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Das innere Licht von Arthur Machen

Hörspiel

Reihe: Gruselkabinett Folge 158

 

Rezension von Cronn

 

Marc Gruppe und Stephan Bosenius arbeiten in gewohnt regelmäßiger Weise an neuen Hörspielen, deren Inhalte klassischen Werken der Phantastik zuzuordnen sind. Mit Arthur Machen ist diesmal ein alter Bekannter mit dabei, der bereits mit dem Hörspiel Der gewaltige Gott Pan in der Reihe Gruselkabinett vertreten war.

Diesmal ist es die Geschichte Das innerste Licht, die von Marc Gruppe zu einem Hörspiel adaptiert wurde. Wie gelungen dies ausgefallen ist, soll die nachfolgende Kritik aufzeigen. Doch wie immer zunächst ein paar Worte zum Inhalt.

 

Verlagsinfo:

London, 1894: Was hat es mit dem Verschwinden der bildschönen Agnes Black auf sich, die angeblich Opfer eines Verbrechens wurde? Der Schriftsteller Dyson wittert eine spannende Geschichte und kommt einem teuflischen Seelenhandel auf die Spur …

 

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn das Hörspiel lebt zu einem großen Teil davon, dass die Atmosphäre des Ungewissen aufrecht erhalten wird und das Geheimnis erst gegen Ende aufgedeckt wird.

 

Kritik:

Arthur Machen war ein walisischer Schriftsteller, der von den Ideen Aleister Crowleys stark angetan war. Er schloss sich dem Orden des »Golden Dawn« an, einer okkulten Vereinigung, die mit magisch-sexuellen Praktiken die britische Gesellschaft empörte.

 

Dieser bizarr-sexuell-magische Unterton ist in vielen seiner Geschichten zu erspüren, so auch in »Das innerste Licht«. Aber dieser Subtext ist lediglich angedeutet und auch im Hörspiel nur an einer Stelle ganz knapp erfahrbar. Der Zuhörer muss sehr exakt aufpassen, dass er dies wahrnimmt und das ist eine Schwierigkeit der Adaption. Wo ein Leser recht einfach innehalten und nachlesen kann, ist der Zuhörer im Strom der Wörter und Sounds gefangen – ähnlich dem Betrachter eines Films, nur ohne die optische Komponente. Die wenigsten werden sofort stoppen und eine Passage nochmals anhören. Da empfiehlt es sich, das Hörspiel ein zweites Mal zu starten und genau hinzuhören, wo die Motivation des seltsamen Dr. Black liegt. Was im Dunkeln verbleibt, ist der Grund, warum seine Frau an den Praktiken teilnimmt.

 

Die Sprecher des Hörspiels sind wie immer sehr gut ausgewählt und machen ihre Sache hervorragend. Mit dabei sind: Claus Thull-Emden, Patrick Mölleken, Christoph Jablonka, Claudia Urbschat-Mingues, Tom Raczko, Marc Gruppe, Axel Lutter, Matthias Lühn, Edda Fischer, Philine Peters-Arnolds, Bert Stevens, Ursula Wüsthof und Carmen Schulte.

 

Fazit:

Mit »Das innerste Licht« legt Titania Medien ein Hörspiel vor, das auch ein klassisches Detektiv-Hörspiel sein könnte. Das phantastische Element kommt auch vor, ist allerdings zumeist versteckt. Erst gegen Ende wird es deutlicher. Allerdings ist nur einem sehr aufmerksamen Zuhörer die Motivation einer der Hauptfiguren erahnbar, vieles bleibt ungenannt und daher spekulativ. Wer damit zurecht kommt, erhält ein mysteriöses und über weite Strecken sehr atmosphärisches Hörspiel, das gelungen zu unterhalten weiß.

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Das innere Licht

Reihe: Gruselkabinett Folge 158

Original: The Inmost Light, 1926

Autor: Arthur Machen

Dauer: 55.57 Minuten

Umfang: 1 CD

Buch: Marc Gruppe

Produktion und Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe

Gemischt von: Kazuya c/o Bionic Beats

Mastering: Michael Schwabe, Monoposto

Cover-Illustration: Ertugrul Edirne

Layout: Doreen Enderlein

Titania Medien (Sony Music), 27. März 2020

 

ASIN: 378578158X

 

Erhältlich bei: Amazon

SprecherInnen:

  • Mr. Salisbury: Claus Thull-Emden
  • Mr. Dyson: Patrick Mölleken
  • Dr. Steven Black: Christoph Jablonka
  • Agnes Black: Claudia Urbschat-Mingues
  • Leichenbeschauer: Marc Gruppe
  • Dr. Hall: Tom Raczko
  • Gemischtwarenhändler: Axel Lutter
  • Sam: Matthias Lühn
  • Betty: Edda Fischer
  • Vermieterin: Philine Peters-Arnolds
  • Travers: Bert Stevens
  • Klatschweiber: Ursula Wüsthof und Carmen Schulte

Serienguide:

Alles zur Reihe Gruselkabinett

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.05.2020, zuletzt aktualisiert: 07.07.2020 18:57