Das Brennende Buchstaben E-Book Event 2020

Bericht von Ralf Steinberg

 

Das E-Book Event der Brennenden Buchstaben ist ein fester Bestandteil im Literaturkalender und 2020 krisenfest wie nie. Abstandsregeln, Quarantänebeschränkungen und Schutzmasken wurden hier schon immer ein- und hochgehalten. Über vier Wochenenden im Mai bietet das Event die ganze Bandbreite phantastischer Literatur, wie immer in live in Second Life, in tollen, für jede Lesung extra angefertigten Bühnenbildern und per Radio Rote Dora auch per Stream für die ganze Welt.

 

Nur einen Port entfernt: Phantastik!
Nur einen Port entfernt: Phantastik!

Startpunkt ist Barloks Hafen, hier findet man sowohl das Programm, als auch Ports zu den Lesungen. Da nicht alle Lesungen terminlich passen, hier nun Berichte der besuchten Veranstaltungen.

 

Allan Joel Stark liest aus »Nomads – Neue Allianzen«

Allan Joel Stark liest aus »Nomads – Neue Allianzen«
Allan Joel Stark liest aus »Nomads – Neue Allianzen«

Die erste Lesung des Sonntagabends bestritt Allan Joel Stark mit rauer Stimme, die aber von einem Heuschnupfen verursacht wurde. Im Gespräch mit Thorsten Küper, der wieder den charmanten Gastgeber gab, bedauerte Allan den Ausfall so vieler Lesungen, etwa auf dem Perry-Rhodan-Con in Garching, aber diverser privater Lesungen und Events.

 

Aber er streamt nuch auch auf Facebook, scheitert jedoch immer ein bisschen am Bühnenbild, an der Event-Location. Das sei aber der Umzugssituation geschuldet und so könne er derzeit keinen intellektuellen Bücherschrank als Kulisse aufbauen.

 

Ein brennendes Wrack im Dschungel
Ein brennendes Wrack im Dschungel

Danach bat der Küperpunk um ein paar biographische Details. Allans erste Schreibversuche fanden auf auf Schulpapier statt, aber noch ohne größere Ambitionen.

 

Zunächst erscheinen einige Sachen bei Greenlight Press, dann Ikarus bei Atlantis und vieles im Selbstverlag. Aktuell zwei Serien, Nomads und Nomads-Legacy, die alle im Ascaroon-Universum spielen, wie unsere Galaxie bei den Aliens dort heißt.

 

Zur Lesung brachte er einen Ausschnitt aus Neue Allianzen mit, dem sechsten »Nomads«-Band.

Das Bühnenbild erschuf Barlok Barbosa.

Allans Avatar ganz in der Lesung vertieft.
Allans Avatar ganz in der Lesung vertieft.

Davis und Skorsky gehören zur menschlichen Garde des Akkato-Admirals Gorak. Im Dienst für die pferdeköpfigen Wesen geraten sie nach einem Absturz in ein actiongeladenes Dschungelabenteuer.

 

Das Kapitel zeigte die politischen Hintergründe der Serie auf und stellt die Protagonisten näher vor. Die beiden Menschen haben einen faustischen Pakt mit dem Admiral geschlossen. Gorak will die menschlichen Fähigkeiten ausnutzen, denn sie können deren Feinde, die Keymon spüren.

 

Stark ist eher in im Bereich der Space-Opera unterwegs. Seine Vorlieben sind Star Trek aus der Kindheit, dann kam Star Wars und Dune, dessen großer Fan er ist und das den Maßstab für politische Hintergründe festlegte.

Aber auch Kurzgeschichten sind ihm wichtig. Besonders eine Reihe bei Heyne fiel ihm da ein und hier an erster Stelle Stories von James Tiptree Jr.. In seinen eigenen Geschichten bevorzugt er den Twist ganz am Ende.

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Anja Bagus liest aus »Hund und Katz«

Anja Bagus liest aus »Hund und Katz«
Anja Bagus liest aus »Hund und Katz«

Nach dem wilden Space-Opera-Abenteuer konnten wir in ein gemütliches Steampunk-Hotel wechseln, ebenfalls von Barlok kreiert.

