Rackham Starter Paint Set

Das Rackham Starter Paint-Set

Redakteur: Ralf Steinberg

 

Das Set enthält eine Bemalhandbuch, eine Zinn-Miniatur mit Charakter-Karte aus Confrontation 3, 9 Farben um diese Figur zu bemalen, einen Pinsel der Stärke 2 sowie eine Confontation-Kurzanleitung.

 



 

 

Jede Menge drin

Die Miniatur muss kaum entgratet werden, lediglich am unteren Rand der Tunika war der Guss unsauber. Die Details sind deutlich herausgearbeitet und umfangreich.

Das Base ist zunächst geschlossen und so muss das Loch für den Basisstreifen der Miniatur erst hinein geschnitten werden. Dafür dreht man das Base um und entscheidet sich für eine der beiden vorgegebenen Varianten, schräg oder gerade. Dem Vorbild folgend, wählte ich die gerade Stellung. Da der Basisstreifen etwas zu groß war, kürzte ich ihn leicht mit dem Seitenschneider. Durch die sehr dünnen Knöchel der Miniatur sollte man zu dollen Druck vermeiden, da sie sonst sehr leicht verbogen werden kann.

 

Das Bemalhandbuch erklärt zunächst in einem Glossar die wichtigsten Begriffe des Figurenbemalens. Durch die Kennzeichnung des Schwierigkeitsgrades ist eine gezielte Auswahl der Techniken möglich. Die Erklärungen sind leicht verständlich und umfassend, ohne zu lang zu werden. Unterschiede bei gleichartigen Techniken werden deutlich herausgearbeitet.

 

Anschließend gibt es Hinweise zum Bemalen der beigelegten Figur, allerdings fehlt hier eine echte Schritt für schritt Anleitung. So fehlt etwa die Grundierung, worüber man sich offenbar bereits im Glossar kundig gemacht haben sollte. In Anbetracht der Tatsache, dass Glossare eher hinterher gelesen werden, wenn überhaupt, erscheint mir die Kürzung als wenig einstiegsfreundlich.

Auch einige Worte zum Bemalen selbst wären angebracht gewesen, etwa wieviel Farbe verwendet werden sollte, ob direkt aus dem Farbnapf zu malen ist, oder von einer Palette, was heißt verdünnen nun genau, welches Verhältnis ist hier gemeint, und ähnliches.

Die weiteren Bemalschritte sind besonders in Bezug auf die Farbverwendung und deren Mischungsverhältnis ausführlich, erwecken jedoch den Eindruck, dass keinerlei Schwierigkeiten zu erwarten sind. Diese Hinweise sind wohl eher für erfahrene Bemaler gedacht. So ganz für Starter ist das Set nur bedingt geeignet.

Grundierung

Die grundierte Figur

Da dem Set kein Grundierspray beiliegt grundierte ich mit „Unvergängliches Weiß“. Die Farbe ist recht grob pigmentiert und staubte beim Grundieren. Auch sollte ein zweiter Pinsel hierfür verwendet werden. Die Plastiknäpfchen mit der Farbe besitzen eine kleine Öffnung für feinere Dosierungen, es lässt sich aber auch der gesamte Deckel abschrauben. Das Dosieren selbst erweist sich als etwas ungenau, da sich die Farbe nicht tröpchenweise abgeben lässt, dazu ist die Öffnung zu groß. Hier wird man mit der Zeit und mit Übung eine eigene Arbeitsweise entwickeln müssen.

Grundfarben

Noch etwas blass - die erste Schicht Haut

Mit „Perlmutt Haut“ kam Farbe auf Gesicht, Arme und Füße. Auch hier zeigten sich Pigmentschwächen. Der beigelegte Pinsel ist etwas zu groß, oder die Spitze zu schlecht, da sie sich sehr schnell wellt. Auf jeden Fall ist es sehr anstrengend in dieser Kombination etwa die Augen weiß zu lassen.

Auch hier wird ein weiterer Pinsel nicht schaden.

Das Grün deckt sehr schlecht.



Die Tunika wird mit „Diishagrün“ bemalt, ebenfalls recht pigmentarm, was also tatsächlich eine Eigenart der Rackham-Farben zu sein scheint, auch wenn das Grün besser deckt, als das Rosa.

