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Feuerrot von Nina Blazon

Rezension von Christel Scheja

 

Nina Blazon hat ihren Platz in der deutschen Verlagswelt gebunden. Die Autorin verfasst überwiegen Jugendbücher mit historischem oder phantastischen Inhalt, in dem mittlerweile immer junge Frauen eine wichtige Rolle spielen und gleichwertig an der Seite der Männer stehen.

 

Ravensburg im Jahr 1484. Die Stadt und das Umland haben schwere Zeiten hinter sich. Viele Menschen sind durch Missernten und die Pest verarmt, so auch Magdalenes Familie, so dass die Handwerkertochter gezwungen ist, als Magd in einem der großen Bürgerhäuser der Stadt zu arbeiten.

So bekommt sie durch Gäste einiges von der Welt und dem politischen Geschehen in der Stadt mit. Neben einem Gast aus Italien, dem schönen und redegewandten Lucio, ist auch ein seltsamer Mönch zu Besuch, der wilde und gefährliche Thesen vertritt. Er spricht von Hexen, die an dem Leid der letzten Jahre schuld sind, mit Flüchen Pest und Hunger über die Stadt gerufen haben und auch jetzt immer noch ihr Unwesen treiben, so seine Ansicht.

Seine fanatischen Worte fallen auf fruchtbaren Boden, denn schon bald nutzen einige das aus, um missliebige Nachbarn zu diskreditieren.

Auch das Mädchen und ihr Freund Martin, ein junger Schmied erleben das Geschehen hautnah mit und geraten in Gefahr, während an anderer Stelle lange geplante Intrigen ihren Lauf nehmen, die nur von einem durchschaut werden: Benno, dem Enkelsohn des mächtigen Kaufherrn Humpis …

 

Feuerrot beschäftigt sich mit den Anfängen der Hexenverfolgung, ist doch der Mönch der hinter allem steckt, kein anderer als Heinrich Kramer, der Autor des Hexenhammers. Anhand der Menschen, mit denen er es zu tun bekommt, verrät sie wie einfach es für einen Fanatiker ist, seine düstere Saat zu aussähen, Angst zu schüren und die dunkelsten Wesenszüge in den Menschen heraus zu lehren.

Arm oder Reich, gebildet oder unwissend, schon bald werden alle in die Hetze und den daraus resultierenden Gewalttaten hinein gerissen und nur wenige schaffen es, sich aus diesem Strudel zu befreien.

Helden sind eindeutig die Handwerkerstochter Magdalena, die aus einfachen Verhältnissen stammt, aber doch ein gutes Gespür hat, ihr Freund Martin, der in allem zu ihr steht, auch als sie unter den Verdacht fällt, eine Hexe zu sein. Und schließlich ist da auch noch der hochgebildete und kluge Benno, der selbst erst zu einem Gehilfen des selbsternannten Inquisitors wird, dann aber doch noch schafft, sich daraus zu befreien, denn es steckt noch mehr dahinter. Im Schatten des religiösen Wahns spielen sich auch noch Intrigen ab, die sich gewaschen haben.

Spannend und unterhaltsam, aber auch lebensnah und sehr feinfühlig schildert die Autorin das damalige Leben und die Mechanismen, mit denen so etwas wie die Hexenverfolgung entstehen kann. Dabei lässt sie die Gewalt außer acht – konzentriert sich ganz allein auf das, was Aberglaube und Wahn mit den Menschen anrichtet. Und natürlich gibt es auch ein Happy End – schließlich ist es ein Jugendroman. Auch schon Leserinnen ab zwölf oder dreizehn Jahren können ihren Spaß haben, spricht die Geschichte doch viele alltägliche Themen an und lässt auch eine Romanze nicht außer Acht.

 

Fazit:

»Feuerrot« ist ein lebendiger Mittelalterroman aus der Zeit der beginnenden Hexenverfolgung. Einfühlsam und lebensnah beschreibt Nina Blazon nicht nur, das Leben in der damaligen Zeit, sondern auch wie es dazu kommen konnte, dass unschuldige Frauen sterben mussten und viel leicht man selbst in den Verdacht geraten konnte.

 

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Feuerrot

Autorin: Nina Blazon

Ravensburger Verlag, Februar 2012

gebunden, 511 Seiten

 

ISBN-10: 3473401331

ISBN-13: 978-3473401338

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B017CHYMP2

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 16.12.2016, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59