 

Bei Steampunk aus Deutschland denkt man inzwischen instant an Anja Bagus. Sie war schon oft Gast in Second Life und bestimmt ebenso oft mit Thorsten Küper zusammen auf realen Bühnen.

 

Darum haben sie auch schon gemeinsam aus »Hund und Katz« vorgelesen, was sie nun auch in der tollen Kulisse des Hotels Waldesruh zelebrieren wollten.

 

Das Æther-Mobil
Das Æther-Mobil

Ich bewunderte zunächst das tolle Æther-Mobil des Amtes für Ætherangelegenheiten in Baden Baden, in dessen Dienst Hund und Katz stehen. Die beiden Ermittler sind Æther-Veränderte und tatsächlich Hundemann und Katzendame. Es bereits die zweite Geschichte mit den beiden in Anjas Ætherwelt. In der Sammlung Die seltsamen Fälle von Hund und Katz finden sich insgesamt vier Kurzgeschichten.

 

Richtig gemüdelich
Richtig gemüdelich

Hund ist ein Mannhund, Typus Schäferhund, freundlich, kann aber auch scharf werden. Kein Werwolf, denn er verwandelt sich nicht. Katze ist erwartungsgemäß hübsch und elegant, jedoch mit der entsprechenden Rafinesse.

 

Wir erlebten eine szenische Lesung, quasi ein Live-Hörspiel des Geschichte Hexenring.

 

Marie-Louise Herbstblatt ist Milchverkäuferin und im Zweitjob Hexe. Sie lebt bescheiden und unauffällig, hört gut zu und besitzt Gespür für Æther in Verbindung mit einer großen Liebe zur Natur.

 

Die Bude war voll, kaum Mindestabstand!
Die Bude war voll, kaum Mindestabstand!

Hundmann Florian Weiterstätter und Katzenfrau Tannengrün ermitteln gegen den Zirkel der Hexe, dem etwas passiert zu sein scheint. Offenbar hatten Pilze bei einer Orgie der Bachanten eine wichtige Rolle gespielt …

 

Anja war schwer begeistert von Thorstens Lesung. Im Gespräch gaben sie zu, beide beide unter dem Ausfall der ganzen Cons zu leiden. Anja ist ja immer mit einem Buchstand dabei, mit Goodys, Cosplay-Fotos – auch ich hab sie schon auf diversen Veranstaltungen bewundern können.

 

Für die nahe Zukunft benannte Anja, zu Jadeträne Band 2 in Mache zu haben, aber auch zu »Hund und Katz« wird es eine Fortsetzung geben, ebenso wird Geisterfluch mit einer Novelle fortgesetzt.

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Galax Giordano liest aus »Erstkontakt«

Galax Giordano liest aus »Erstkontakt«
Galax Giordano liest aus »Erstkontakt«

Der zweite BBE-Abends begann tragisch, denn der Küper hatte Besuch von seinem Enkel und pünktlich zur ersten Lesung wurde dessen Lieblingssendung ausgeschaltet und er ins Bett gesteckt. Dabei hätte der Knirps bestimmt Spaß daran gehabt, wie Galax Giordano mit uns für einen Erstkontakt der aufgeregten Art durchs All flog.

 

Das Raumschiff wurde wie stets grandios von Barlok in Szene gesetzt.

Auf Patrouille …
Auf Patrouille …

Mit einem Mindestpuls von 180 erzählte er uns stolz von seiner Nominierung für den Kurd Laßwitz Preis mit dem dritten Band der Koloniewelten-Reihe, Ein Fremder unter Millionen. Jeder Roman der Reihe steht komplett für sich allein; verwendet eigene Figuren und spielt zu einer spezifischen Zeit an speziellen Schauplätzen – es kann maximal zu Gastauftritten von Personen kommen, die für die Reihe wichtig sind. Auch die Sub-Genres unterscheiden sich, von Krimi über Politthriller und Planetenabenteuer bis hin zur Space Opera.

