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Sebastian von Anne Bishop

Reihe: Die dunklen Welten Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Anne Bishop ist mit ihren Romanen aus der „Welt der Dunkelheit“ in Deutschland bekannt geworden. Sie versucht damit ohne Zweifel in die Fußstapfen von Tanith Lee zu treten, die neben einer leicht erotisch angehauchten Handlung auch noch mit den exotischen Hintergründen der Unterwelt spielt, in der Dämonen und Menschen gemeinsam leben.

Auch ihre neue Saga um die „Dunklen Welten“ schlägt wieder in diese Kerbe.

 

Sebastian, Halbdämon und Inkubus, lebt in einer der Ebenen, welche die mächtige Weltenschöpferin Gloriana Belladonna ins Leben gerufen hat. Dabei bevorzugt er vor allem den „Sündenpfuhl“, einen Ort, an dem die düsteren Leidenschaften der Menschen und anderen Wesen hervortreten und der als die verdammungswürdigste Kreation Belladonnas gilt.

Denn ihre damaligen Lehrer waren nicht unbedingt der Ansicht, „dass auch Dämonen eine Heimat brauchen“ und sperrten die junge Schöpferin und ihre Magie erst einmal ein. Leider erwies sich Belladonna dabei als viel stärker, als sie alle vermuten konnten.

Sebastian aber spürt, dass er hier mehr hingehört als in die anderen Ebenen, wo der Rest seiner Familie lebt. Das hängt auch mit seinem nicht ganz menschlichen Erbe zusammen, das in ihm wühlt.

Allerdings hadert er immer noch damit ein Halbdämon zu sein und die daraus resultierenden Fähigkeiten zu akzeptieren – bis zu dem Tag. als er Lynnea begegnet, die sich in den Sündenpfuhl verirrt hat. Sie scheint die Frau zu sein, nach der er innerlich so lange gesucht hat: Unschuldig, naiv und noch unberührt von all den Schatten, die den Sündenpfuhl heimsuchen. Sie ist sozusagen ein reiner Engel, der ihm in der Finsternis entgegen leuchtet.

Er fühlt sich instinktiv zur ihr hin gezogen und beginnt sie zärtlich und behutsam zu umwerben, auch wenn seine Natur danach verlangt, stürmischer vorzugehen.

Da er sie mit aller Macht vor anderen beschützt, kann er sich auch nicht länger seiner Bestimmung widersetzen - der „Rechtsbringer“ des Sündenpfuhls zu werden und darüber zu wachen, das auch an diesem ort bestimmte Regeln eingehalten werden...

 

Wie auch schon in ihren früheren Romanen setzt Anne Bishop weniger auf Action, Konfrontationen, Kämpfe und Schlachten. Ihre Geschichten erinnern eher an Historicals –leidenschaftliche Liebesromane, die in einer archaischen Umgebung spielen. Nur dass diese in eine mystische Welt mit einem Hauch Magie versetzt wurden und nicht unbedingt nur Menschen, sondern auch Incubi, Dämonen und Zauberer eine Rolle spielen.

Die komplizierten, von vielen Leidenschaften regierten Beziehungen der Helden, wie auch den Irrungen und Wirrungen ihrer Liebe beherrschen den Roman, und sind hin und wieder mit keinen erotischen Anspielungen gespickt, wie die „phallischen Köstlichkeiten“, die einfach nur in bestimmten Formen gebackenes Brot darstellen und liebend gerne in geschmolzenen Käse getaucht werden. Zwar geht es hin und wieder deftig zu - wirkliche Sex-Szenen sind im Roman eher selten und werden geschmackvoll kurz geschildert. Während der Charakter Lyannas eher geheimnisvoll bleibt lernt man Sebastian und seine innere Zerrissenheit etwas besser kennen.

Ganz kann der Roman aber dennoch nicht überzeugen, da es Anne Bishop mit den Beziehungsschilderungen etwas übertreibt und dadurch immer wieder den roten Faden verliert. Man weiß lange ohnehin nicht, worauf der Roman eigentlich hinaus will. Daher zieht sich das Buch gerade im langen Mittelteil ziemlich und lässt stellenweise sogar ziemliche Langeweile aufkommen. Daran kann leider auch der exotische Hintergrund und die liebevolle Gestaltung der Hintergründe nicht viel ändern.

 

„Sebastian“ reicht in Punkto Spannung und inhaltlicher Qualität zwar nicht an die Romane der Saga um die „Schwarzen Juwelen“ heran, dürfte aber trotzdem den Leserinnen gefallen, die ein Faible für dämonische Wesen und erotisch eingefärbte Beziehungen vor einem düsterromantischen Hintergrund haben.

Eure Meinung:


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Sebastian

Reihe: Die dunklen Welten, Bd. 1

Autorin: Anne Bishop

broschiert, 524 Seiten

Heyne, erschienen Mai 2007

ISBN 978-3-453-53272-4

Übersetzung von Kristina Euler

Titelbild von Dirk Schulz

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.06.2007, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 10:40