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Fluch der Karibik 2

Rezension von Stefanie Borgmann

 

Freibeuter, Korsaren, Bukanier, Barbaresken: Die Namen für Piraten sind vielfältig. Kein Wunder, denn vom 17. bis zum 19. Jahrhundert trieben die Schurken zu Wasser ihr Unwesen auf dem gesamten Globus. In der Karibik, auf Madagaskar, bei Mauritius oder in der Nähe von Helgoland: Überall, wo es etwas zu erbeuten gab, waren die Schrecken von Seehändlern und Marineoffizieren nicht weit.

 

Bei den Männern mit Augenklappe, Holzbein und Papagei auf der Schulter handelte es isch aber keineswegs ausschließlich um Raufbolde, Trinker und Ganoven. Vielmehr waren viele unter den Piraten Freigeister, die auf ihren Schiffen Demokratie und eine klassenlose Gesellschaft lebten. Sie waren der Gerechtigkeit und Gleichheit untereinander verpflichtet, mit Leib und Seele Wasserratten, tollkühn, beherzt und gefährlich.

 

Die Begeisterung für Blackbeard, Francis Drake, Captain Blood und Co. ist ungebrochen. Säbel, die sich ihren Weg über das Deck des Schiffes fechten und wehende Piratenflaggen erfreuen sich auch heute noch eines breiten Publikums.

 

Dies zeigt vor allem der enorme Erfolg von Jerry Bruckheimers Piratenfilmreihe „Fluch der Karibik“. Im Jahr 2006 ist die Crew um Kapitän Jack Sparrow nun schon das zweite Mal auf große Fahrt gegangen und segelt den Abenteuern entgegen.

 

Eine Besatzung halb Mensch halb Meerestier unter der Flagge des Piraten Davy Jones sinnt darauf, eine längst vergessene Rechnung mit Jack zu begleichen. Weil der liebenswürdige, aber schrullige Kapitän der Black Pearl einst eine Vereinbarung mit dem Tintenfisch ähnlichen Davy Jones einging, muss er nun für den erbrachten Dienst, die Bergung der Black Pearl, aufkommen. Hundert Seelen oder hundert Jahre in der Crew des unheimlichen Unterwasserkapitäns sind die Bedingungen, um seine Schuld zu büßen.

 

Doch Jack hat einen anderen Plan: Er macht sich auf die Suche nach dem Herz des Davy Jones, dass in einer Schatztruhe verborgen ist. Ihm dicht auf den Fersen sind die üblichen Verdächtigen: Will Turner, der Jack’s Kompass haben möchte, um seine Verlobte, Elizabeth Swann, zu retten, die British East India Trading Company und weitere Bekannte aus dem ersten Teil.

 

Es beginnt ein heiterer Reigen aus Verfolgungsjagden, Schwertduellen und Wortgefechten. Kein leichtes Unterfangen diese unkomplizierte Heiterkeit der Geschichte auf Papier zu bringen. Im Falle des vorliegenden Comics ist dies auch eher weniger gelungen. Bemüht kann man die zeichnerische Adaption durchaus nennen. Doch fehlende Dynamik der Bildfolgen und eine extreme Verkürzung der Handlung auf das Grundgerüst lassen den Funken nicht so recht überspringen. Zugegeben hat es jedwede Adaption dieses Filmes auf eine papierne Form schwer, denn die überragende Leistung der Schauspieler, die maßgeblich den Film trägt, ist einfach nicht in Buchstaben wiederzugeben. Im Vergleich zu diesem Comic hat beispielsweise die literarische Umsetzung durch Wolfgang und Rebecca Hohlbein trotzdem funktioniert. Der Comic wirkt fahrig produziert und zielt eher auf den Geldbeutel als das Vergnügen des Filmbegeisterten ab. Anders sind Fehler wie „Elizabeth Shaw“ (eigentlich: Elizabeth Swann) und Davey Jones (eigentlich: Davy Jones) und zwar auf der Rückseite des Comics nicht zu erklären oder entschulden.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Fluch der Karibik 2

Broschiert: 48 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (August 2006)

ISBN: 3770430867

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 25.09.2006, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49