 

Gargoylfan Galax
Gargoylfan Galax

Für seine Lesung brachte er Auszüge aus dem vierten Roman von geplant neun Romanen mit. Die Handlung repräsentiert eine Art Mittelalter in der Zukunft. Die USA hat dank Religion die Führung übernommen. Diese Entwicklung begann bereits 2370, zum Handlungszeitpunkt im Jahr 2203 sind Frauen rechtlose Dienerinnen, wie in The Handmaid’s Tale, Ähnlichkeiten damit seien aber unbeabsichtigt. In Summe also eine sehr konservative, dystopische Gesellschaft.

 

An Bord eines Patrouillenschiffes mit dem Auftrag, Flüchtlinge von der Erde abzufangen und zurückzuschicken, entwickelt sich durch eine besondere Begegnung ein Streit um die richtige Vorgehensweise. Ein christlicher Fanatiker offenbart dabei ein gewisses Humor-Potential, was Galax mit verschiedenen Stimmlagen der Figuren unterstrich.

 

Die Brücke hatte zu wenig Sessel …
Die Brücke hatte zu wenig Sessel …

Galax erzählte uns dann, dass das Zitat »Blasphemie: Tiere, die Menschen fressen!« auf Erlebnissen aus seiner Zeit in einer WG mit einem strengen Christen beruht.

 

Der Roman erscheint Ende Mai, momentan wird noch an der Kurzgeschichte gewerkelt, die in jedem Band den Hintergrund näher beleuchten soll. Bei modernphantastik ist er in der nächsten Novellen-Anthologie mit gut 150 Seiten dabei und bei p.machinery befinden sich zwei weitere Geschichten in der Pipeline.

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Erik R. Andara liest aus »Hotel Kummer«

Erik R. Andara liest aus »Hotel Kummer«
Erik R. Andara liest aus »Hotel Kummer«

Erik R. Andara ist ein Second-Life-Neuling, jedoch erkannte man ihn an seinem Avatar sofort, da er in real fast genauso aussieht, zumindest als ich ihn auf dem BuCon 2019 sah.

Das Bühnenbild von Barlok Barbosa dürfte allen Anwesenden schnell klar gemacht haben: Es wird düster!

 

Doch zunächst wollte Thorsten Küper von Erik wissen, ob er die aktuellen Lockerungen in Österreich gleich für einen Kaffeehausbesuch genutzt hätte und in der Tat, gab Erik zu, wäre er gestern gleich von einem zum anderen gezogen. Allerdings könne er da nur Lesen. Zum Schreiben bräuchte er absolute Stille. Womit Küper sofort eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen erkannte.

 

Erik wacht an Dorotheas Bett
Erik wacht an Dorotheas Bett

Die Aufmerksamkeit des seit 20 Jahren in Wien lebenden Autors gilt der dunklen Phantastik und der Weird Fiction. Davon zeugen auch seine beiden Texte. Die erste hat ihre Inspiration bei Edgar Allan Poe und die zweite geht in Richtung hardboiled Pulp, an Lovecraft angelehnt.

 

Wobei Poe für Erik mehr als Vorbild dient, Lovecraft eher als Genregröße und nicht als Autor, weil Lovercaft Rassist war und gegen talentiertere Zeitgenossen kämpfte.

 

In ihrer Finsternis ruhen ist eine Hommage und Paraphrase auf Ligea von Poe und ist erschienen in der Sammlung Hotel Kummer bei Nightrain. Der Ich-Erzähler pflegt die im Koma liegende Tochter einer reichen Familie, doch da ist auch Ligea, die Nachtreisende.

 

Gebannt lauschten wir der ruhigen Stimme
Gebannt lauschten wir der ruhigen Stimme

Erik verfügt über keine große Lese-Erfahrung, weil er das bisher scheute, jedoch besitzt er er eine eigene, sehr eindringliche Art des Sprechens, die ganz gruselig wunderbar zum unheimlichen Ton und Inhalt der Texte passt. Er sollte das unbedingt wiederholen!

