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Baron Münchhausen

Rezension von Christel Scheja

 

Als der „Lügenbaron“ ist Baron Münchhausen in die Geschichte eingegangen und hat durch seine verrückten Erzählungen vom Ritt auf der Kanonenkugel oder dem Besuch auf dem Mond seine Spuren hinterlassen.

Am bekanntesten ist er in Deutschland wohl durch den Film „Münchhausen“, der 1943 in den Studios der Ufa mit Hans Albers in der Hauptrolle, entstand. In der Folgezeit hat es immer wieder Umsetzungen der Geschichte gegeben, die letzte ist der TV-Zweiteiler, den die ARD im Weihnachtsprogramm 2012 ausstrahlte, und der nun auf DVD vorliegt.

 

Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen scheint vom Glück verlassen zu sein, denn ihm bleibt müde und abgerissen nur die Chance, durch seine Geschichten Kost und Logis in einem Landgasthof zu verdienen. Doch die Leute lachen ihn eher aus, als großzügig zu sein, weil sie ihm nicht abnehmen wollen, dass er der „Lügenbaron“ ist.

Doch er hat auch ein mitfühlendes Herz, denn er jagt die kleine Frieda nicht davon, die eines Tages auftaucht und nicht mehr von seiner Seite weicht. Sie behauptet, seine Tochter zu sein, was er aber nicht glauben will. Dennoch ist er bereit, sie wenigstens zu ihrer Mutter nach St. Petersburg zu bringen, damit sie Ruhe gibt.

Auf dem Weg dorthin begegnet er auch der lebhaften und selbstbewussten Landadligen Constanze von Hellberg, die auf dem Weg an den Hof der großen Zarin Katharina ist. Das ist nur der Beginn einer Reihe von verrückten Abenteuer, denn sie bekommen es schon bald mit Piraten zu tun, landen ohne es zu wollen auf dem Mond und müssen sich von der russischen Taiga aus an den Hof der Zarin durchschlagen.

Dort bekommt es der Lügenbaron mit Gefahren ganz anderer Art zu tun. Denn Katharina hat mehr als nur ein Auge auf ihren „Lügenbaron“ geworfen und ist nicht gewillt, ihn an andere zu verlieren, nicht einmal an ein Kind. So spinnt sie böse Intrigen, die dafür sorgen, dass Münchhausen einen schweren Fehler begeht, den er nur wieder gut machen kann, wenn er sich seinem ärgsten Feind in dessen ureigener Domäne stellt – dem Sultan.

Doch wird der Baron dies tun, da ihm seine Freiheit bisher wichtiger war als das Glück anderer Leute? Oder ist ihm die kleine Frieda inzwischen mehr an sein Herz gewachsen, als er zugeben will?

 

Ein liebevoll gestaltetes Szenenbild, Schauspieler, die sichtlich viel Spaß an ihrer Rolle haben, humorvolle und spannende Ideen hauchen dem bereits angestaubten Sagenstoff ordentlich Leben ein und hüllen ihn in ein zeitgemäßes Gewand.

Natürlich gab es früher keine „Frieda“, aber das lebhafte Mädchen, dass von den Zwillingen Helen und Isabella Dittmann verkörpert wird, ist nicht nur Identifikationsfigur für die jungen Zuschauer, sondern belebt das manchmal etwas steife und gekünstelte Hofzeremoniell ungemein. Gerade weil sie Münchhausen so nimmt wie er ist, wächst sie ihm vermutlich auch ans Herz und erinnert den Exzentriker daran, dass die Freiheit zwar ein kostbares Gut ist, aber manchmal auch gegen etwas anderes eingetauscht werden kann.

Jan Josef Liefers genießt es sichtlich, seinen Münchhausen zu überzeichnen und dessen Macken besonders herauszustreichen. In dem Bemühen exzentrisch und ungewöhnlich zu sein, tritt er immer wieder in Fettnäpfchen und sorgt so ständig für Lacher, ohne dabei albern zu wirken. Dass er auch anders kann, zeigt er in ernsten Momenten – von denen es allerdings nur wenige gibt.

Der Zweiteiler erweist sich als leichtfüßiges Märchen, spielt mit der dekadenten Kulisse des barocken Russland und dürfte durch seine liebenswürdigen Aussagen und Gewaltfreiheit vor allem Familien ansprechen. Die beiden Teile haben keine langweiligen Momenten und überraschen ständig durch neue und verrückte Ideen, auch wenn man die wichtigsten Elemente der Geschichte schon kennt. Die dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Alles in allem ist die Umsetzung gelungen und reiht sich gelungen in die Reihe moderner Märchenverfilmungen der letzten Jahre ein, auch wenn Puristen sicherlich viel finden werden, an dem sie herum mäkeln können.

Der Zweiteiler befindet sich auf einer DVD, Extras gibt es übrigens keine, auch wenn es durchaus lustig gewesen wäre, auch einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

 

 

Fazit:

 

„Baron Münchhausen ist gelungene Fernsehunterhaltung für die ganze Familie. Mit der zeitgemäßen und fröhlichen Umsetzung, die Abenteuer mit viel Spannung und Humor aber ohne nennenswerte Gewalt bietet, werden Eltern sich an ihre eigene erste Begegnung mit dem Lügenbaron erinnern, da es auch Anspielungen an den Ufa-Film gibt, und Kinder erstmals eine Welt voller phantasievoller Reisen genießen können, die sie ohne Probleme verstehen.

 

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Eure Meinung:

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DVD

Baron Münchhausen

Regisseur(e): Andreas Linke

Komponist: Chris Bremus

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 27. Dezember 2012

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 180 Minuten

ASIN: B009PSWYMK

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

  • Darsteller:
  • Jan Josef Liefers
  • Jessica Schwarz
  • Katja Riemann
  • Helen Dittmann
  • Isabell Dittmann
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Erstellt: 10.01.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26