The Simpsons

Reihe: Klassiker der Comicliteratur Bd. 12

Rezension von Christian Endres

 

Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie sind die wohl bekannteste Trickfilm-Familie unserer Zeit, wenn nicht sogar aller Zeiten. Seit fünfzehn Jahren flimmern sie und ihre teilweise kontroversen Abenteuer regelmäßig über die Bildschirme aller Herren Länder, wurden häufig prämiert und ausgezeichnet und dürften zudem wohl die (Animations-)Comedy-Sendung mit den meisten Gastauftritten prominenter Stars und Sternchen sein – denn von Wrestling-Ikone Bret Hart bis hin zu Ex- Präsident Bill Clinton, Schauspieler Mel Gibson und dem Außerirdischen Alf hat sich schon so ziemlich jeder Promi in der Serie mit einem Kurzauftritt verewigen dürfen – auch Alec Baldwin. Doch nicht nur die Fernseh-Episoden der Familie aus Springfield haben eine große Anhängerschaft, denn nicht minder beliebt als die Serie selbst sind ihre Ausflüge in das Medium der klassisch gedruckten Comics. Die FAZ nun widmet sich im zwölfen Band ihrer Klassiker der Comicliteratur ganz Matt Groenings ebenso vielseitiger wie humorvoller Schöpfung – den Simpsons ...

 

Egal ob nun der schwerreiche Atommogul Mister Burns die Kirche von Springfield sponsert und ihr seinen Stempel aufdrücken will, um damit die Bestsellerlisten zu stürmen, Familienvater Homer seinem Namensvetter aus dem alten Griechenland nacheifert und mit den bekannten Figuren aus dem Simpsons-Universum die griechische Mythologie aufs Korn nimmt oder wir in der Geschichte aus der deutschen Jubiläumsnummer #50 ins Innere von Bongo Comics, dem amerikanischen Verlagshaus der Simpsons und Futurama, schauen – immer ist viel Humor mit im Spiel. Mal haltloser Slapstick, mal ein zünftiger Running-Gag, mal aber auch einfach nur gute Situationskomik oder eine richtig gut durchdachte Pointe. Wenn die Simpsons eine Stärke haben, dann ist das vor allem ihre Vielseitigkeit und die Unbegrenztheit ihrer Möglichkeiten. Den Autoren ist einfach alles erlaubt, und manchmal kann man sich richtig vorstellen, wie sich die Verantwortlichen gegenseitig in den Konferenzen und Redaktionssitzungen hochschrauben. Der vorliegende Band nun gibt einen schönen Überblick über die Comichefte der Familie aus Springfield – im einzelnen sind es folgende Stories:

 

The Simpsons – Ruhmreiche Rächer geben keinen Rabatt!

The Simpsons – Ehre $ei Burn$ in der Höhe

The Simpsons – Homers Sagen

The Simpsons – Simpsons/Sideshow Sippen-Säbelrasseln

The Simpsons – Der Tag der Nerds

The Simpsons – Lachen ist die schlechteste Medizin

The Simpsons – ... Die Kammer der Schulakten!

The Simpsons – Was zusammengehört ...

The Simpsons – Radioactve Man und Fallout Boy in Der Fang des Tages

The Simpsons – Die 1001 Kostüme von Bartman

The Simpsons – Itchy & Scratchy in „Nur die Liebe quält“

The Simpsons – Krusty der Clown in „Krusty und seine Spießgesellen“

The Simpsons – Radioactive Man in Planet der Abart-Os

The Simpsons – Lisa Simpson in Die Unbestechliche

The Simpsons – ... Im Inneren von Bongo Comics!

 

Die optische Aufmachung des Bandes ist samt Eingliederung in das Reihen-Design wieder einmal wirklich hervorragend, und auch das diesmal wieder von Dietmar Dath verfasste Vorwort hat eine schön buntes Gewand mit vielen Bildern von Simpsons-Schöpfer Matt Groening verpasst bekommen und weiß auch inhaltlich zu gefallen. Die Verkleinerung der Seiten aus dem Heft- ins Taschenbuchformat haben die Simpsons ohne größere Schäden überstanden – sie lassen sich auch so noch sehr gut lesen. Lediglich die Papierqualität des 256 Seiten starken Bändchens lässt wieder etwas zu wünschen übrig, doch haftet dieser Schönheitsfehler der Reihe ja schon seit dem ersten Band an.

 

Fazit: Manchmal muss man sich einfach von seiner Voreingenommenheit verabschieden und einen Fehler eingestehen. Ich tue dies im Fall des zwölften Bandes der Klassiker der Comicliteratur auch ohne Scham. Ja, ich wollte die Simpsons als Eigenwerbung aus dem Hause Dino (Panini, mit der FAZ verantwortlich für diese Klassiker-Reihe) abstempeln und ging ziemlich befangen an den Band heran, zumal ich der Meinung war, dass die gelben Lebenskünstler aus Springfield einfach ins Fernsehen gehören. Falsch gedacht!, wie sich schon nach dem Lesen der ersten in diesem Band enthaltenen Geschichte heraus gestellt hat. Die Comics sind ebenso witzig und voller Anspielungen wie die TV-Serie, und der Simpsons-Humor funktioniert auch ohne Animation.

 

Durchwegs positiv überrascht und sichtlich eines besseren belehrt muss/darf ich also sagen, dass der vorliegende Band ein ziemlich starker ist und wieder einmal exemplarisch für die Vielfalt der von den Redakteuren des FAZ-Feuilleons betreuten Klassiker-Bibliothek steht, die hier einen äußerst modernen und durchaus noch als jung zu bezeichnenden Vertreter der Comicwelt ins Rennen schickt. Ob dessen Stellenwert schon für einen fundamentierten Klassiker-Anspruch genügt, muss ich mit einem klaren Jein beantworten, da besagter Stellenwert der Comics für mich deutlich unter dem der berühmten TV-Serie liegt. Da ich aber nicht von mir auf andere schließen möchte, die Simpsons tatsächlich Kult sind und wohl auch in zwanzig Jahren noch das heimische Wohnzimmer und die Comicsammlung unsicher machen werden, halte ich den Klassiker-Anspruch in diesem Fall für vertretbar.

 

Mir gefallen die Simpsons zwar nach wie vor am besten im TV, wenn auch noch Synchronisation und Musik mit einwirken, doch machen die verrückten Abenteuer und Geschichten der Springfielder auch in gedruckter Form gehörig Spaß und sind allemal einen Blick wert.

 

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zuletzt aktualisiert: 17.08.2020 17:41 | Users Online
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