 

Barlok schuf für die Lesung quasi eine Doppelkulisse. Auf der einen Seite das Bett von Dorothea und auf der anderen den Schreibtisch des Privatdetektivs, samt seinem eigenen Konterfeis an der Wand. So brauchten wir uns nur nach Erik richten, der zwischen den Texte die Seite des Raumes wechselte.

 

Nur Barloks Lächeln erhellte die Nacht
Nur Barloks Lächeln erhellte die Nacht

Die zweite Geschichte, Der tiefe Schlaf wird im Herbst bei Blitz eine Fortsetzung bekommen.

Katharina Wagenbach, Frau des Konsuls, gehört zu den maskierten Schlafenden und engagiert den Ich-Erzähler, die Geliebte ihres Mannes aufsuchen, eine Offenäugigen, und Beweise für den Ehebruch erbringen.

 

Auf seine nächsten Projekte angesprochen, erzählte Erik, dass sein zweiter Roman im Juni erscheinen wird und in der Jetztzeit spielt, aber das Leben nach dem Tod zum Thema haben wird. Es geht dabei um Musikfrequenzen und Teslas Idee, man verstehe das Universum, wenn man es als eine Reihe von Frequenzen versteht.

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Moewe Winkler präsentiert »What’s the time?«

Moewe Winkler präsentiert »What’s the time?«
Moewe Winkler präsentiert »What’s the time?«

Als Bonus-Event konnten wir nach der Lesung noch an der Kunstinstallation »What’s the time?« von Moewe Winkler teilnehmen.

 

Die Künstlerin erschien in einem coolen Raumanzug
Die Künstlerin erschien in einem coolen Raumanzug

In einer riesigen Halle befanden sich Drehscheiben, die das Publikum automatisch zum Mitlaufen zwangen. Zudem zeigten sich NPCs, die dynamisch voranschritten. Planetensysteme, Lichtbalken, Spiegeleier und ein treibender Sound untermalten die Zeithaftigkeit unserer Gegenwart.

 

Zeitloses Treiben
Zeitloses Treiben

Das Motto »What’s the time?« prangte zwischen den Objekten und wurde auch unter die Soundkulisse gemischt. Ein guter Moment, sich an den Rand zu setzen, Luft zu holen und das Treiben zu beobachten. Ein überraschender, aber sehr spannender Abschluss des Abends.

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Frederic Brake liest aus »Boregarde«

Frederic Brake liest aus »Boregarde«
Frederic Brake liest aus »Boregarde«

Das Sonntagabendprogramm eröffnete ein Stammgast und gestandener Leseprofi: Frederic Brake. Seine Auftritte in Second Life sind legendär und sein Gedächtnis phänomenal.

 

Mit »Boregarde« brachte er uns dieses Mal eine Figur mit, die in seinem Schaffen schon etliche Pfade bestritten hat. Als Kurzgeschichte, Held einer Dark Fantasy-Reihe und eines Hörspieles, das man kostenlos auf Youtube hören kann.

Corona-Zeit
Corona-Zeit

Miara Lubitsch verwandelte das Theater der Brennenden Buchstaben in eine Bar, die Anleihen an eine andere Geschichte aus Frederics Werk und sogar an die aktuelle Situation nahm. Leider stellte mein Second-Life-Viewer das besondere Kostüm seines Avatars nur als Nebelwolke dar.

 

Immer Abstand halten!
Immer Abstand halten!

Frederic berichtete stolz, dass er ein tolles Jubiläum fern konnte. Mit Eleonore erschien gerade seine 50. Veröffentlichung in unserer Fantasyguide-Anthologie Alles eine Frage des Stils. Aber er ist schon beim nächsten Projekt, noch streng geheim, die Ideen sprudeln aber nur so. Im Gegensatz zu früher ist die Frequenz seiner Veröffentlichungen gesunken, merkte er an, dafür aber konnte er die Qualität der Texte anheben.

 

Das Hörspielmanuskript war als Bindeglied gedacht zur nie realisierten zweiten Staffel von Schattenzeit und sollte das Drama von Band 6 der ersten aufbröseln.

