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Kristall in fernem Himmel von Matthias Falke

Reihe: Die Neunte Expansion 3

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Der Schwere Prospektorenraumer SCARDANELLI operiert in abgelegenen Tiefen der Galaxis. Als die Crew nach langem Überlichtflug die Schlafkojen verlässt, muss sie feststellen, dass die Position des Schiffes unbestimmt ist. Die Telemetriedaten sind spärlich und sie ergeben absolut keinen Sinn. Auch Navigator Guardes, der das Schiff gesteuert hat, vermag nichts zur Aufklärung beizutragen. Auffällig ist jedoch, wie sehr sich Igor Nastow, der Bordkybernetiker, vor den Navigator stellt. Während die Crew noch darum kämpft, Licht in das Dunkel zu bringen, taucht in der sternlosen Ferne eine riesige kristallomorphe Struktur auf …

 

Rezension:

Es ist beruhigend, dass die neue deutsche Science-Fiction Reihe Die Neunte Expansion planmäßig und kontinuierlich fortgesetzt wird.

Auch Band 3, Kristall in fernem Himmel von Matthias Falke, setzt mit neuen Figuren und eigener Handlung ein, auch wenn das umgebende Universum fest im Reihen-Hintergrund verankert ist.

Falkes Figuren sind selten sympathisch und auch seine Besatzung der Scardanelli enthält keine Lichtgestalten der Raumfahrt. Der Kapitän ist ein Säufer, sprunghaft und cholerisch, sein Stellvertreter ein aalglatter Schönling, hinzu kommen noch ein perverser Techniker, ein intriganter Gierschlund, eine Hondh-Gläubige, ein fetter Faulsack, eine drogensüchtige Technikerin mit Minderwertigkeitskomplexen und als Zugabe, der unbeleckte Neuling. Es ist eine Zutatenliste für eine typische Piraten-Story und tatsächlich taucht auch schon bald der geheimnisvolle Schatz in Form eines Artefakts auf, ein riesiger Kristall von hyperwertvollem Exonium, jenem seltenen Material, das für KIs so wichtig ist.

Der Kapitän bekam den Tipp zu diesem Schatz auf seltsamen Wegen und manipulierte Schiff und Besatzung, um ihn zu erreichen, fernab aller Schifffahrtsrouten. Kein Wunder, dass es gehörig kriselt an Bord. Nachdem der erste Verrat aufgedeckt ist, bilden sich schnell zwei Lager, zwischen Disziplin und blinder Gier. Falke setzt das stimmungsvoll in Szene, geizt nicht mit Gewalt und Finten, derben Sprüchen und dreckigen Spanten.

Diesem Konflikt opfert Falke einige Konsistenzen in technischer Hinsicht. So gibt es zwar Geräte, die allerlei Dinge beliebig herstellen können und auch technischen Sachverstand ist vorhanden, diese einzusetzen. Am schlechten Gesamtzustand des Schiffes ändert dies jedoch nichts. Hier gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen den beschriebenen Möglichkeiten und ihrer Verwendung. Auch die Motive der Figuren sind nicht ganz in sich schlüssig, da ihr Handeln dem oft im Wege steht. Hier türmen sich Probleme auf, die künstlich aufgesetzt wirken.

 

Der Reihen-Bezug findet sich eher in den Details. So vertieft Falke die Beschreibungen zum Navigieren im Menger-Raum und die Auswirkungen auf den Navigator, als physisch mit dem Schiff verbundenem Wesen. Hier gelingt ihm ein Vertiefung des Verständnisses für Technik und Verwendung.

Angedeutet wird zudem eine mögliche Verbindung zwischen Artefakt und Expansion, die garantiert noch von Bedeutung sein wird.

LeserInnen des Vorgängerbandes Das Haus der blauen Asche von Niklas Peinecke könnte die Ähnlichkeiten in den Plots auffallen, was zumindest editionstechnisch nicht ganz geschickt sein mag. Andererseits sind die Unterschiede immer noch groß genug. Falkes Roman wird wohl auch keine Fortsetzung innerhalb des D9E-Universums nach sich ziehen, im Gegensatz zu dem von Peinecke.

Fans von Falkes Enthymesis-Universums werden aber raffinierte Querverbindungen bemerken. Glücklicherweise konzentriert Falke seine Handlung und kommt ohne die manchmal bei ihm zu findenden Längen beim Beschreiben technischer und landschaftlicher Details aus.

 

Das Cover von Herausgeber Ernst Wurdack bedient sich eines gängigen Cover-Motivs, das nur vage und mit sehr gutem Willen als buchbezogen bezeichnet werden kann, so hübsch es auch aussieht.

 

Nach drei Bänden D9E bleibt die Reihe immer noch die versprochene Innovationskraft schuldig. Zwar bietet sie unterhaltsame Science-Fiction in ansprechendem Gewand, aber eigentlich wollte man mehr. Aber vielleicht gelingt das ja Nadine Boos im nächsten Band.

 

Fazit:

Matthias Falke liefert in seinem Beitrag zum D9E-Universum eine dreckige Raumschiffsversion der Schatzinsel. Mit typischen Charakteren, Mord und Totschlag und dem bitter-zynischen Tonfall, den man von ihm gewohnt ist.

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Buch:

Kristall in fernem Himmel

Reihe: Die Neunte Expansion 3

Autor: Matthias Falke

Taschenbuch, 304 Seiten

Wurdack Verlag, 1. April 2014

Cover: Ernst Wurdack

 

ISBN-10: 3955560120

ISBN-13: 978-3955560126

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00JDSYJ7K

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Weitere Infos:

Serienguide:

D9E – Die neunte Expansion

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Erstellt: 07.04.2014, zuletzt aktualisiert: 11.04.2017 07:41