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Lip Flip

Rezension von Christel Scheja

 

Die Liebe geht manchmal seltsame Wege, vor allem in der Phantasie der Mangaka, die zwei Menschen zusammen bringen wollen, vor allem, wenn es sich dabei um zwei Männer handelt.

 

Yusuke, Soji und Masahito waren in ihrer Kindheit und Jugend unzertrennliche Freunde. Irgendwann haben sie sich allerdings aus den Augen verloren, weil sie teilweise andere Schulen besuchten und unterschiedliche Ausbildungen machten.

Erst in der Firma sehen sie sich wieder, und auch wenn Yusuke sich danach sehnt, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen, traut er sich nicht mehr an ihn heran. Denn Soji steht in der Hierarchie des Unternehmens schon sehr viel höher und hat vor zwei Jahren auch geheiratet, so dass er für Yusuke nun unerreichbar ist.

Deshalb versucht er ihm sogar aus dem Weg zu gehen, auch wenn sich das beim Rauchen neuerdings nicht mehr vermeiden lässt, da nur noch ein Raum dafür in der Firma zur Verfügung steht.

Doch eines Tages kommt es zu einer überraschenden Aussprache und der Enthüllung von Geheimnissen. Doch ehe sich das Band zwischen den beiden Kollegen wieder festigen kann, taucht auch noch der Dritte im Bunde auf – und Masahito hat keine gesellschaftlichen Gründe, die Liebe zu Yusuke geheim zu halten. So entsteht ein Dreiecksverhältnis, das für eine Menge Gefühlschaos sorgt.

 

Sicherlich ist das Beziehungswirrwarr und die Versuche es einvernehmlich auseinander zu dröseln nicht unbedingt neu und innovativ: Wieder steht der zarte und schüchterne Junge zwischen den beiden forscheren – interessanter ist vielmehr das Drumherum, Die Künstlerin bindet diesmal auch die Zwänge und Verpflichtungen mit ein, die das Vorankommen in einer Firma bedingen.

In Rückblicken erfährt man zudem, wie eng die Bindung der drei Protagonisten in Kindertagen war, warum ihre Freundschaft später auseinander ging und warum Yusuke versuchte, seine Gefühle für den anderen zu vergessen.

Immer mit im Spiel sind jedoch auch die Kollegen und Vorgesetzten, deren Erwartungen man erfüllen muss, auch wenn dafür Beziehungen zum Schein aufgebaut und Ehen ohne Liebe geschlossen werden müssen. Denn nur so ist es möglich, in der Firma auch weiterhin anerkannt zu werden. Alles andere muss geheim gehalten werden.

Natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, dafür sorgt vor allem der quirlige und etwas schräge Masahito, der einen angenehmen Gegensatz zu dem steif und unterkühlt wirkenden Soji bietet.

 

Alles in allem erweist sich „Lip Flip“ als erwachsener „Boys Love“-Manga, der weniger durch die klassische Liebesbeziehung zwischen den Freunden aus Kindertagen als die Detailverliebtheit, die interessant gestaltetem gesellschaftlichem Zwänge und Erwartungen punkten kann. Das sorgt doch immer wieder für eine stimmige Atmosphäre und nette kleine Überraschungen.

 

Eure Meinung:


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Lip Flip (Oneshot)

Autorin & Künstlerin: Nase Yamoto

Aus dem Japanischen von Costa Caspary

Kuchibiru no Yukue, Japan 2007

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 01/2011

ISBN-10: 3770473353

ISBN-13: 978-3770473359

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 22.04.2011, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39