 

Küper und die Nebelbrake
Küper und die Nebelbrake

Natürlich ließ es sich Thorsten Küper nicht nehmen, mitzuspielen und so erlebten wir ihn völlig enthemmt als Clownsdämon Astimagitus, während der von Frederic gesprochene Boregarde für den Vatikan Gerüchte über einen Werwolf verifizieren sollte und in seinen Mitteln auch vor der Folter netter Dämonen mit Weihwasser nicht zurückschreckte.

 

Auch in der zweiten Geschichte traf der alte Dämonenjäger auf den Diener der Unterwelt, was den Spaß für beide Sprecher und das begeisterte Publikum nur noch steigerte.

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Jan-Tobias Kitzel liest Short Stories

Jan-Tobias Kitzel liest Short Stories
Jan-Tobias Kitzel liest Short Stories

Auch Jan-Tobias Kitzel weilte schon oft zu Gast bei den Brennenden Buchstaben; er wohnte einst sogar selbst im Kreativdorf.

 

Seine aktuelle Kurzgeschichten-Sammlung ist noch nicht erschienen, da er noch daran arbeitet. Sie wird Aliens und andere Widrigkeiten heißen und voraussichtlich im Juli oder August das Licht der Welt erblicken. Die Storys sind weniger Cyberpunk, mehr schwarzhumorige Ereignisse mit kuriosem Ende, so der Autor.

 

Wollt Ihr erneut spielen?
Wollt Ihr erneut spielen?

Unschwer an Barloks Bühnenbild zu erkennen, handelte es sich beim ersten Text um Science-Fiction.

 

In DLC sitzt Paul in einem Mondrover und hat Rückenschmerzen. Seit zehn Stunden ist er unterwegs und lässt seinen Unmut an Aja, der KI, aus. Im Rahmen der 33. bemannten Mondmission soll er die dunkle Seite des Mondes erkunden.

 

Der Cyberpunk mit dem Schalk im eNacken
Der Cyberpunk mit dem Schalk im eNacken

Jan-Tobias las die KI herrlich lakonisch, was den Witz der Story gekonnt betonte.

 

Als der absolute Knaller des Abends aber erwies sich Ausgekuschelt.

 

Sophie, die 42., feiert ihren 5. Geburtstag mit ihren lebendigen Kuscheltierchen. Sie ist die harte Herrscherin ihres Kuscheltierreiches. Leider geschieht ein Unglück bei der Teeparty. Nashörnchen wurde mit Kirschlutschi vergiftet und Hasenmatz erstrahlt im Furor des Rechtschaffenen.

Meiner Meinung nach hat da jemand zu oft mit der Tochter Teeparty spielen müssen. Was Jan-Tobias im Nachgespräch auch zugab, allerdings hätte seine Tochter bisher keine Plüschtiere massakriert.

Ich habe Tränen gelacht.

 

»Aliens und andere Widrigkeiten« ist ein Pflichtkauf
»Aliens und andere Widrigkeiten« ist ein Pflichtkauf

Zum Abschluss kam noch Der beste Chef zum Zug.

 

Matthias muss zum Boss, im Großraumbüro, in den Glaskasten, doch seit kurzen hat er keine Angst mehr vor ihm, denn der Chef wirkt nicht nur wie ausgewechselt.

 

Er sollte beim Humor verbleiben, meinte der Küper und ein fröhliches Publikum stimmte ihm da von Herzen zu. Die Sammlung ist quasi schon gekauft.

 

Allerdings hat Jan-Tobias gerade keine Zeit zum Schreiben; als Abteilungsleiter ist sein Kopf abends leer, deshalb schafft er keine Romane, aber eben Kurzgeschichten. Das seien kürzere geistige Einheiten und so kommt er auf etwa eine im Monat. Aber sie bereiten ihm viel Spaß. Zwar hatte er mit dem Kurzroman Ceres One gute Erfahrungen gemacht, das war okay, aber 300/400 Seiten sind bei ihm auf absehbare Zeit nicht drin.

