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Im Reich des Glasvolks von Nina Blazon

Reihe: Woran-Saga Bd.3

Rezension von Carmen Huber

 

Mit „Im Reich des Glasvolks“ legt Nina Blazon nun den dritten Band ihrer Woran-Saga und damit die Fortsetzung zu „Im Bann des Fluchträgers“ (Teil 1) und „Im Labyrinth der alten Könige“ (Teil 2) vor. Die junge Deutsche hat sich als Autorin bereits einen Namen gemacht, gewann sie doch mit ihrem Erstling „Im Bann des Fluchträgers“ den Wolfgang-Hohlbein-Preis 2003, den höchstdotiertesten Kinder- und Jugendbuchpreis im deutschsprachigen Raum. Aber auch wenn es sich bei dem vorliegenden Buch um den dritten Band der Woran-Saga handelt, so ist er doch – wie auch schon seine Vorgänger – völlig eigenständig lesbar und lediglich durch ein paar bekannte Namen mit den anderen Teilen verbunden. Erneut führt Nina Blazon ihre Leser wieder in ein neues Land voll neuer Entdeckungen und neuer Protagonisten, wenn sich auch Kenner der vorhergehenden Bände über so manches Wiedersehen freuen können.

 

Die junge Heilerin Jonnvinn, von allen nur kurz Jonn genannt (und die Tochter von Haliz und Julin, den Protagonisten aus „Im Labyrinth der alten Könige), hat in letzter Zeit immer wieder denselben schrecklichen Traum: Ihre jüngere Schwester Nive schwebt in großer Gefahr – in Lebensgefahr! Dabei läuft doch sonst gerade alles so gut: Ihr Großvater Ravin va Lagar besteigt als erster vom Volk gewählter König den Thron der Regenbogenburg und ist somit der erste Herrscher von Tjärg, der nicht durch Erbfolge an die Macht kam – was natürlich für die ganze Familie große Aufregung und Freude bedeutet. Doch als das Gefühl einer drohenden Gefahr immer größer wird, bricht Jonn während der Feierlichkeiten überstürzt auf, um ihrer Schwester zu Hilfe zu eilen. Zu ihrer Überraschung erhält sie dabei – eigentlich ungewollte – Unterstützung von dem Stallburschen Karis, der bis über beide Ohren in Nive verliebt und fest entschlossen ist, ihr zu helfen. Ihr Weg führt die beiden nach Fiorin, wo Nive als Glasmacherin bei einem Meister in die Lehre gegangen ist. Doch als sie ankommen, ist Nive verschwunden – sie ist in die Wüste aufgebrochen, um dort das sagenumwobene Volk im Glas zu befreien ... Jonn und Karis folgen ihr, doch was sie im Wüstenland schließlich erwartet, hätte Jonn nie geahnt – denn sie muss nicht nur für ihre Zukunft und die der Menschen, die sie liebt, kämpfen, sondern sich auch ihrer Vergangenheit stellen ...

 

 

Gleich auf den ersten Blick besticht das Buch – wie auch schon seine Vorgänger – durch seine gelungene Gestaltung: „Im Reich des Glasvolks“ ist ein schönes Hardcover, das wieder in der Reihe „Meister der Fantasy“ beim Ueberreuter-Verlag erschienen ist und sich sehr gut im Bücherregal macht. Wie bereits erwähnt ist es nicht notwendig, die vorhergehenden Bände der Woran-Saga zu kennen, da der Roman auch völlig eigenständig lesbar ist. Wer sie aber kennt, der kann sich über das eine oder andere Wiedersehen mit altbekannten Freunden freuen: Ravin und Amina, die inzwischen schon weise Großeltern sind, Haliz und Julin als Eltern, und selbstverständlich dürfen auch die Regenbogenpferde nicht fehlen. Auch Darian Danalonn und Sumal Baji erscheinen noch einmal kurz auf der Bildfläche, bevor dann das eigentliche Abenteuer beginnt und neuen Protagonisten das Geschehen in die Hand nehmen.

 

Und diese sind, wie man es von Nina Blazon gewohnt ist, gut gelungene Charaktere, die gerade die Tatsache, dass sie bei weitem keineswegs die perfekten Helden sind, so sympathisch und interessant macht. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten, machen Fehler und sind zeitweise auch launisch und unzufrieden mit sich selbst – und gerade das lässt sie umso lebendiger und realer wirken. Wie auch in den anderen Bänden begleiten wieder witzige und teils recht ungewöhnliche Geschöpfe den Leser durch das Geschehen – Dämonen, natürlich die unvermeidlichen und bezaubernden Regenbogenpferde oder auch die Linlan, eine Art Kobold, die panische Angst vor Wasser haben. Der Schreibstil ist wieder angenehm und flüssig zu lesen, der Hintergrund der Erzählung gut gelungen und auch die Beschreibungen und kleinen Eigenheiten des Landes wissen zu überzeugen. Alles in allem ist „Im Reich des Glasvolks“ ein schöner Roman, der vor allem für Fans der Woran-Saga sicher lesenswert ist – der aber trotzdem leider nicht an den Einfallsreichtum und die Fülle an fantastischen Ideen, die gerade den ersten Band der Woran-Saga zu faszinierend machte, heranreicht. Der Geschichte fehlt ein wenig der unglaubliche Facettenreichtum und die Ideenvielfalt, die die anderen Bände so sehr auszeichnete – zwar ist „Im Reich des Glavolks“ ein gutes, aber nicht herausragendes Buch.

 

Fazit: Ein gut gelungener Roman, der allerdings nicht an die anderen Bände der Woran-Saga heranreicht.

 

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Buch:

Im Reich des Glasvolks

Reihe: Woran-Saga Bd.3

Autor: Nina Blazon

Gebundene Ausgabe - 347 Seiten - Ueberreuter

Erscheinungsdatum: Januar 2006

ISBN: 3800052156

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.09.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53