 

Bunt aber konturlos - die Figur mit den Grundfarben



Mit der lyrischen Farbe „Erde von Avagddu“ sollen Haare und Bogen, sowie andere kleine Details eine braune Grundfarbe erhalten. Nach diesem Schritt trennte ich mich vom mitgelieferten Pinsel, da er für einen ordentlichen Farbauftrag einfach nicht geeignet ist. Selten hatte ich einen Pinsel, dessen Spitze so schnell zum Haken wurde.

Für die weiteren Schritte verwendete ich einen altgedienten Pinsel der Stärke 0.

 

Der Kragen über dem Korsett erhält einen Überzug mit „Ephrenblau“. Das Blau lässt sich ohne Probleme verwenden.

 

Für das Teil, was sich unter dem Köcher befindet und hier Deckflügel genannt wird, soll zum ersten Mal eine gemischte Farbe Anwendung finden. 50 % „Unvergängliches Weiß“ und 50 % „Ephrenblau“. Weiß und Blau haben unterschiedliche Konsistenzen, was dazu zwingt, beim Abmessen vorsichtig zu sein. Zum Mischen der Farben verwendete ich einen handelsüblichen hölzernen Zahnstocher.

Die Farben mischten sich problemlos, ohne Schlieren oder Krümel. Ihre Pigmentierung erschien durch das Blau auch höher zu sein.

 

Die Farbmischung für den Stirnkäfer, 80 % „Poliertes Silber“ und 20 % „Ephrenblau“ gestaltete sich durch die unzureichende Dosiermöglichkeit schwieriger. Man verschwendet dabei sehr viel Farbe.

 

Nach diesem Schritt sind alle Grundfarben aufgetragen und das Bemalhandbuch geht zum Schattieren über.

 

 

Schattierung

Schatten zu betonen, verhilft selbst einer 3D-Miniatur zu größerem Kontrast.

Im Gegensatz zum Akzentuieren wird beim Schattieren Farbe in die Vertiefung gebraucht und zunehmend aufgehellt zu den Erhöhungen hin in mehreren Schichten aufgetragen. Bei der zum teil sehr kleinteiligen Miniatur wirklich nur etwas für erfahrene Bemaler. Anfänger sollten diesen Schritt auslassen, da er den bisherigen Malerfolg sehr leicht zunichte machen kann und lieber mit dem Akzentuieren fortfahren.

 

Die Vertiefungen exakt zu treffen, ist eine wahre Fummelarbeit, jedoch ergeben sich so fast perfekte Schatten. Wesentlich einfacher als das Gesicht ist hier die Tunika zu schattieren.

Für die helleren Bereiche soll hier "Lahngelb" hinzugemischt werden, welches allerdings krümelig ist.

 

Allein durch das Schattieren wirkt die Figur nun schon deutlich kontrastreicher.

 

Akzentuierung

Sind die Akzente gesetzt, ist die Figur eigentlich fertig

Das Bemalhandbuch gibt detaillierte Anweisungen zum Akzentuieren der verschiedenen Details, aber auch zum Betonen bestimmter Effekte, etwa von Reflexionen auf den Flügeln.

Sicherlich sind einige Merkmale so fein, dass es nur sehr geübten Bemalern gelingt, hier die nötige Feinheit aufzubringen. Dennoch ergeben sich auch bei etwas einfacherer Detailierung vorzeigbare Ergebnisse.

 

Mit einer Linierung können nun noch Farben vonneinander abgesetzt werden und somit Kontraste geschaffen werden, die die Natürlichkeit erhöht, aber auch dieser Schritt ist etwas für Fortgeschrittene.

 

Zum Abschluss wird noch das Base gestaltet und die Figur lackiert, damit die Farben nicht durch das Bespielen der Figur sofort wieder angegriffen werden.

Fazit

Das Starter Paint-Set von Rackham ist eine gut gefüllte Box zum Reinriechen in das Bemalen von Miniaturen. Die Farben sind dabei durch etwas gröbere Pigmentierung auf Anfängerniveaux. Teile des Bemalhandbuchs gelten eher für Fortgeschrittene, die Trennung in Glossar und Anleitung ist hier etwas unglücklich. Deutliche Mängel wies der beigelegte Pinsel auf, der sich als unbrauchbar herausstellte.

Wer die Absicht hat, mit Confrontation oder Hybrid anzufangen und auch seine Figuren bemalen möchte, für den ist das Starter Paint-Set durchaus geeignet, er sollte sich aber ein zusätzliches Set Pinsel besorgen.

Eure Meinung:


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zuletzt aktualisiert: 13.02.2015 02:39 | Users Online
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