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Der Todeskuss von Marcus Sedgwick

Rezension von Bine Endruteit

 

Inhalt:

Marko reist mit dem Schiff nach Venedig, um nach seinem verschwundenen Vater zu suchen. Dafür lässt er seine traurige Mutter und zahlreichen Geschwister in seiner kleinen Heimatstadt zurück, aber er könnte es einfach nicht ertragen, dem geheimnisvollen Brief nicht auf den Grund zu gehen, der sich in seinem Besitz befindet. Ein mit S. Bellini unterzeichneter Hinweis auf das Verschwinden seines Vaters und eine Briefseite, in der von Mord und Verrat die Rede ist und die eindeutig die Handschrift seines Vater zeigt, lassen ihn nicht mehr ruhig schlafen. Doch wer sich ihm letztendlich als "S." vorstellt, überrascht ihn dann doch, es ist nämlich Sorrel, die Tochter des Glasmachers Bellini, mit dem sein Vater befreundet war. Und auch Sorrel ist enttäuscht, dass man ihr ausgerechnet ihn als Hilfe geschickt hat, denn sie glaubt nicht, dass Marco seinen Vater alleine finden kann, aber sie braucht den Mann, der Arzt von Beruf ist, denn nur er hat das Kunststück vollbracht, dass es ihrem eigenen Vater besser ging. Der leidet nämlich an einer geheimnisvollen Krankheit, die ihn nicht mehr schlafen lässt. Wenn nicht schnell etwas geschieht, wird er daran sterben.

 

Deswegen machen sich Marko und Sorrel auf die Suche. Ihr erster Anlaufpunkt ist die Werkstädte, in der ihr Vater gearbeitet hat. Und tatsächlich finden sie darüber einen Hinweis auf einen Insel, auf der sie einen Menschen treffen könnten, der Bellini getroffen hat und Hinweise zu seinem Verbleib geben könnte. Dort geraten sie aber in einen Hinterhalt und auch bei ihren weiteren Nachforschungen treffen sie immer wieder auf Menschen, die es nicht gut mit ihnen meinen. Doch dann taucht plötzlich ein Fremder auf, der ihnen hilft. Wer ist dieser geheimnisvolle Peter? Er sieht alt aus, hat aber scheinbar unerschöpfliche Kräfte. Und so wie es aussieht, ist die Suche von Marko und Sorrel eng mit der von Peter verknüpft, der seine eigenen Geister jagt. Fortan haben sie also einen mächtigen Verbündeten.

 

Rezension:

Sowohl der Titel "Der Todeskuss" als auch das Coverbild, das eine Frau mit einem Blutstropfen an den Lippen zeigt, lassen den Leser hier auf einen spannenden Vampirroman hoffen. Tatsächlich geht es auch um Blut- und Energiesauger, allerdings spielen die erst im letzten Drittel des Buches eine wirkliche Rolle. Und dann sind die meisten von ihnen noch nicht einmal "echt", sondern sie hängen lediglich einem gefährlichen Kult an. Aber immerhin hat sich der Autor Marcus Sedgwick etwas originelles zum Beissen an sich ausgedacht und wie Menschen sich im Venedig der Vergangenheit wohl verhalten würden, wenn sie zu Vampiranhängern würden. Zu viel kann an dieser Stelle allerdings nicht verraten werden, um die Spannung nicht zu nehmen. Seine Geschichte hat ein Märchen zum Ursprung, das in drei eingeschobenen Kapiteln erzählt wird und einen interessanten Zugsamenhang zum Geschehen hat.

 

Die Geschichte an sich ist sehr gut geschrieben und man kann sich schnell in die Handlung vertiefen, allerdings richtet sie sich deutlich an ein jugendliches und kein erwachsenes Publikum. Was hier erzählt wird, ist nicht sehr anspruchsvoll und hat quasi kaum überraschende Wendungen. Wer schon mehrere Romane mit Vampirthema gelesen hat, wird hier eher enttäuscht sein, wenn auf diesem Bereich sein Fokus liegt. Hat man einfach Freude an einer netten Unterhaltungslektüre für Zwischendurch und darf es da auch ein einfacher Abenteuerroman sein, liegt man hier schon eher richtig. Etwas irreführend ist lediglich der Klappentext, der mit dem Satz "Der Tod kann auf viele Arten kommen, doch in Venedig lauert er im Wasser" wirbt, denn irgendeine Bedrohung aus dem nassen Element gibt es hier nicht mal im Ansatz. Außer, dass ständig auf Booten und Schiffen gefahren wird, was allerdings schlicht an der Bauweise der Stadt liegt, gibt es keinen Bezug zum Wasser.

 

Fazit:

"Der Todeskuss" ist insgesamt ein Roman, der außer einer netten Idee zu Vampirzähnen, nichts neues bietet, und eher belanglos ist. Marcus Sedgwicks Art zu schreiben ist durchaus gut, aber die Geschichte bietet einfach nichts wirklich Spannendes und ist an zu vielen Stellen voraussehbar. Für Vampirfans kaum interessant, für einen Jugendabenteuerroman noch ganz okay, mehr leider nicht.

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Buch:

Der Todeskuss

Original: Kiss of Death

Autor: Marcus Sedgwick

Übersetzer: Renate Weitbrecht

Taschenbuch, Seiten 320

Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2010)

 

ISBN-10: 3423248076

ISBN-13: 978-3423248075

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.12.2010, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59