Things from the Flood von Simon Stålenhag

Rezension von Cronn

 

Als der erste Band von Simon Stålenhag unter dem Titel The Electric State bei Fischer-Tor erschien, wussten nur wenige von dem Ausnahmetalent aus Schweden. Aber mit diesem Titel erregte er nicht nur hierzulande große Aufmerksamkeit.

 

Nachdem Tales from the Loop von Netflix in eine Mini-Serie verwandelt wurde (und das mit großem Erfolg), scheint der Name Stålenhag in aller Munde zu sein, wenn es um anspruchsvolle Kunst in Verbindung mit Science Fiction alternativer Zeitläufe geht.

Nun ist Tales from the flood auf Deutsch erschienen und schreibt die Geschichte des Loop weiter. Erneut kommt das Buch beim renommierten Fischer-Verlag heraus, dort unter dem Tor-Label.

Verlagsinfo:
Der Loop ist stillgelegt. Der unterirdische Teilchenbeschleuniger, der einmal die Geheimnisse der Welt entschlüsseln sollte, gehört der Vergangenheit an. Mit den neunziger Jahren hält langsam, aber sicher der digitale Wandel Einzug, auch auf den schwedischen Mälarinseln.
Doch dann kommt die Flut: Das Wasser, das aus der Forschungseinrichtung dringt, spült Dinge an die Oberfläche, die besser nie das Licht der Sonne erblickt hätten.

Kritik:
Simon Stålenhag hat ein neues Subgenre-Format für uns neu erfunden: den bebilderten Kürzestgeschichtenbildband. Um Vorgänger dieser Form zu finden, muss man weit zurückgehen. Fündig wird man in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dieses Format von Simon Stålenhag erinnert u. a. an die im Condor-Verlag erschienenen Hefte von Stewart Cowley, bei dem ebenfalls die Gemälde im Vordergrund standen und der Text eine erklärende Funktion dazu einnahm. Im Gegensatz zu diesen »Bild- und Storymagazinen«, wie sie damals betitelt wurden, geht Simon Stålenhag einen dezidiert eigenen Weg, der stärker auf den bildenden Künstler zugeschnitten ist. Die Gemälde erzählen meist mehr die Geschichte als der Text.

Dieses Vorgehen ist über weite Strecken gelungen. Aber es dennoch gibt es Kritikpunkte hierbei. Nicht jedes Gemälde ist so detailliert ausgeführt, dass es zum intensiven Betrachten einlädt. Am besten gefallen diejenigen Seiten, in denen eine Harmonie zwischen Text und Bild gefunden wurde, etwa bei Der russische Teddy. Auch überzeugen großformatige Gemälde, die lediglich einen vorangestellten Text haben, wie bei Die Vagabunden. Hier bricht sich die Kraft der Bilder Bahn und als Betrachter kann man ausgehend vom Text seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Überhaupt funktioniert Simon Stålenhags Kunst über die Imaginationskraft der Leser. Im besten Fall wird sie sehr gelungen angeregt. Manchmal allerdings unterbleibt dies, was fairerweise gesagt nicht sehr oft geschieht.

Fazit:
»Things from the Flood« ist ein sehr gelungener Band, der größtenteils auf hervorragende Weise die Phantasie der Leser anregt, um die Einzeltexte mit Hilfe der gelungenen Gemälde Simon Stålenhags zu einem größeren Ganzen zu verbinden.

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zuletzt aktualisiert: 12.09.2021 20:41 | Users Online
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