Ghostseer von Nina MacKay

Reihe: Black Forest High Band 1
Hörbuch

Rezension von Frank W. Werneburg

Verlagsinfo:
Was, wenn die Auserwählte tot ist und du ihren Platz einnehmen musst?
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wo Geisterjäger, Exorzisten und Geistermedien zur Schule gehen? Auf die Black Forest High!
Seven hält den Rekord der am längsten außerhalb der Schule überlebenden Geistbegabten. Dadurch ist sie, seit sie zusammen mit ihrem Geisterfreund Remi die Schule betreten hat, bekannter als ein Geist mit zwei Köpfen. Was nicht nur bei den geheimnisvollen Zwillingen Parker und Crowe für Aufmerksamkeit sorgt. Und schnell bemerkt Seven, dass auf der Black Forest High so einiges nicht stimmt: Was steckt hinter der geheimen Arbeitsgruppe, von der niemand weiß, was sie tut oder wer ihr angehört? Weshalb halten es alle für normal, dass die Schule gutes Geld mit den Schülern verdient, die Geister austreiben und verschollene Testamente ausfindig machen? Warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Und weshalb scheinen es sämtliche Poltergeister, die von Sevens toter Schwester flüstern, auf sie abgesehen zu haben? Seven macht sich auf die Suche nach Antworten – gemeinsam mit ihren neuen Freunden und dem ein oder anderen nervigen Toten, der einfach nicht akzeptieren will, dass seine Zeit abgelaufen ist.

Rezension:
Seven(tina) lebt bei ihrer Tante. Ihr Vater verschwand vor ihrer Geburt, ihre Mutter sitzt im Gefängnis, weil sie den Mörder ihrer kleinen Schwester vor Gericht getötet hat. Sevens engster Vertrauter ist ein Geist, der seit Jahren versucht, sie zum Besuch eines Internats für Geistbegabte zu überreden. Erst als sie zufällig mitbekommt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrügt, entschließt sie sich jedoch zu dem Schritt. Mit ihren 17 Jahren ist sie deutlich über dem üblichen Alter für Neuzugänge. Doch nicht nur deshalb ist sie sofort eine Art Berühmtheit. Seit Jahrhunderten hat kein Geistbegabter es geschafft, solange ohne spezielle Ausbildung zu überleben. Das ist jedoch nicht das Einzige. Lehrer und Schüler machen Andeutungen über ihre Bedeutung, aber keiner verrät ihr die wirklichen Hintergründe.

Nina MacKays Auftakt einer jugendlichen Urban-Fantasy-Reihe macht es dem Leser nicht leicht. Die eindeutig an Harry Potter beziehungsweise Hogwarts angelehnte Story hat durchaus ihren eigenen Reiz, kann in manchen Punkten aber doch nicht ganz überzeugen. Viele der sich im Laufe der Handlung ansammelnden Fragen klären sich zwar am Ende des Bandes, überraschend viele bleiben aber auch noch offen. Hinzukommt, dass manches auch recht unlogisch wirkt. Im Rahmen einer Leserunde, in der ich dieses Hörbuch gehört habe, konnten beispielsweise auch die meisten der weiblichen Mitleser nicht nachvollziehen, welche Gefühle die Protagonistin für die Zwillingsbrüder Crowe und Parker entwickelt. Und wieso wird die verspätet mit ihrer Ausbildung beginnende Schülerin von Gleichaltrigen im Schnellgang in das ihr bisher entgangene praktische Wissen und Können eingeführt, statt sie mit den jüngeren, aber auf ihrem Wissensstand befindlichen Schülern zu trainieren? Und wieso wird der Standort der Schule im Reihentitel Black Forest High ausdrücklich betont, wenn der Schwarzwald handlungstechnisch keinerlei Rolle spielt?

Die Autorin erzählt die Abenteuer ihrer Protagonistin in der 1. Person. Allerdings wechselt der Erzählfokus stellenweise auch auf andere Charaktere. Dem trägt die aufwändige Hörbuch-Umsetzung durch den Einsatz entsprechend zahlreicher Sprecher – genau gesagt 5 – Rechnung. Allerdings kann die anspruchsvolle Hörbuchproduktion die inhaltlichen Schwächen natürlich nicht wettmachen, die den Lese- beziehungsweise Hörspaß doch etwas belasten.

Fazit:
Die interessante Idee hinter dieser Urban-Fantasy-Geschichte wird durch die schriftstellerische Umsetzung leider etwas beeinträchtigt.

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zuletzt aktualisiert: 19.11.2021 17:35 | Users Online
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