefährlicheres dort lauert.

Währenddessen sucht der Totenhorcher Harry Keogh nach Frau und Kind. Aber die Beiden scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Nicht einmal Harrys besonderer Kontakt zu den Toten, hilft ihm sie zu finden. Doch das britische E-Dezernat führt den Totenhorcher auf eine heiße Spur, welche zu einer sowjetischen Forschungsstation im Uralgebirge führt...

 

Mit "Blutmesse" geht eine der erfolgreichsten Horrorreihen in die dritte Runde. Der englische Schriftsteller Brian Lumley bedient sich in "Necroscope" des bekannten Vampirstoffs, erweitert ihn aber beträchtlich und fügt zudem - als interessante Eigenkreation - die Figur des Totenhorchers Harry Keogh hinzu. "Blutmesse" umfasst die zuvor in Deutschland getrennt erschienen drei Teile "Das Dämonentor", "Blutlust" und "Höllenbrut". Wie bei Festa üblich, ist das Buch in stimmigem Schwarz gebunden und mit Schutzumschlag sowie Lesebändchen ausgestattet.

 

Am Anfang mag so mancher Leser vermuten im falschen Buch gelandet zu sein, denn die ersten rund 100 Seiten von "Blutmesse" wirken eher wie ein Spionagethriller. Mit dem Auftauchen der Figur des Harry Keogh folgt der Wandel zum phantastischen Horrorroman. Dann wieder weist das Werk von Brian Lumley vor allem Fantasyelemente auf. Doch dieser wild erscheinende Genremix passt. Im ersten Teil wird durch eine Flut von Details und die Thrillerhandlung Glaubwürdigkeit für die später folgenden übernatürlichen Ereignisse erzeugt. Die Horrorelemente werden zwar sparsam aber nicht uneffektiv eingesetzt, vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch vor über drei Jahrzehnten erstmals erschien. Lumley kreiert gezielt Spannung, indem er etwa anfangs nur andeutet und lange Zeit ausspart, was genau für eine Kreatur aus der Forschungsstation entkam und was noch dort lauert. Zudem gelingt es dem Autor eindrucksvoll durch seinen Einfallsreichtum, dem damals schon betagten Genre neues Leben einzuhauchen.

 

Im Buch geht es um nichts weniger als den Ursprung der Vampire, weshalb der englische Titel "The Source" einen besseren Eindruck als das effektheischende und gleichzeitig beliebig anmutende "Blutmesse" hinterlässt. Dennoch ist die von Michael Plogmann und Hans Gerwien besorgte und von Marcel Häußler überarbeitete Übersetzung aus dem Englischen gelungen. Nur an einer Stelle ist aus dem Kontext heraus zu vermuten, dass die Wörter "häufig" und "regelmäßig" wohl verwechselt wurden.

 

In einigen wenigen Passagen, merkt man dem Werk von Brian Lumley an, dass es nicht mehr ganz taufrisch ist, weil beispielsweise das Erzähltempo etwas behäbig wirkt. Eine kleine Schwäche des Romans ist, dass Ereignisse, die das Potential haben den Leser zu ergreifen und mitzureißen, manchmal nur kurz berichtet werden. Hier wäre es besser gewesen, den Rezipienten das Geschehen direkt miterleben zu lassen.

 

Fazit:

Fans der Necroscope-Reihe und alle die es werden wollen, können sich mit "Blutmesse" einen spannenden wenngleich nicht mehr ganz taufrischen Blutcocktail aus Phantastik, Thriller und Fantasy gönnen, welcher dank der Imagination von Brian Lumley gehaltvoller als so mancher aktueller Vampirroman schmeckt.

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Roman

Blutmesse

Reihe: Necrospcope Bd.3

Autor: Brian Lumley

Verlag: Festa

Übersetzer: Michael Plogmann, Hans Gerwien und Marcel Häußler

gebundene Ausgabe, 512 Seiten

Erscheinungsdatum: März 2010

ISBN-10: 3865521037

ISBN-13: 978-3865521033

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46 | Users Online
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