Ausgebrannt von Andreas Eschbach

Rezension von Markus Mäurer

 

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Land seiner Träume. Schon von klein auf träumte Markus Westermann (ha, endlich mal ein Markus als Held) von Amerika. Er hat sein ganzes (Berufs-) Leben darauf ausgerichtet es nach Amerika zu schaffen, um dort denn amerikanischen Traum zu leben. Und nun hat er es endlich geschafft nach Amerika zu kommen, wenn auch nur für 6 Monate. Das ist die Zeit in der er für eine amerikanische Firma im Vertrieb arbeiten soll. Von Anfang an arbeitet er darauf hin, hier eine Festanstellung zu bekommen. Und er scheint es tatsächlich zu schaffen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ermöglicht werden diese grenzenlosen Möglichkeiten vor allem durch eines; nein nicht Geld – sondern Öl. Öl, das die Motoren der Autos, Busse, LKWS, Baumaschinen und Flugzeuge antreibt. Öl, aus dem Plastik gemacht wird – Plastik, das eine der Hauptgrundlagen der amerikanischen Gesellschaft ist. Öl, aus dem die Pharmaindustrie ihre Medikamente herstellt. Öl, der Rohstoff, der zum Motor des 20 Jahrhunderts wurde. Auf dem unsere gesamte moderne, technisierte Gesellschaft aufbaut.

Doch was wenn die Ölvorräte begrenzt sind. Hier stößt sogar die Weltmacht Amerika an ihre Grenzen.

Durch Zufall gerät Markus Westermann an den Österreicher Block, der behauptet, eine Möglichkeit entwickelt zu haben, um noch unentdeckte Ölvorkommen aufzuspüren. Markus wittert hier seine Chance nach schnellem Reichtum, und schafft es dank seiner Überredungskünste, in ein Milliardenbusiness einzusteigen – mit für ihn noch ungeahnten Folgen. Denn die Geschichte des Öls ist eine Geschichte von Macht, Intrigen, Gewalt und Verrat.

Während die Welt durch eine neue Ölkrise ins Chaos zu stürzen droht, stürzt Markus durch die Machenschaften der Ölindustrie in sein persönliches Chaos.

 

„Ausgebrannt“, der Neue, 800 Seiten dicke Roman von Andreas Eschbach ist kein Thriller, so wie es der Umschlag behauptet. Er ist viel mehr ein mögliches und beängstigendes Zukunftsszenario, von dem wir gar nicht so weit entfernt zu sein scheinen. Erzählt wird das größtenteils aus der Sicht einiger „einfacher“ Leute. Doch alle und alles hängen irgendwie miteinander zusammen. Durch häufige und geschickte Zeit- und Perspektivenwechsel spinnt der Autor ein geschicktes Netzwerk, indem es alle irgendwie merken, wenn an einem entfernten Ende ein wenig an der Strippe gezogen wird. Sind die häufigen Sprünge anfangs noch ein wenig verwirrend, findet man sich doch schnell in das System ein.

„Ausgebrannt“ ist bisher der komplexeste Roman von Andreas Eschbach. Dem es gut gelingt, einerseits die Globalen Auswirkungen der Ölkrise darzustellen, andererseits aber nie den Blick auf die „kleinen Leute“ verliert. Geschickt verstrickt er die alltäglichen Handlungen dieser Leute, mit den gefährlichen und undurchsichtigen Machenschaften der Mächtigen. Nebenbei erzählt er noch die Geschichte des Erdöls und seinen Siegeszug im 20. Jahrhundert. Die Handlung bleibt dabei – trotz einiger großer Zufälle – stets nachvollziehbar, und ist bis ins kleinste Detail geplant und durchchoreografiert.

Obwohl es sich nicht um einen Thriller handelt, das Buch 800 Seiten dick ist und keine atemberaubende Spannung aufkommt, ist das Buch dank Eschbachs gemütlichen und angenehmen Erzählstils immer unterhaltsam und lässt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen.

Die Thematik ist hochaktuell und wird informativ, unterhaltsam und plausibel dargestellt. Ein Zukunftsszenario, dass viele vielleicht als düster bezeichnen würden, das aber auch zeigt, dass es anders geht.

Eure Meinung:


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Buch:

Ausgebrannt

Autor: Andreas Eschbach

Lübbe, Februar 2007

Gebundene Ausgabe: 752 Seiten

ISBN-10: 3785722745

ISBN-13: 978-3785722749

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weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22 | Users Online
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