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Sterne in Asche von Uwe Post

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Bescheidene Wellen befeuchteten eine künstliche Insel im flachen See. Darauf ruhte der massive Fuß eines schlanken Turms, dessen Spitze den blassgrauen Himmel zu kitzeln schien. Vielstimmiges Flüstern geisterte sporadisch über die sandigen Stufen aufwärts, Opfer des Kamineffekts und trocken wie der Staub, dem der gleiche Weg bestimmt war. Die Spiralsäule der Heiligen bohrte ein Loch aus Glauben in die Wolken von Raptuul und wartete auf den Propheten des Untergangs. Die Galaxis in Anarchie: Sterne schrumpfen zu Ascheklumpen, andere vergehen vorzeitig in Supernovae, Planeten werden unbewohnbar. Und keiner kennt den Grund.

 

Rezension:

Romane von Uwe Post sind Achterbahnfahrten. Zu Beginn zuckelt man erwartungsfroh bergan mit nur geringer Vorstellung davon, was einen erwartet. Und dann stürzt man durch völlig überraschende Wendungen, stößt sich das Hirn an unzureichender Polsterung und erst kurz vor dem Ende weiß man wieder wo man ist, doch dann ist es auch schon vorbei. Hat man nun vor Jubel oder Angst geschrien?

 

Mit Sterne in Asche begibt sich Uwe Post erneut in ein völlig neues aber wieder kunterbuntes Universum.

Ein im ganzen Sternenhaufen bekannter Cybersportler spielt ein Pflichtspiel der aktuellen Meisterschaft auf einem Hinterwäldlerplaneten. An sich nichts Besonderes. Würden nicht die Sonnen der Gegend verlöschen und ganze Zivilisationen in die Anarchie stürzen. Kein Wunder also, dass die Weiterreise ins Wasser zu fallen scheint. Da die Einheimischen den Planeten nicht verlassen dürfen und auch überhaupt alles auf Untergang steht, hat auch die Belegschaft des Raumhafens kein Bock mehr auf Arbeit. Kommt ja eh keiner von hier weg.

Doch Ketz ist nicht allein! Die Emslerin Bwsoll, Fanclubvorsitzende und mit Körpertinte arbeitende Künstlerin eilt schon, ihn abzuholen, auf dass er neuen Siegen entgegen sehen kann.

Doch Ketz weiß davon leider nichts und nutzt die erstbeste Gelegenheit, den Planeten zu verlassen. Leider war es eher die erstschlechte.

So verfehlen sich nicht nur Bwsoll und Ketz, in einem Gefängniskloster muss ein alter Mönch mit Zahnschmerzen und einem neuen Novizen klarkommen, eine schwangere Stammesführerin entdeckt hinter dem Tod neues Wissen und dann gibt es da noch die gliedmaßenlose Modderin KonstitutionNull …

 

190 prall gefüllte Seiten über den Untergang einer weit entfernten Gegend irgendwo in dieser Galaxie, wo sich Religion noch als Handarbeit erweist und hinter jeder Ecke ein kleiner Kalauer lauern könnte. Und das erstaunliche an Uwe Posts abgefahrener Space Oper ist, dass man im Nachhinein erst erkennt, wer die eigentliche Hauptfigur ist und dass »Sterne in Asche« eigentlich eine tieftraurige und bitterböse Geschichte in seinem Herzen trägt. Egal wie beiläufig es eingewickelt wurde und wie witzig auch der Großteil der Handlungswindungen sind, Uwe Post sieht dahinter auch immer den Dreck. Er scheut sich nicht davor, seine Aliens lapidar Verbrechen begehen zu lassen, auch der Sex kommt nicht zu kurz, ausgefallen und anders, aber deutlich.

Gewürzt mit der gewohnten Liebe zu linguistisch raffiniert gedrechselten Namen und Bezeichnungen, eingepasst in fluffiger Sprache und schnellen Saltos von Trivia genannten Infoschnipseln zum Hintergrund. Die passen zwar nur selten an die Stellen wo sie stehen und verwirren zunächst, doch hinterher weiß man immer mehr.

Wünschenswert wäre jedoch eine bessere Kapiteltrennung. Ein weiterer Wunsch, den nach einer Fortsetzung, versprach der Autor bereits zu erfüllen und fürwahr, sein Asche-Universum könnte uns noch einiges an tiefgründigen Spaß bereiten. Langenoch!

 

Fazit

Uwe Post beweist mit »Sterne in Asche«, dass er sich weiterhin auf der Höhe seiner literarischen Schaffenskraft befindet. Eine Space Opera voller schräger Aliens, dem Sound einer guter alten Scheibenwelt-Geschichte und darin versteckt eine bittere Pille voller Düsternis. Schnapp dir eine Zisch Zitro und feiere den Untergang bis die Tinte aus deinem Feuchtanzug tropft! Das ist der Post-Space und wer weiß, wer hier schon gewesen ist und was er zurücklassen musste …

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Buch:

Sterne in Asche

Autor: Uwe Post

gebunden, 190 Seiten

Atlantis Verlag, 30. Oktober 2014

Cover: Mark Freier

 

ISBN-10: 3864022002

ISBN-13: 978-3864022005

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00P4AMZ8G

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 06.03.2015, zuletzt aktualisiert: 23.05.2017 19:44