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Zoo City von Lauren Beukes

Rezension von Christel Scheja

 

Lauren Beukes wurde 1976 in Johannesburg geboren. Heute arbeitet die südafrikanische Autorin als Journalistin und Autorin, verfasst unter anderem auch Romane und Drehbücher, wenn sie nicht gerade mit ihrer Familie zusammen in Kapstadt lebt. In Deutschland ist nun ihr aktueller Roman „Zoo City“ erschienen, eine Geschichte, die auch einen der beiden renommierten Science-Fiction-Preise, den Arthur-C.-Clarke-Award, gewann.

 

Zinzi December lebt in einem der verrufenen Vororte von Johannesburg. Weil sie schwere Schuld auf sich geladen hat, ist sie zu einer „Getierten“ geworden. Seither hat sich eijn Fautier an sie gehängt und begleitet sie auf Schritt und Tritt – als sichtbares Zeichen für die Last, die sie auf sich geladen hat.

Zudem besitzt sie seither eine besondere magische Gabe, die Fluch und Segen zugleich sein kann. Sie ist in der Lage verlorene Dinge wieder zu finden. Das kann eine Geldbörse sein, oder ein unscheinbares kleines Schmuckstück, aber ist sie auch in der Lage, Menschen, die mit anderen Mitteln nicht zu finden sind, aufzuspüren?

Die Polizei hat sich ihrer Fähigkeiten schon mehrfach bedient, was Zinzi immerhin etwas Geld in die Tasche und zumindest einen Stein im Brett bei den Behörden gebracht hat.

Doch nun kommt eine große Bewährungsprobe auf sie zu, denn die junge Sängerin Songweza, ein aufstrebender Stern am Pophimmel ist schon eine ganze Weile verschwunden und die Polizei bittet Zinzi nun darum, sich doch einmal mit ihrer Gabe nach dem Mädchen umzusehen.

Tatsächlich schlagen die Sinne der jungen Frau an und sie macht sich auf die Suche nach der Verschollenen, nicht ahnend, dass sie diese in die Abgründe von Johannesburg – sprichwörtlich auch in die Kanalisation führt.

 

Zwar gibt es magische Elemente in der Geschichte – der afrikanische Schamanismus ist ebenso vorhanden wie die Kraft magischer Tiergeister, die für die Heldin und damit auch den Leser sichtbar geworden sind – aber sie spielen nur eine untergeordnete Rolle in der eigentlichen Handlung. Zinzi kann anhand der Wesen, die sich an die Menschen geklammert haben durchaus erkennen, was sie mit sich herumtragen, nutzt das aber eher auf herkömmliche Art und Weise.

In „Zoo City“ nutzt die Autorin ihr als Journalistin gesammeltes Wissen um die gesellschaftlichen Zustände in Südafrika, speziell in Johannesburg. Sie zeigt, wie vernetzt und miteinander verwoben das Verbrechen in den großen Städten ist und garniert das ganze mit einem ordentlichen Schuss Gesellschaftskritik. Denn auch wenn die Gesetze anderes sagen mögen – viele althergebrachte Vorstellungen über schwarz und weiß, arm und reich sitzen immer noch fest in den Köpfen der Einheimischen fest.

Zinzi begegnet dem allem mit schwarzem Humor und Zynismus. Sie ist eine sympathische Protagonistin, eine lebendige Frau mit Ecken und Kanten, die man nicht nur durch die intensive Ich-Erzählung deutlich vor sich sehen kann.

Der Roman punktet daher weniger durch eine ausgefeilte Handlung als durch lebendige Begegnungen mit ebenso schrägen, kauzigen und normalen Menschen in einem Ambiente, das gleichzeitig vertraut und fremd zu sein scheint. Der Krimi ist ebenfalls überschaubar, wird aber abwechslungsreich erzählt, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

Alles in allem gehört „Zoo City“ zu den ambitionierteren phantastischen Romanen, in denen die Magie zwar zum Ambiente gehört, aber nicht im Vordergrund steht. Der Thriller ist daher auch für die Leser interessant, die eher Gesellschaftskritik in einen spannenden, ja sogar zynischen, Krimi verpackt mögen und weniger für die Leser, die vor allem auf die besonderen Fantasy-Elemente setzen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Zoo City

Autorin: Lauren Beukes

Taschenbuch, 365 Seiten

rowohlt polaris, Dezember 2014

Übersetzerin: Judith Reker

 

ISBN-10: 3499259680

ISBN-13: 978-3499259685

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00KPNAVRE

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 10.04.2015, zuletzt aktualisiert: 26.05.2019 21:20