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Der brennende Rabe von Guido Krain

Reihe: O.R.I.O.N. Space Opera Band 2

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Erforschung des Unbekannten ist manchmal nur eine Reise ins eigene Selbst mit lebensgefährlichen Mitteln. Kaum hat die Eos den bekannten Teil der Galaxis hinter sich gelassen, fängt sie ein über 200 Jahre altes Notsignal auf. Der Hilferuf ist offensichtlich menschlich. Doch stammt er aus einer Zeit, in der die Menschheit noch Jahrhunderte gebraucht hätte, um die Abgründe zwischen den Sternen zu überwinden. Der Ursprung des Signals liegt aber in einer Ecke der Milchstraße, die noch heute völlig unbekannt ist. Welcher Forscher könnte einer solchen Herausforderung widerstehen?

 

Rezension:

Nach dem Vorstellungsband Funken der Unendlichkeit muss O.R.I.O.N.-Mastermind Guido Krain nun im ersten Solo-Abenter der Eos-Crew beweisen, was in ihnen steckt.

Ein uraltes Notsignal veranlasst Kapitän Cody Callahan seine Eos in ein unbekanntes Sternensystem springen zu lassen. Doch am Ende des Sprunges ist jegliche 5D-Technik ausgefallen und auch sonst sind alle während des Sprunges aktivierten technischen Geräte in einem üblen Zustand.

Zum Glück gelang es einer Notautomatik, die Reaktionsmasse des Fusionsreaktors rechtzeitig auszuwerfen. Die Antimateriewolke verfolgt nun das Schiff, was ein Langsamerwerden wenig ratsam erscheinen lässt. Auch sonst gibt es einige Probleme, ausgefallene Implantate, fehlende Wartungsroboter und vor der Nase eine menschliche Kolonie aus längst vergessenen Tagen.

Zum Glück befand sich die Daisychain, als einziges Beiboot, im deaktivierten Zustand während des Katastrophensprunges und so kann der übelllaunige Kommandant des Schiffes, Major Zefter, beweisen, dass er der beste allen Kapitäne ist.

An Bord: Polaris und Lorn Chambers.

Doch die Inkompetenz des Majors bringt die Erkundungsmission der Daisychain bald in schreckliche Gefahren …

 

Krain gelingt es mühelos, den spritzigen Ton aus Zombie auf Kartoffel fortzuführen. Die Szenen mit Pali und Lorn stecken voller Witz und Situationskomik, gespickt mit Erotik, typischen Missverständnissen zwischen Mann und Frau und einer sich langsam ausweitenden Freundschaft. Auch in anderen Handlungsebenen beweist Krain komödiantisches Geschick, bis hin zum Makabren. Fast fließend sind die Übergänge von Komödie zur Tragödie und so stark auch das Gefühl ist, dass Krain seine sorgfältig ausgearbeiteten Figuren wirklich mag, kann man sich ihres Überlebens nicht sicher sein.

Der lockere Umgangston und die vielen sexuellen Anspielungen bringen tatsächlich Schwung in das etwas ausgelutschte Genre Space Opera. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob Krain damit Fans überzeugen kann.

Eine weitere Zuspitzung des Gewohnten bietet er mit der Inkompetenz des Beibootkommandanten. Fast möchte man meinen, dass der Autor hier eine Figur gehörig mobbt. Denn was Major Zefter alles falsch macht, in wieviele Fettnäpchen er tritt und treten darf, geht auf keine Kuhhaut und verlässt schon recht deutlich das realistisch wirkende Maß.

Die Frage ist, ob Guido Krain hier einfach nur aus Temperamentüberschwang zu weit hinausritt oder ob er mit Absicht die Karikatur eines fehlbesetzten Vorgesetzen schaffen wollte.

Die tragischen Auswirkungen seiner Fehlentscheidungen wirken dadurch auf jeden Fall noch übler.

 

Und damit kommen wir zu eigentlichen Handlung, denn obwohl die Figuren-Beziehungen einen sehr großen Raum einnehmen, bietet Krain auch noch ein typisches Weltraumabenteuer. Eine geheimnisvolle Flora, eine verlassene Kolonie, rätselhafte Ereignisse, außerirdische Technik und gruselige Überraschungen bringen die bunte Figurenmischung gehörig ins Schwitzen, Fluchen und Heulen. Außerdem sollte man Sex-Droiden in der Prägephase nie alleine lassen.

Zu guter Letzt gibt es noch einige fiese Cliffhanger, doch es stand ja schon vorher fest, dass »Der brennende Rabe« mit Das Herz des Kriegers fortgesetzt wird. Leider erst im Oktober.

 

Fortgesetzt wurde auch, wie angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Zeichner Shikomo, der wieder vor allem recht düstere Illustrationen der Geschehnisse lieferte. Leider ist das Papier der farbigen Bilder extrem faserig, sodass einige Details der dunklen Bilder überlagert werden. Den Unterschied sieht am leuchtenden Cover.

 

Fazit:

»Der brennende Rabe« von Guido Krain ist eine furiose und über weite Strecken hochgradig lustige Fortsetzung und für einen zweiten Band mehr als gelungen. Ganz besonders das schräge Pärchen Pali und Lorn könnte sich schnell eine eigene Fangemeinde erobern. Eine vergnügliche Politur für die alte Tante Space Opera.

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Buch:

Der brennende Rabe von Guido Krain

Der brennende Rabe

Reihe: O.R.I.O.N. Space Opera 2

Autor: Guido Krain

Cover und Illustrationen: Shikomo

Gebundene Ausgabe: 264 Seiten

Arunya-Verlag; Mai 2015

 

ISBN-10: 3958100031

ISBN-13: 978-3958100039

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00YPDTJMI

 

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Weitere Infos:

Serienguide:

O.R.I.O.N. Space Opera

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Erstellt: 08.06.2015, zuletzt aktualisiert: 23.05.2017 19:29