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Christian von Aster im Otherland am 11.09.2015

von Ralf Steinberg

 

Gleich mit drei Premierenlesungen in Saarbrücken, Leipzig und Berlin feierte Christian von Aster das Erscheinen seines Fantasy-Romanes Das eherne Buch. Letzter Veranstaltungsort dieser von Christian Tremiere getauften Eventkette war das Berliner Otherland, wo man seine Bücher schon kaufen konnte, bevor es Bücher von ihm überhaupt gab.

Lesung im Otherland!
Lesung im Otherland!
Jakob Schmidt und Wolfgang Tress von der Otherland-Crew
Jakob Schmidt und Wolfgang Tress von der Otherland-Crew

Etliche Jahre später, gestählt durch das harte Lesebühnenleben im StirnhinterZimmer, präsentiert sich Christian als charmanter und unaufgeregter Unterhalter.

 

Die Otherlandcrew konnte daher auch wenig mehr tun, als den Stargast anzukündigen und auf das umfangreiche, käufliche Schaffen des Autors zu verweisen.

 

Christian begann sogleich mit einer groben Einschätzung seines Buches. So amüsierte ihn die Vermutung eines Lesers 80 Seiten vor Ende, ein Happyend könne das Werk beschließen.

 

»Man braucht nicht viele Seiten, um diese Perspektive zu ändern!«


Das eherne Buch
Das eherne Buch

Das eherne Buch ist das zweite Werk neben Der letzte Schattenschnitzer, welches Christian bei Klett-Cotta unterbringen konnte.

Er und Tolkien seien jetzt dicke Kumpel scherzte er.

 

Das Otherland ist für ihn ein besonderer Platz, weil hier seine ersten selbstgedruckten Bücher standen, nicht zuletzt Dank des Wirkens des jungen Boris Koch.


Der literarische Hedonist
Der literarische Hedonist

Christan bezeichnet sich selbst als literarischer Hedonist weil er immer Dinge mache, auf die er Lust habe.

 

»Ich betrachte Sprache als einen Spielplatz und spiele auch gerne an den Geräten, wo andere Kinder sich nicht rantrauen.


Die Lesung bestand aus zwei Teilen. Zunächst las Christian mit großer Stimmengewalt aus dem »Ehernen Buch« vor. Es handelt sich um ein abgeschlossenes Werk und spielt in einer typisch mittelalterlichen Fantasywelt, » … deren Fantasyaspekt überhaupt nicht weit von der Realität entfernt ist. Eine Welt, in der Krieg herrscht seit Menschengedenken. Das Wort Frieden ist beinahe undenkbar geworden. Die Gründe für diesen Krieg, der sehr viele Fassetten hat, sind niemanden mehr bekannt und jeder hat seinen Platz darin gefunden.«

Leseprofi von Aster
Leseprofi von Aster

Im Prolog geht es gleich heftig zur Sache. Während die Schlacht vor dem Beginn endet, weil sich die angegriffene Stadt ergibt, muss sich der Anführer des Heeres mit Verrat auseinandersetzen und dem Zeichen einer Familie, die man ausgerottet glaubte: die Keiler.

Diese Ereignisse beeinflussen das Leben von Jaarn, der schon seit seiner Geburt in einem Kloster lebt und das Leben außerhalb der Mauern nicht kennt. Plötzlich aber meldet sich sein Vater, überhäuft ihn mit extrem wichtigen Artefakten, dann wird er entführt und recht unsanft aus der Stadt geschafft. Gerade noch vom Mönch zum Prinzen geworden, ist Jaarn nun knapp dem Tode entronnen auf der Flucht …

 

Neben dem jugendlichen Protagonisten gibt es noch einige weitere Figuren, deren Beschreibungen sehr verführerisch klangen.

 

Bevor es dann literaturpolitisch engagiert wurde, wies Christian noch darauf hin, dass Lesungen im Otherland für ihn immer finanziell schwierig seien, da er stets mehr Geld ausgebe, als man ihm zahlen könnte. Diese perfide Honorartechnik beherrscht nur noch Büchers Best in Dresden.

Perfide Buchhändler im Einsatz
Perfide Buchhändler im Einsatz

»Immer wenn ich dann komme und am Ende meine Gage abholen will, reicht mir der Buchhändler einen Korb: Ich habe da mal etwas vorbereitet. Und das ist ein Korb der ständig zu besagtem Ergebnis führt.

