Eine verborgene Welt von Larissa Kuczera

Reihe: In Secret Band 1

Rezension von Frank W. Werneburg

Klappentext:
Ich dachte, ich wäre ein ganz normales Mädchen, das manchmal etwas paranoid war. Jeden Tag sah ich Schatten in meiner Nähe, die sonst niemand sehen konnte. Ich wusste, dass es Personen waren, die sich jedoch vor mir versteckten, aber immer in meiner Nähe blieben. Ich konnte sie schon seit meiner Kindheit sehen, doch meist beachtete ich sie nicht weiter. Mein Vater wollte mir nicht erklären, wer sie waren, daher hatte ich irgendwann aufgehört nachzufragen. Eines Abends wurde ich plötzlich von Orks angegriffen und zu meiner Sicherheit in eine Welt gebracht, die vor den Menschen verborgen war. Ich erfuhr, dass ich eigentlich aus dieser Welt stammte, die Thúrinyel genannt wurde. Ich war nur bei den Menschen aufgewachsen, da es damals sicherer für mich gewesen war. Nun stellte sich mein ganzes Leben auf den Kopf. Wer erfuhr schon, dass er eigentlich eine Elbin war? Ich wurde in eine andere Welt gebracht, die ich nicht verstand. Ich musste alles hinter mir lassen, was ich kannte. Noch dazu stand diese Welt kurz vor einem Krieg.

Rezension:
Leyla lebt mit ihren Eltern ein normales Leben, auch wenn sie öfters das Gefühl hat, von seltsamen Schatten beobachtet zu werden. Als sie 16 ist, erfährt die jedoch, dass diese Schatten Elfen sind, die sie bewachen. Noch schlimmer: Sie selbst ist auch eine Elfe, die in der Menschenwelt versteckt wurde. Und ihre ›Eltern‹ sind gar nicht ihre Eltern, sondern – ebenfalls elfische – Beschützer. Doch jetzt haben die Feinde der Elfen, die Orks, sie entdeckt, sodass sie in die Elfenwelt zurückkehren soll. Dort eskaliert der Krieg zwischen Elfen und Orks.

Ein Protagonist, der sich selbst für völlig normal hält, erfährt plötzlich, dass er das nicht ist. So fangen viele Urban-Fantasy-Geschichten an. Larissa Kuczeras Story ist in dieser Hinsicht also in bester Gesellschaft. Leider erreicht dieses Buch allerdings nicht das Niveau diverser Werke ähnlicher Ausgangslage. Wieso das so ist, lässt sich kurz in 2 Punkten zusammenfassen: 1. Leyla (oder elfisch Leylan) ist eine Mary Sue wie aus dem Bilderbuch. 2. Die Handlung strotzt vor unlogischen Situationen.

Nehmen wir Punkt 1. Eine 16-jährige, die nie irgendein Kampftraining hatte, kommt innerhalb weniger Tage so gut mit Dolch, Schwert und Bogen zurecht, dass sie in kritischen Situationen besser und schneller als die erfahrenen Wachen des Königs reagiert. Der König beauftragt sie sogar in kürzester Zeit, auf seine beiden, etwa gleichaltrigen Kinder achtzugeben, die obendrein von klein an Kampftraining hatten. Dass Leylan sich in den Prinzen, den sie plötzlich beschützen soll, verliebt, ist da natürlich schon fast selbstverständlich. Dass der sich auch sofort in sie verliebt, auch. Obendrein zeigen sich bei ihr auch noch außergewöhnlich stark ausgeprägte Heilerfähigkeiten.

Der 2. Punkt zeigt sich genauso auffällig. Leylans leibliche Eltern sind hohe Beamte des Königs, die im innersten Palastbereich, der rund um die Uhr streng bewacht wird, leben. Wieso war ihre Tochter dann derart stark bedroht, dass sie zu ihrer Sicherheit in der Menschenwelt aufwachsen musste, während der Palast für den Prinzen und die Prinzessin – die natürlich sofort Leylans beste Freundin wird – sicher genug war? Dass das Mädchen praktisch über Nacht ein inniges Verhältnis zu ihren wahren Eltern aufbaut, kann man hier gleich mit aufzählen. Auf weitere Punkte möchte ich verzichten, weil diese zu stark spoilern würden.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Geschichte an sich ist durchaus lesbar. Mit dem Elfenreich, das von den Orks bedroht wird, bewegt sich die Autorin in guter Fantasy-Tradition. Auch stilistisch kann man dem in der Ich-Form der Protagonistin geschilderten Abenteuer etwas abgewinnen. Lediglich die oben genannten Punkte stören den Lesespaß doch erheblich.

Fazit:
Die an sich gute und tragfähige Story-Idee leidet leider stark unter der ausgeprägt Mary-Sue-artigen Protagonistin und Logiklücken.

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zuletzt aktualisiert: 18.07.2021 11:37 | Users Online
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