Die Minimenschen – Maxiausgabe 7

Rezension von Cronn

 

Im frankobelgischen Sprachraum haben Comics einen völlig anderen Stellenwert als in unseren Breitengraden. In Belgien existiert beispielsweise eine lange und anspruchsvolle Comic-Bewegung. Sie speiste sich in den vergangenen Jahrzehnten auch dadurch, dass König Baudouin I. ein großer und bekennender Comic-Fan war.

Bezogen auf die Größe des Landes, hat Belgien eine unglaublich hohe Anzahl von international erfolgreichen Comickünstlern hervorgebracht. Es zeichneten u.a. Morris seinen „Lucky Luke“, Jean Graton „Michel Vaillant“, Peyo „Die Schlümpfe“, Franquin „Das Marsipulami“ oder auch nicht zu vergessen Hergé mit „Tim und Struppi“.

Einer, der noch nicht genannt wurde, ist Pierre Seron. Geboren in Lüttich, lebt und arbeitet der Comic-Künstler heute in Nimes, Südfrankreich.

Auf sein Konto geht eine Serie, die international erfolgreich war und auch in Deutschland ihre begeisterten Anhänger gefunden hat. Die Rede ist von keiner anderen als „Die Minimenschen“.

Nachdem die Serie bei verschiedenen Verlagen ihre Heimat gefunden hatte (u.a. beim Kauka-Verlag, Feest-Verlag oder Bastei-Verlag), hat sich vor wenigen Jahren der renommierte Ehapa Verlag daran gemacht, eine Gesamtausgabe der Minimenschen zu verlegen. In der Zwischenzeit ist man bei dieser großangelegten und großformatigen Serie beim Band 7 angelangt.

 

Inhalt:

Der Band 7 der „Minimenschen – Gesamtausgabe“ wird durch ein kenntnisreiches Vorwort von Bernd Weckwert und Volker Hamann eingeleitet, welche auf die unterschiedlichen Editionen und Editierweisen bezogen auf die Abenteuer der Minimenschen (diesmal beim Bastei-Verlag als „Herbie Huppser und die Mikronauten“ oder beim Kauka-Verlag) eingehen.

Dem folgen die Abenteuer selbst.

Enthalten sind diesmal folgende Episoden: „Der Raub der Sabine“, „Von Minimenschen und Menschenaffen“, „Der Planet Ranxerox“ (im Breitformat abgedruckt), „Das Weiße Loch“.

 

Kritik:

Erneut gelingt es dem Ehapa Verlag mit seiner Comic-Collection der „Minimenschen“ den Nagel auf den Kopf zu treffen. Im Großformat angelegt, entfalten die Panels erst ihre gesamte Wirkung, die vor allem auf Humor, aber auch Spannung angelegt ist.

Pierre Seron erweist sich als Meister des feinen Pinselstrichs, der auch Experimenten gegenüber nicht abgeneigt ist. So wendet er sich bei „Der Planet Ranxerox“ dem Breitformat zu und lässt dies am Beginn von „Das Weiße Loch“ langsam wieder in Richtung normales Längsformat. Dies geht mit der inhaltlichen Entsprechung einer Raumschiffslandung einher. Grandios!

Der Humor von Seron ist wieder absolut kinderfreundlich, ergeht sich aber nicht in völligem Slapstick sondern bemüht sich auch um ernste Zwischentöne.

 

Fazit:

„Die Minimenschen – Maxiausgabe 7“ ist ein sorgsam ediertes Comic-Album, das in Punkto Papierqualität, Umschlag (es ist ein Hardcover-Format) und Inhalt keine Wünsche übrig lässt.

 

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zuletzt aktualisiert: 17.08.2020 17:41 | Users Online
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