Hier schafft man gar keinen Korb, sondern informiert sich über meine psychologischen Eigenheiten, wie ich mich im Buchladen zu bewegen pflege, und postiert an den entscheidenden Stellen Bücher, die mich ebenfalls interessieren könnten. Ich persönlich finde das niederträchtig, bösartig und freu mich, wieder zu kommen!«

Wundermilitanter Kämpfer
Wundermilitanter Kämpfer
Das Logo der Wunderlandmiliz
Das Logo der Wunderlandmiliz

Im zweiten Teil verlas Christian ein leidenschaftliches Manifest zur Rettung der Fantasie und bat um Unterstützung seiner Wunderlandmiliz.

 

DIE GENTRIFIZIERUNG DES WUNDERLANDES

oder

ich will nicht alles kaufen müssen, was ihr denkt, das ich mir vorstellen können soll


Hinter der Wunderlandmiliz verbirgt sich eine Facebook-Gruppe, ihr müsst also dort angemeldet sein, um dem Link folgen zu können. Die Wunderlandmiliz möchte, so der Plan, alternative Phantastik empfehlen.


Christian, ganz gespannt auf Fragen
Christian, ganz gespannt auf Fragen

Im Frageteil überbrückte Christian die anbrechende Stille durch munteres Geplauder solange, bis die Fragen aufkamen. Es ging um die Entscheidung für High-Fantasy, Überzwerge und die friedliche Koexistenz von Markus Heitz.

 

»Das eherne Buch«, verriet Christian auf die Frage, warum man überhaupt Fantasy heute noch lesen solle, sei – so Rezensenten – gar keine Fantasy, denn » … die Parabelqualität sei an einigen Stellen deutlich zu erkennen.«


»Was ich an Fantasy schätze ist, dass alles möglich ist. Das ist eben die Stärke und die Schwäche. Ich bin ja eh als literarischer Hedonist der Phantastik an sich zugetan in all ihren Spielarten, von der Groteske über den Horror bis sonstwohin. Aber die Tatsache, dass alles möglich ist, ist gleich ebenso Stärke wie Schwäche. Wenn sich ein intelligenter, andersdenkender Autor, oder nur ein andersdenkender Autor – das reicht mitunter schon, einer Sache annimmt, kommt dabei ein interessantes Buch raus.

Gleichzeitig ist es aber in der Fantasy auch so, dass Dreiviertel der Fantasy nur Vorurteile bestätigen, die Leute gerne lesen wollen. Also wie es sich mit Elfen und Zwergen so verhält.

Ich glaube, ich habe das nach drei Bücher verstanden, aber es gibt mehr – habe ich mir sagen lassen.«


Was natürlich nicht heißen soll, Christian von Aster hätte etwas gegen Zwerge oder handelsübliche Fantasy, im Gegenteil: »Ich liebe Fantasy!«


Nur echt mit Christians Unterschrift
Nur echt mit Christians Unterschrift

Zur Signierhalbstunde hätte man sich auch einen Hesse-Band signieren lassen können, oder das Kamasutra.

Jedoch blieb es bei von Aster-Werken.

 

Und davon gibt es ja bereits eine fast unüberschaubare Menge.

 

Das nächste Buch kommt bestimmt und garantiert zieht Christian von Aster dann wieder etwas ganz phantastisches aus dem phantastischen Hut.

Bis zum nächsten Mal!
Bis zum nächsten Mal!

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Eure Meinung:

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Ralf
Dienstag, 15. September 2015 23:22 Uhr
Danke! Ich werds auf jeden Fall lesen und hier besprechen. Bin schon sehr gespannt!

Yip
Dienstag, 15. September 2015 22:06 Uhr
Tolle Besprechung! Und Danke für die Bilder... Überlege ernsthaft in diesem Jahr NOCH ein dt. Buch zu versuchen - jenes oben rechts auf der Seite...

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Buch:

Das eherne Buch

Autor: Christian von Aster

Taschenbuch, 347 Seiten

Klett-Cotta, 22. August 2015

Cover: Birgit Gitschier

Illustration: Helmut »Poul« Dohle

 

ISBN-10: 3608939342

ISBN-13: 978-3608939347

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00X5FY6ZW

 

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Erstellt: 14.09.2015, zuletzt aktualisiert: 16.10.2019 13:19