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Markus Heitkamp liest aus »Blutige Welten«

Markus Heitkamp liest aus »Blutige Welten«
Markus Heitkamp liest aus »Blutige Welten«

Im stilvollen Ambiente einer Tabledance-Bar erwartete uns am Samstag der Avatar von Markus Heitkamp und genoss das für ihn von Barlok Barbosa erschaffene Bühnenbild.

 

Markus lebt jetzt jetzt im Alten Land und begrüßte uns passend mit nordischem Akzent. Als Herausgeber machte er sich im letzten Jahr einen Namen mit der Anthologie German Kaiju, die ebenfalls wie jetzt Blutige Welten im Leseratten Verlag erschien und von Günther Kienle herausgegeben wurde.

Als Riesen-Godzilla-Fan hatte er sich zu Beginn seiner Autoren-Laufbahn umgesehen, was es zu diesem Thema in Deutschland gibt und als er nicht fündig wurde, beschloss er, es selbst zu machen. Allerdings dauerte es dann acht Jahre, bis die Sache stand.

 

Ein echtes Grummel-Häschen
Ein echtes Grummel-Häschen

Zum Herausgeben brachte ihn Wolfgang Schröder, der ihn als Co-Herausgeber für Phantastische Sportler engagierte. Und so fand er Gefallen am Herausgeben.

In einer kurzen Talkrunde mit Thorsten Küper gestand Markus ein, im Herzen ein Biker zu sein und seinem Führerschein hinterher zu trauen. Aber es gibt auch erfreuliches in seinem Leben. So gewann er letztes Jahr den Deutschen Phantastik Preis für die Kurzgeschichte Housten hat Probleme. Thorsten schaffte es trotz einer lustigen Facebook-Kampagne nicht auf die Shortlist, aber Markus erwähnte ihn zumindest als Ehrenpreisverdächtig in seiner Dankesrede zur Preisverleihung.

 

Anachron vom Radio Rote Dora spielte auf
Anachron vom Radio Rote Dora spielte auf

In der Anthologie P-Files, aus der seine Siegerstory stammte, ging es um Phönixe und da Markus es liebt, gegen den Strich zu schreiben, dreht sich seine Geschichte um einen suizidgefährdeten Wellensittich.

 

Showdown im GoGo-In sollte zunächst »Pokémon GoGo« heißen, was aus Rechtegründen dann aber zu einer Neufassung führte. So ist er denn auch nicht im Pokémon-Kostüm, sondern als Hase in Second Life erschienen. Ähnlichkeiten sind rein zufällig.

 

Das GoGo-In ist ganz klassisch in Hamburg angesiedelt. Nach dem Vulkanausbruch von 2031 fand ein partieller technischer Rückfall statt. Es gibt Warlords, Sektenführer – das ganze postapokalyptische Programm. Im Hamburg des Jahres 2038 steht fast die gesamte Reeperbahn unter Wasser, aber es gibt Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Mark G. Rummel kommt mit einem ganz speziellen Tauschmittel ins GoGo-Inn, denn er will Deutschland verlassen. Der Wirt besitzt einige künstliche Kreaturen aus Computerspielen, die er mit Neurodämpfer unter Kontrolle hält und kocht zudem sein eigenes Süppchen.

 

Der Küper zeigte vollen Einsatz
Der Küper zeigte vollen Einsatz

Im Anschluss las Markus den biographischen Text zu Stefan Cernohuby aus dem Anhang der »Blutigen Welten« vor, da diese Texte explizit dafür verfasst wurden. Stefan, der zweite Autor des Abends, war schon zugegen, da sie einen gemeinsamen Lesungsteil konzipiert hatten. So berichtete Stefan uns zunächst, wie er in die Antho kam: Günther Kienle schrieb ihm von einem kranken Buch, für das er gerade eine Facebook-Seite mache und er solle unbedingt mal vorbeischauen. SF, Fantasy, Horror, Splatter alles in einem Buch – Stefan hatte sofort eine Idee und die Antwort lautete: Das brauchen wir! Schreib’s fertig! Es gefiel dann auch dem Verleger und es wurde die krankeste Geschichte, die Stefan bisher verfasste: The Deniables.

