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Boogiepop von Kouhei Kadono

Reihe: Boogiepop – Light Novel, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Boogiepop“ ist ein geheimnisvolles Wesen, das immer dann erscheint, wenn wieder ein Schüler der Shinyo-High School verschwunden ist. Der Mystery Roman ist eine sogenannte „Light Novel“. Diese, speziell an Jugendliche gerichteten Bücher zeichnen sich durch eine abenteuerliche Handlung mit vielen Dialogen, Illustrationen im Mangastil und einem sehr einfach gehaltenen Stil aus. Sie wollen die Leser in erster Linie unterhalten und nicht belehren.

Nachdem die kleinformatigen Bücher in Japan in den letzten Jahren höchst beliebt wurden, hofft man auch hier die von Manga und Anime begeisterten Jugendlichen mit interessanten Themen zum Lesen zurück zu führen. Ob dem engagierten Projekt von Tokyopop dies gelingt bleibt abzuwarten.

 

Die Shinyo-Oberschule scheint eine ganz normale Bildungsanstalt zu sein. Ihre Schüler haben die üblichen Probleme mit Lehrern, Eltern, Lernstoff und der ersten Liebe – bis zu dem Tag, als die ersten Schüler verschwinden. Immer wieder entführt ein geheimnisvolles Wesen in der Abenddämmerung Mädchen und Jungen und bringt sie auf grausame Art und Weise um.

Die Überlebenden raunen sich bald die Geschichte von einem unheimlichen Totengott zu, den sie „Boogiepop“ nennen. Gekleidet in einen langen Mantel mit hohem Kragen und mit einem hohen Zylinder schleicht er um das Gebäude herum. Niemand vermag zu sagen, wer oder was er ist, doch alle fürchten ihn.

Nur ein Mädchen weiß es besser und hält ihn nicht für den Schuldigen. „Boogiepop“ nimmt zu der jungen Nagi Kontakt auf und verbindet sich mit ihr. Er will den Feind aufhalten und notfalls vernichten, aber dazu braucht er die Hilfe des Mädchens. Diese versucht mit seiner Hilfe alle Teile des Rätsels zusammen zu setzen. Dann wird die Zeit mehr als knapp, denn die Übergriffe richten sich nun auch gegen ihren engsten Freundeskreis.

 

Ein wenig darf man sich schon gruseln, dafür bietet „Boogiepop“ genügend Mystery-Elemente. Aber sie sind verhalten genug, um noch jugendfrei zu sein. Einen großen Raum nehmen die Konflikte zwischen den Schülern ein, so dass das Grauen sich eher leise einschleicht und die Geheimnisse Boogiepops nur schrittweise enthüllt werden.

Dies steigert die Spannung in dem ansonsten nicht so anspruchsvollen Werk. Auch hier dominieren die Dialoge und tragen die Charaktere, die man sich dank der eingestreuten Illustrationen sehr gut vorstellen kann.

 

Mädchen wie Jungen werden ihren Spaß an der Geschichte haben, die ein wenig an die Taschenheft-Reihe „Denise Mystery“ erinnert, aber viel exotischer ist. Ob der Roman allerdings einen Leseboom auslösen wird bleibt fraglich. Dazu besitzt er nicht die Qualitäten und den Ruf eines Harry Potter. Für eingefleischte Manga- und Anime-Fans sind die Romane sicherlich eine interessante Alternative, in die man mal hineinschnuppern kann, ob sie sich aber einen Platz in den Freizeitaktivitäten der Jugendlichen erobern können, wird sich erst noch zeigen müssen. Eine mutige Idee, auf diese Weise das Interesse der jungen Leser zu wecken, ist es allemal.

Eure Meinung:


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Boogiepop

Reihe: Boogiepop – Light Novel, Bd. 1

Autor: Kouhei Kadono

broschiert, Kleinformat 288 Seiten

Tokyopop, erschienen November 2006

ISBN 3-86580-906-5

Übersetzung aus dem Japanischen von Jens Ossa

Titelbild und Innenillustrationen von Kouji Okata

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.11.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59