Der Archivar von Mila Bagrat

Reihe: Magisches Deutschland Band 1

Rezension von Frank W. Werneburg

Klappentext:
Magische Abenteuer mitten in Deutschland?
Nein, unmöglich! Abenteuer passieren doch immer woanders! Dasselbe hat auch die zehnjährige Freya Weiden gedacht, als sie ihre erste Schulreise nach Berlin antrat – und dann geht alles schief, was nur schief gehen kann - sie wird von einem alptraumhaften im dichten Nebel verhüllten Monster namens Numerus bedroht und von den bildschönen aber unheimlichen Menschen, die sich Blender nennen, verfolgt. Dabei trifft sie den liebenswerten sprechenden Waschbären Björn, der ihr das Leben rettet und zu ihrem besten Freund wird (denn ein Freund ist ein Freund, klein, groß, flauschig – egal), sowie ihre eigene höchst ungewöhnliche Oma, von deren Existenz Freya gar nichts ahnte! Berlin steckt voller Rätsel und die Einzige, die sie alle lösen kann ist Freya. Der Wettlauf um die Zeit beginnt – schafft es Freya mit Björns Hilfe den Kampf gegen Numerus und seine Armee für sich zu entscheiden?
P.S. Du willst das auch wissen? Dann leg los!:)

Rezension:
Freya ist 10, als kurzfristig eine unerwartete Klassenfahrt nach Berlin organisiert wird. Als ihre Eltern sie zum Treffpunkt bringen, findet sie dort jedoch keinen ihrer Klassenkameraden vor. Doch ihre Eltern sich schon wieder weg. Da taucht aus einer Nebelschwade ein altertümlicher Bus auf, dessen Fahrer Freya erklärt, die anderen wären schon unterwegs und er solle sie abholen. Für das Mädchen beginnt ein großes Abenteuer.

Freya, die Protagonistin in Mila Bagrats Urban-Fantasy-Abenteuer ist recht jung. Trotzdem gelingt es der Autorin, eine interessante Story mit überraschend viel Tiefgang aufzubauen. Die wahren Zusammenhänge dieser ›1-Personen-Klassenfahrt‹ erschließen sich dem Leser dabei erst fast am Ende des Buches. Während die eigentliche Fantasy-Geschichte durchaus auch für Leser im Alter der Protagonistin geeignet sein dürfte – worauf nicht zuletzt auch Elemente wie der sprechende Waschbär Björn hindeuten –, dürften eingebettete Abschnitte über die Geschichte Berlins und Deutschlands für diese Altersstufe weniger geeignet sein. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass ein 10-jähriges Kind aus der südwestdeutschen Provinz heutzutage (schon vor den Erklärungen) näheres zur Berliner Mauer weiß? Aber auch für erwachsene Leser wirken diese (meist durch den Waschbären erfolgende) Erläuterungen eher wie ein Fremdkörper in der Urban-Fantasy-Story.

Der Schreibstil der Autorin (die keine deutsche Muttersprachlerin ist) wirkt gut lesbar, auch wenn ein paar ›Freiheiten‹ bei den Zeitformen auffallen. Ob der Spagat zwischen der kindgerechten Fantasy und (weniger kindgerechten) realen ›Geschichtsstunden‹ bei der eigentlichen Zielgruppe punkten kann, muss sich aber wohl noch herausstellen.

Fazit:
Diese junge Urban Fantasy bietet interessante Ideen. Die Verknüpfung mit der realen Geschichte wirkt allerdings recht holprig.

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zuletzt aktualisiert: 07.04.2021 20:21 | Users Online
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