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Korona, die Kriegerin

Reihe: Die Kolkas Bd. 3

Rezension von Martina Klein

 

Mit den „Kolkas“ hat Holger Hofmann ein ganz eigenes Universum geschaffen, mit vielen unterschiedlichen Völkern, von denen die Kolkas selbst nur eines sind. Das ist ihm so gut gelungen, dass er für den ersten Band dieser Reihe 2000 in Erlangen mit dem Independent Comic Preis für den besten Funny ausgezeichnet worden ist. Diese vielen Völker und Figuren sind auch wirklich ganz grandios. Das „Who’s Who“ am Ende dieses hier nun vorliegenden dritten Bandes ist deshalb auch beinahe das beste am ganzen Buch. Besonders die Namen der einzelnen Figuren wimmeln geradezu vor fantasievollen Anspielungen. Da gibt es den bösen Satanus, König der bösen Grauwacke, die guten Kolkas, die ebenfalls guten Krojaner, die fiesen Steinkrolle und noch viele andere mehr. Sie tragen Namen wie „Clint“, „East“ & „Wood“, um nur ein Beispiel zu nennen.

 

Dieser dritte Band der Reihe beginnt mitten im Kampf zwischen den Grauwacken und den Kolkas, die – obwohl zahlenmäßig weit unterlegen – dank ihres Kotz-Elixiers dennoch nicht unterliegen...

 

Danach begleiten wir Korona, letzte überlebende Kriegerin vom Stamme der Krojaner, die – durch „seine königliche Grauslichkeit“, den bösen Satanus, allem beraubt, was sie je geliebt hatte – am Ende des Bandes völlig verbittert Rache nimmt...

 

Die Figuren sehen alle superwitzig aus und sind toll gezeichnet. Die Welt, in der sie leben, ist sehr fantasy-mäßig, mit Drachen und Burgen und so. Es wimmelt nur so vor witzigen kleinen Details (besonders gut sind die fetten Vögel!).

 

Die Geschichte ist sehr komplex und wird spannend erzählt. Die Dialoge sind sehr pointiert und bisweilen äußerst sarkastisch, was das Buch wirklich unterhaltsam zu lesen macht. Die Charaktere der einzelnen Figuren sind ebenfalls sehr schön ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir der servile, feige und dennoch sehr von sich eingenommene Adlatus von König Satanus. Er hat zwei Gehirne, heißt Frank Stone und ist echt fies!

 

Ich persönlich fand den Comic leider ziemlich brutal. Da hilft auch das Gewalt verurteilende Zitat von Martin Luther King am Ende nichts. Es gibt viele Tote, und man sieht so manchen abgeschlagenen Kopf rollen. Das passt irgendwie nicht so recht zu den eher „niedlichen“ Figuren. Allerdings wird die Brutalität teilweise so ins Lächerliche gezogen, dass sie dann doch nicht so richtig stört: Wenn auf der Burg des bösen Satanus besonders viele sterben, gibt es am nächsten Tag Fondue. Dazu die Worte des Küchenchefs: „Einmal kurz rein ins siedende Fett und nochmals raus! – Fertig! – Und keiner merkt mehr, dass es ein Grauwack war!“

 

Am Anfang ist es etwas schwer, in die Handlung einzusteigen. Es wird ziemlich viel gekämpft, und man versteht nicht so richtig, worum es eigentlich genau geht. Das wird aber im Verlauf der Geschichte besser, der Konflikt zwischen den Völkern wird später erklärt. Und dann wird es immer spannender.

 

Besonders gelungen an diesem Comic ist und bleibt jedoch wie erwähnt die grafische Umsetzung. Es ist alles unglaublich detailliert gezeichnet. Die einzelnen Seiten sind – im Querformat – auch insgesamt sehr schön gestaltet. Das geht bis hin zu den Seitenzahlen.

 

Der Comic ist mit 12,80 € zwar relativ teuer, dafür aber auch wirklich ziemlich lang. Man liest eine ganze Weile daran.

 

Mehr Infos zu den Kolkas gibt es unter: www.kolkas.de

 

Eure Meinung:


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Comic:

Korona, die Kriegerin

Reihe: Die Kolkas Bd. 3

Autor & Zeichner: Holger Hofmann

Verlag: Gringo Comics

Format: Paperback im Querformat

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 132

ISBN-Code: keine ISBN

erhältlich bei: Gringo Comics


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Erstellt: 11.06.2006, zuletzt aktualisiert: 21.04.2018 19:31