 

Stefans Avatar gab sich todernst
Stefans Avatar gab sich todernst

Zusammen mit Markus las er aus der Geschichte vor, in der wir eine Söldnertruppe auf der Jagd nach einem flüchtigen Verbrecher kennenlernen, der da Harkonnen heißt. Wie zu erwarten bei dem Namen handelt es sich um ein sadistisches Scheusal mit edelsteinbesetzten Panzerhandschuhen.

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Stefan Cernohuby liest aus »Die neunte Expansion«

Stefan Cernohuby liest aus »Die neunte Expansion«
Stefan Cernohuby liest aus »Die neunte Expansion«

Nach den ganzen blutdurstigen Horrorszenarien freuten wir uns auf den Szenenwechsel, gab es doch endlich wieder ein Raumschiff zu bewundern, natürlich von Barlok erschaffen.

 

Stefan Cernohuby fand auch gleich seinen Platz darauf und sich mitten im Vorstellungsinterview von Thorsten Küper.

 

Wie Markus Heitkamp ist auch Stefan bei PAN aktiv, dem Phantastik-Autoren-Netzwerk, und sogar Vorstandsmitglied. Organisation liegt ihm als Projektmanager im Blut, was ihm auch als Herausgeber von phantastischen Anthologien zugutekommt. Beachtliche acht oder neun davon gehen inzwischen auf sein Konto.

 

Stefan auf der Monochrome
Stefan auf der Monochrome

Er ist 2008/2009 über die Geschichtenweber in die Szene gerauscht und merkte, es gibt viele Leute, die über Projekte reden, aber nicht umsetzen wollen. So kam es zur Herausgeberschaft der Steampunk-Anthologie Von Feuer und Dampf und er erkannte: Das kann so funktionieren und er macht’s immer noch gern.

 

Für heute brachte er uns Auszüge seines D9E-Romans mit. Die Reihe Die neunte Expansion war zunächst auf 24 Bände angelegt. Mit Der Loganische Krieg gibt es sogar eine neunteilige Heftromanreihe, die inzwischen auch in drei Sammelbänden erhältlich ist und die Vorgeschichte der neunten Expansion beleuchtet.

 

Platz für eine weitere Expansion
Platz für eine weitere Expansion

Verleger Ernst Wurdack fragte ihn, ob er nicht die diversen Handlungsfäden der Reihe in Band 21 zusammenführen könnte. Damit unterstützte er Mastermind Holger M. Pohl und bereitete das Finale vor.

 

Zur Einführung von Figuren und Hintergrund las er zunächst etwas aus dem neunten Band des Loganischen Krieges vor, dessen Handlungszeit 370 Jahre vor der Neunten Expansion liegt.

 

Sein D9E-Roman Die Geister der Vergangenheit setzt direkt an den Loganischen Krieg an. Shade findet ihr altes Schiff, die Monochrome, trifft dort auf ihr Backup und stellt ihm ihren Freund André vor. Einige Jahrzehnte später steckt dieser André in einem Androidenkörper und ist als Problemlöser unterwegs.

 

Dann tauchte in Stefans Lesestrom ein gewisser M. Marrak auf, der eine Agentur für diplomatische Helfer leitet und mit dem Titel seines neuen Werkes. Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit hadert. Stefan erklärte kurz, wie es zu diesem Gastauftritt kam und dass er natürlich die Erlaubnis von Michael Marrak besitzt. Es käme auch ein von Aster vor …

 

Bernhard Stäber brauchte Gandalf aus Norwegen mit
Bernhard Stäber brauchte Gandalf aus Norwegen mit

Aber weiter mit der Story: André hatte Shade nach seiner Umwandlung verlassen und kommt nun zurück, aber seine alte Freundin existiert nicht mehr, lediglich die KI erwartet ihn. Sie glauben, etwas gefunden zu haben, die Hondh aufzuhalten.

