Fabula

Rezension von Bine Endruteit

 

"Es war einmal..." so fangen die berühmtesten Märchen an. Und wer hat es nicht geliebt, sie erzählt zu bekommen? Und viele werden sich auch ihre eigenen Gedanken dazu gemacht haben, wie die Handlung in einer Erzählung weitergehen soll. Das Spiel "Fabula" lädt genau dazu ein. Man soll selbst kreativ werden und sich Geschichten ausdenken.

 

Spielidee:

Wenn man den "Fabula"-Karton das erste Mal öffnet, fallen einem zunächst die zahlreichen, wunderschönen Illustrationen auf, die sich auf den Karten und Figuren befinden. Insgesamt gibt es zwölg Aufsteller mit Märchenfiguren, die angenehm groß gestaltet sind. Sie sind liebevoll gezeichnet und es macht einfach Spaß, sie in der Hand zu halten und sich auszudenken, was diese Figuren erleben könnten. Ebenso gelungen sind die großen Karten aus fester Pappe, auf denen man Bilder aus den zwanzig einzelnen Geschichten sehen kann, die in dieser Box zu finden sind. Zusätzlich gibt es hier eine große Anzahl an Gegenstandskarten, von denen immer einige ausgelegt werden, damit man die gezeigten Dinge in die Erzählung einbauen kann. Außerdem enthalten sind die so genannten Federmarker, mit denen angezeigt wird, welche Geschichte dem Erzähler besonders gut gefallen hat.

 

Um "Fabula" spielen zu können, benötigt man mindestens drei Personen. Eine übernimmt immer die Rolle des Märchenerzählers, der, nach dem Vorbild der berühmten Gebrüder Grimm, Wilhelm Grimm genannt wird. Seine Aufgabe ist es, die vorgegebenen Teile der Geschichte vorzulesen und zu bewerten, wie gut die Geschichten sind, die sich die Mitspieler passend dazu ausgedacht haben. Der Erzähler sucht sich eine der Bildtafeln aus und liest den ersten Teil der dazugehörigen Geschichte vor. Dann ist es an den Spielern, sich auszudenken, was in der eben gehörten Geschichte passieren könnte. Jeder Mitspieler hat sich im Vorfeld eine der Spielfiguren ausgesucht, aus dessen Sicht er nun berichten muss. Zusätzlich muss einer der Gegenstände verwendet werden, die in der Mitte des Spielfeldes ausliegen. Und das ist eigentlich auch schon alles. Der Erzähler muss nun in insgesamt drei Runden die Geschichten die Spieler bewerten und vergibt als Zeichen dafür Federmarker. Fand er das Gehörte nicht gut, vergibt er keinen Marker, hat es ihm gefallen, bekommt man von ihm in der ersten Runde einen, in der zweiten Runde zwei und in der letzten Runde drei Marker. Die beiden Spieler, die nach diesen drei "Kapiteln" die meisten Marker haben, dürfen nun das Ende bestreiten. Diesmal müssen zwei Gegenstände in die Geschichte eingebracht werden und zwar genau die beiden, die noch übrig sind. Da die bisher niemand nehmen wollte, sind sie meistens besonders schwer in der Handlung unterzubringen. Am Ende hat der Spieler mit den meisten Federmarkern gewonnen.

 

Rezension:

Das Spiel ist sehr simpel und kommt ohne lang zu erlernende Regeln aus. Die Bilder sind wunderschön und laden zum Träumen ein. Leider ist "Fabula" ansonsten eher mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Es macht zwar Spaß, sich kleine Geschichten auszudenken, aber dadurch, dass nur von einem einzelnen Spielleiter entscheiden wird, ob sie gut oder schlecht war, ist Frust vorprogrammiert. Natürlich ist es immer persönlicher Geschmack, der hier mit reinspielt und über den lässt sich nicht diskutieren. Fakt ist aber auch, dass der Erzähler immer parteiisch sein wird. Junge Spieler ab acht Jahren werden immer der besten Freundin oder dem Schwarm den Vorzug geben, selbst Erwachsene sind davor nicht gefeit. Und ganz egal, ob man wirklich unkreativ war oder nicht: Keinen Marker zu bekommen löst immer ein gewisses Enttäuschungsgefühl aus, da es hier eben keine festen Regeln gibt, nach denen man etwas gewinnt und immer der Erzähler "schuld" daran ist, dass man nichts bekommen hat.

 

Des weiteren ist es im Spiel sehr deprimierend, dass ganz egal ist, was man erzählt, es hat einfach keinen Einfluss darauf, was als nächstes geschieht. Die eigentliche Geschichte ist im Regelheft bereits fest vorgegeben und nicht abänderbar. Wenn wenigstens die Mitspieler auf der besten Idee der Runde aufbauen müssten, wäre das Spiel ein wenig spannender und interessanter. Da nützt es auch nichts, dass man sich durch die Vielzahl an Figuren und Gegenständen immer wieder neue Dinge ausdenken muss und es quasi nicht zu Wiederholungen kommt.

 

Fazit:

Leider muss man sagen, dass "Fabula" in keinster Weise überzeugen kann. Es werden immer einige enttäuschte Geschichte aus einer Spielrunde entlassen werden, egal, wer was erzählt und wie viele Federmarker man vergeben hat. Die Grundidee ist zwar gut, wurde aber sehr enttäuschend umgesetzt. Das einzig überzeugende sind die wunderschönen Illustrationen.

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MEDIUM: Erzählspiel

Fabula

Anzahl Spieler: 3 bis 8 Spieler

Material: Karton

Empfohlen ab 8 Jahren

Asmodee, erschienen am 14.10.2010

ISBN-10: B0041S9GA2

Modellnummer: 200981

Erhältlich bei: Amazon


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zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50 | Users Online
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