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Schattenstürmer von Alexey Pehov

Reihe: Die Chroniken von Siala, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Schattenwanderer“ begannen „Die Chroniken von Siala“, die nun mit „Schattenstürmer“ fortgesetzt werden. Geschrieben wurden die Romane von dem russischen Autoren und Mediziner Alexey Pehov, der wie viele andere junge Autoren aus Moskau und Umgebung beweist, dass Fantasy aus dem Osten nicht mehr länger altbacken und behäbig sein muss, sondern sich durchaus an modernen Computerspiel-Vorbildern orientiert.

 

Im Mittelpunkt steht der Meisterdieb Garrett, dessen Fähigkeiten im ersten Band benötigt wurden, um in eine alte Stadt einzudringen und ein alles Zauberbuch an sich zu bringen, dass allein den „namenlosen Schrecken“ aufhalten kann – eine gigantische Armee aus Ogern, Orks und anderen schrecklichen Kreaturen, die unaufhaltsam auf die Länder der zivilisierten Völker zustrebt.

Doch nachdem Garrett das Zauberbuch an die Gilde der Magier übergeben hat, sind seine Abenteuer noch immer nicht zu Ende. Die Wurzel allen Übels scheint in Hrad Spine zu liegen, einer riesigen unterirdischen Stadt aus Höhlen und Gängen. So muss der Meisterdieb mit einer Gruppe anderer Helden aufbrechen, um sich dort genauer umzusehen, da er den Schlüssel zu diesem „Beinernen Palast“ bei sich trägt.

Schon der Weg ist mit vielen Gefahren und Schwierigkeiten gespickt. Der „namenlose Schrecken“ fügt den Menschen, Elfen und anderen Rassen bereits schweren Schaden zu, dessen Auswirkungen auch die Gruppe der Abenteurer spürt. Außerdem ist Garretts Ruf vorausgeeilt und manch ein Krieger hat Vorbehalte und Vorurteile gegen den Meisterdieb, würde ihn lieber hängen sehen als ihn unterstützen zu müssen.

Und auch Garrett, der bisher eher alleine gearbeitet hat, muss sich öfters zusammenreißen, um seine Gefährten nicht hinter sich zu lassen, denn einige von ihnen wie der Kobold Kli-Kli können doch recht anstrengend sein. Außerdem ist da noch die Seele eines Erzmagiers, die sich in seinem Körper eingenistet hat. Auch wenn dieser sich sehr zurückhält und nur dann die Kontrolle übernimmt, wenn Garrett in einer brenzligen Situation steckt, so mag der Dieb den Gedanken nicht, dass sein Körper ihm nicht mehr ganz allein gehört.

Als wäre das alles nicht genug, wird Garrett schließlich auch noch das Artefakt gestohlen, und er muss alles daran setzen, den Schlüssel zu den Geheimnissen von Hrad Spine wieder in seine Hände zu bekommen.

 

„Schattenstürmer“ teilt das Schicksal vieler Mittelbände von Trilogien. Ohne wirklich einen Anfang und ein Ende zu haben, wird er zum Schauplatz eines fortwährenden Geplänkels zwischen den Helden und ihren schattenhaften Gegenspielern aber auch untereinander.

Man hat stellenweise fast das Gefühl, dass der Autor sein Ziel aus den Augen verliert, denn es geschieht nur wenig, dass die Handlung vorantreibt.

Im Mittelpunkt steht eher das Zusammenspiel der Helden in verschiedenen Situationen, garniert mit ruhigeren Szenen, die für Ambiente sorgen sollen, aber nicht genutzt werden, um die Figuren genauer vorzustellen, so dass die meisten der Gefährten Garretts eher blass und archetypisch bleiben als wirklich einen eigenen Charakter entwickeln, von Kli-Kli einmal abgesehen, der dem Leser durch seine Art noch am ehesten im Gedächtnis bleibt. Wie auch schon der erste Band präsentiert der Autor auch hier eine Welt klassischer Rassen der High Fantasy – die Atmosphäre ist aber nicht getragen und episch, sondern eher erdgebunden und nüchtern, sie zeigt auch die Schattenseiten des ganzen.

Das mag ein wenig über die ansonsten doch recht konventionelle Handlung hinweg täuschen, die vor alle Rollenspieler an ihr eigenes Verhalten während großer Kampagnen erinnern mag. Denn auch Pehovs Helden kommen schon einmal vom Weg ab und verstricken sich in Kleinigkeiten, folgen Irrwegen und schaffen sich selbst ärger. Das ganze wird sehr detailreich erzählt, manchmal zu behäbig, so dass man schon ein wenig Geduld mit der Geschichte haben muss, die immerhin etwas actionreicher als der erste Band ist.

 

Alles in allem ist „Schattenstürmer“ ein grundsolides Werk der Abenteuer-Fantasy, das vermutlich vor allem Rollenspieler ansprechen dürfte, auch wenn sie aufgrund der langsamen Erzählweise etwas Geduld mitbringen müssen.

Auch Fans der „Hexer“-Romane um Geralt von Riva könnten sich von der Geschichte angesprochen fühlen, da Pehov in eine ähnliche Kerbe schlägt wie Sapkowski.

 

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Schattenstürmer

Autor: Alexey Pehov

Reihe: Die Chroniken von Siala, Bd. 2

Paperback, Klappbroschur, 444 Seiten

Piper, erschienen August 2010

Übersetzung aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann

Titelbild von Oliver Wetter

ISBN-10: 3492701876

ISBN-13: 978-3492701877

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.09.2010, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39