 

In einer weiteren Szene lernen wir die Nachkommen der Roboterzivilisation 1713 kennen, die von den Hondh ausgelöscht wurde. Doch ein Notfallprogramm schuf die 1714, noch intelligenter und besser als ihre Vorfahren. Der Protagonist, Columbus, trifft auf dem Planeten Amnesit andere Drohnen, die aber nicht mehr binär mit ihm reden wollen.

 

Dann kredenzte Stefan noch zwei weitere Szenen; genügend Anreize, um die Reihe endlich einmal weiter zu lesen.

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Markus Korb liest aus »Das rauende Wrack«

Markus Korb liest aus »Das rauende Wrack«
Markus Korb liest aus »Das rauende Wrack«

Den Sonntagabend läutete der Meister des Horrors, Markus K. Korb ein – so kann man sich nach dreizehn oder vierzehn Sammlungen mit düster-phantastischen Kurzgeschichten schon einmal nennen lassen. Seine Präferenzen sind klassisch Poe, Lovecraft und Bierce. Begonnen hat Markus aber zunächst einmal mit Fanfiction zu Captain Future.

 

Den Avatar für seine erste Lesung in Second Life benannte er nach seiner Barbaren-Figur aus der Shared-World-Serie Saramee, die er dadurch essentiell mitprägte und die natürlich eine Anspielung auf Crom aus Conan ist.

 

Barbar an Board
Barbar an Board

Der Lehrer für Deutsch und Geschichte berichtete vom Wandel der Phantastikbetrachtung, Sie war lange verpönt; in den 70ern Eskapismusvorwurf, aber seit den 80ern änderte sich das allmählich, etwa durch Vorlesungen über Kafka und man erkennt inzwischen das Genre als Quelle philosophischer Themen in einem etwas anderem Gewand.

 

Thorsten Küper sprach ihn auf seine aktuellen Projekte an, etwa die Corona-Konzerte. Markus hat als Kind Akkordeon gelernt und spielt auch noch andere Instrumente. die er in seinen zwei Bands als deren Sänger nicht unbedingt einsetzt. Die eine Band ist eine reine Lehrerrockband an seiner Schule für spezielle Events und vor paar Jahren Band gründete er eine Klassikrockband, die Stücke der Beatles, der Stones, CCR und seiner absoluten Lieblingsband Queen interpretiert.

 

Das raunende Wrack
Das raunende Wrack

Für den heutigen Abend brachte er Geschichten aus seiner aktuellen Sammlung Das raunende Wrack mit, an dessen Titel Barloks Bühnenbild erinnert.

 

Die erste Geschichte kannte ich bereits aus seiner BuCon-Lesung. Die eingemauerten Insassen eines verlassenen Gefängnisses haben sich mit ihrer Unfreiheit arrangiert und eine eigene Gesellschaft etabliert, doch einer von ihnen baut sich ein Fluggerät, um in die Freiheit zu entkommen.

 

Dieses Jahr noch ungwhamt: Die Zuhörenden
Dieses Jahr noch ungwhamt: Die Zuhörenden

Die nächste Geschichte entstand aus einem Spiel in den sozialen Medien, in dem es darum ging, Whams Weihnachtsklassiker nicht zu hören. Er war auch ganz gut dabei, bis ihn seine Frau per Sprachnachricht whamte und er in die Wham-Falle crashte. Auf FB schrieb jemand in dem Zusammenhang von »Lars Christmas« und so inspiriert, entstand die bitterböse Rachegeschichte.

 

Auch die abschließende Parabel über Fake-News kannte ich bereits. Das Fest für die glorreichen Wurmbezwinger wird von Lisbeth in Frage gestellt.

Markus’ Geschichten sind oft blutig, aber häufig auch mit dieser kleinen Moral am Ende ausgestattet, die den Pädagogen verrät.

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Ulf Fildebrandt liest aus »Finnurs Suche«

Ulf Fildebrandt liest aus »Finnurs Suche«
Ulf Fildebrandt liest aus »Finnurs Suche«

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zuletzt aktualisiert: 27.05.2020 21:13 | Users Online
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