Doctor Who – Der zweite Doktor: Kriegsspiele

Rezension von Christel Scheja

 

Als »Collectors Edition Mediabook« ist gerade eben erst das abschließende Abenteuer des zweiten Doktors bei Polyband erschienen, wenn auch zu einem stolzen Preis, der aber seinen Grund hat. Mit Kriegsspiele wagt man es nun ein weiteres frisch synchronisiertes Abenteuer aus der klassischen Ära von Doctor Who zu veröffentlichen – das letzte Serial, das noch auf Schwarzweiß gedreht wurde.

 

Jamie, Zoe und der Doktor landen im Niemandsland, um sie herum Schüsse, Krater und Zerstörung. Ehe sie sich versehen landen sie in Gefangenschaft und werden einem britischen Kommandanten zugeführt, der sie zum Tode verurteilt.

Aber schon bald wird vor allem dem Doktor klar, dass hier etwas nicht stimmt, sie nicht auf der Erde sein können. Und tatsächlich stellt sich schon bald heraus, dass sie in die Hände von perfiden Aliens geraten sind, die Menschen aus verschiedenen Epochen von der Erde entführt haben und nun in kriegerischen Szenarien aufeinander hetzen.

Doch woher haben sie die Technologie, sich durch Raum und Zeit zu bewegen? Dieses und weitere Rätsel bringen den Doktor und seine Begleiter dazu, alles zu wagen und sie sind nicht die einzigen, die ahnen, dass hier nichts mit rechten Dingen zugeht …

 

Zehn Folgen a 30 min lang versucht »Kriegsspiele« den Zuschauer zu fesseln und mit einem Szenario in den Bann zu schlagen, dass so böse wie ernüchtert und aktueller denn je ist. Denn so martialisch man sich auch gibt – die Aussagen ist klar gegen den Krieg gerichtet, der Fokus liegt auf den Soldaten, die Menschen sind und nicht nur strategisches Material, das man opfert kann, was die Aliens allerdings anders sehen.

Deren Anführer, zeigen keine Gefühle und verfolgen einen Plan, der es in sich hat. Und sie haben einen Verbündeten, der gerade für den Doktor zu einer Herausforderung wird.

Man erlebt mit, dass die dreiste und schelmische Seite des Doktors langsam aber sicher Verzweiflung und Resignation weicht, denn er weiß irgendwann, dass die Ära der Freiheit ein Ende haben wird.

Bemerkenswert an diesem Serial ist auch, dass man erstmals die Timelords und ihre Macht kennenlernt, einen Einblick auf das Leben auf Gallifrey bekommt – und den Doktor ab da um so besser versteht.

Die Chemie zwischen dem Doktor und seinen Begleitern ist ausgezeichnet, gerade die Freundschaft mit Jamie ist so intensiv, dass man so etwas in der Serie nicht mehr wieder finden wird. Und Patrick Troughton gibt dem Doktor ein letztes Mal die Charakterzüge, die man gerade in New Who wiederfinden wird.

Die Handlung selbst ist zwar simpel gestrickt, die Gegenspieler wirken nur auf den ersten Blick schlicht gestaltet, haben aber auch mehr Facetten als man denkt und sind gerade wenn sie subtil vorgehen besonders gefährlich.

Bild und Ton sind natürlich dem Alter der Folge entsprechend, auch das Bonusmaterial auf der DVD kann sich sehen lassen. Das bereits von der BBC gelieferte wurde durch eine Grußbotschaft und ein Special aus dem Jubiläumsjahr ergänzt.

Das Tüpfelchen auf dem I ist wohl die Synchronisation, die nicht nur nah am Original bleibt oder den Ton richtig trifft, sondern auch mit ausgezeichneten Sprechern besetzt ist. Michael Schwarzmaier gibt dem zweiten Doktor übrigens wieder eine unverwechselbare Stimme und arbeitet hier die listigen Seiten des Timelords gekonnt heraus – er mag sich in dem Fall hinter der Maske eines leichtfertigen und gerissenen Landstreichers und Gauners verstecken, ist aber in diesem Serial niemals klarer als vorher, weil genau wann er klein beigeben muss, um zu retten, was er retten kann.

All das und auch die schöne Gestaltung des Mediabooks rechtfertigten durchaus den hohen Preis, musste doch Polyband die gesamten Kosten dafür und die neue Abmischung von Ton und Geräuschen auf eigenen Schultern stemmen.

 

Fazit:

»Doctor Who – Der zweite Doktor: Kriegsspiele« mag zwar vergleichsweise teuer sein, das Mediabook ist aber jeden Cent wert, gerade wenn man ein echter Fan ist. Denn es holt ein weiteres Stück der Kultserie nach Deutschland, erlaubt dem Zuschauer die Abenteuer der frühen Doktoren in einer ansprechenden Fassung und vor allem in deutscher Sprache zu genießen.

Der Inhalt des Serials ist aufgrund des Themas aktueller denn je und regt ein wenig zum Nachdenken an. Zugleich bekommt man als Fan des Doktors einen weiteren Hinweis, warum dieser die anderen Timelords absolut nicht leiden kann und ihnen auch in späteren Inkarnationen nur mit Sarkasmus begegnet.

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Eure Meinung:

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DVD:

Doctor Who – Der zweite Doktor: Kriegsspiele

Regisseure: David Maloney

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Umfang: 3 DVDs

FSK: 12

Polyband (WVG), 28. Juni 2019

Produktionsjahr: 1969

Spieldauer: 250 Minuten

 

ASIN: B07QMB51W9

 

Erhältlich bei: Amazon

 

DarstellerInnen:

  • Patrick Troughton
  • Frazer Hines
  • Wendy Padbury
  • Philip Madoc

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zuletzt aktualisiert: 11.07.2019 22:52 | Users Online
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