Hall of Fame - Floyd Gottfredson

Reihe: Hall of Fame Bd.12

Rezension von Christoph Weidler

 

Band 12 der Reihe "Hall of Fame" widmet sich, etwas verspätet dafür aber mehr als verdient, den Disney Künstler Floyd Gottfredson. Er ist einer der ganz Großen aus diesem Bereich, denn hat zwar Disney selber Micky Maus die äußere Hülle geschenkt, so hat Floyd Gottfredsen ihr erst das Herz und den Charakter gegeben. Seine Arbeit hat in den frühen Jahren Micky Maus, aus der damals noch mehr lustigen Figur, eine abenteuerlustige lebendige Charakterfigur gemacht. Dabei wurde Gottfredson damals regelrecht ins kalte Wasser geschubst, denn obwohl er ab 1929 in den Walt-Disney-Studios arbeitete, beschränkte sich seine damalige Arbeit mehr auf die Basis des Ersatzzeichners für eine Serie von Zeitungsstrips. Als 1930 sein Vorgänger Win Smith kündigte, wurde Floyd Gottfredson Alleinverantwortlicher für die Zeitungsreihe und er musste die Serie planen, schreiben und zeichnen. Gottfredson wuchs mit dieser Aufgabe und als Perfektionist, der er war, liebte er diese Herausforderung und seine Figuren wurden von Strip zu Strip besser und tiefer in ihrer Charakterdarstellung. Die spätere enge Zusammenarbeit von Floyd Gottfredson mit dem fantasievollen Schreiber Bill Walsh brachten Micky Maus und den vielen dazugehörigen Nebencharaktere, die aus der Ideenschmiede von Gottfredson stammen, noch einen weitere Stufe nach oben. Dabei blieb Gottfredson seinem Stil und die Umsetzung der Nähe seiner Figuren zum zeitgenössischen Alltag und Erlebnisse treu. So begleitete seine Micky Maus besonders die Weltgeschichte der dreißiger, vierziger und frühen fünfziger Jahre. Sei es die Prohibition der dreißiger Jahre oder die Jahre des zweiten Weltkrieges, Gottfredson ließ Micky Maus aktiv daran teilhaben und überzeugte dabei immer wieder mit einer Figur die sowohl ihre persönlichen Stärken wie auch Schwächen hatte und diese in ihren Geschichten auch zeigte. Micky Maus wandelte sich dank Gottfredson zu einer lebendigen "Maus von Nebenan" mit der sich die Leser identifizieren konnten.

 

Dieses Band der "Hall of Fame" Reihe zeigt einen zeitlichen Querschnitt zu Floyd Gottfredson Micky Maus, und man daran auch sehr die zeichnerische und charakterliche Entwicklung ersehen, die Gottfredson ihr teilhaben ließ. War Micky in seiner Anfangszeit noch eine schlaksige Maus, mit kleinen ganz schwarzen Augen wurde sie im Laufe der Zeit immer selbstbewusster und besser in ihre Darstellung. Die unbeholfene Schlaksigkeit verschwand ebenso wie die vollschwarzen Augen und machte Platz für die Maus die wir heute kennen.

 

Insgesamt enthält das Band sieben Micky Maus Geschichten aus der Feder von Floyd Gottfredson, welche aus den Jahren 1931 bis 1944 stammen. Dabei wurden hier eine gute Mischung aus bekannten und weniger bekannten Geschichten und einer hier in deutscher Erstveröffentlichung zu findenden Geschichte umgesetzt.

 

Den Anfang macht die Geschichte "Die Kriegswaisen" (deutsche Erstveröffentlichung in diesem Band, Original von 1944) die von der Story her in den späten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges spielt. Eines Tages klingeln an Mickys Tür drei Kinder, die kein Wort englisch sprechen. Schnell ist für ihn der Verdacht da, dass es sich hier um drei Kriegswaisen handelt. Wie es Mickys Natur ist möchte er den Kindern gerne helfen, doch wie ist dieses am besten zu bewerkstelligen? Zumal allen Anschein nach auch feindliche Agenten hinter den Kindern her sind.

 

In der zweiten Geschichte "Mickys Gast aus Afrika" (deutsche Erstveröffentlichung 1953, Original 1940) bekommt Micky überraschenden Besuch eines kleinen afrikanischen Kriegers - Kulturen die nicht fremder zueinander sein können treffen aufeinander und Micky hat seine liebe Not das Chaos in den Griff zu bekommen

 

"Ein verkorkstes Picknick" (deutsche Erstveröffentlichung 1986, Original 1931) ist die dritte Geschichte in diesem Band in der Micky ein Picknick mit seiner Angebeteten Minni machen möchte, bei dem nichts so läuft wie gedacht.

 

"Der mysteriöse Manteldieb" (deutsche Erstveröffentlichung 1986, Original 1935) ist ein kleiner aber immer wieder gern gelesener Klassiker aus der Feder von Gottfredson in dem Micky zusammen mit Donald versucht den geheimnisvollen Diebstählen in einem Bekleidungshaus auf die Spur zu kommen.

 

In "Der Rivale" (deutsche Erstveröffentlichung 1975, Original 1941) hat Micky nichts mehr zu lachen, allen Anschein nach hat Minni sich einen neuen Freund "geangelt" und lässt Micky nun im Regen stehen. Doch Micky gibt nicht so schnell auf und kämpft um die Liebe seiner Minni.

 

Wer das Trio Micky, Goofy und Donald richtig in Action sehen will, der sollte sich die Geschichte "Im Gespensterhaus" (deutsche Erstveröffentlichung 1973, Original 1936) nicht entgehen lassen. Das Dreiergespann macht sich auf um sieben Gespenster aus einem Haus zu vertreiben. Kein leichtes Unterfangen, wie man sich denken kann.

 

Den Abschluss macht die kleine Geschichte "Gewusst wie" (deutsche Erstveröffentlichung 1985, Original 1931), in der Micky auf den Pfaden eines Musikers wandelt, aber es dann doch ganz anders verläuft als er es sich vorgenommen hatte.

 

 

"Hall of Fame" Band 12 ist ein, in der Wahl der Geschichten und der Umsetzung der Gestaltung, äußerst gelungenes weiteres Band dieser Reihe und eine lang verdiente, und in dieser Reihe bisher vermisste, klasse Würdigung an den großen Vater von Micky Maus - Floyd Gottfredson. Ich hoffe sehr ihm wird im Rahmen dieser Reihe noch ein weiteres Band gewidmet, verdient wäre es auf alle Fälle.

Eigentlich ein schon selbstverständliches "Muss" für jeden Micky Maus Fan!

 

Eure Meinung:


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Comic:

Hall of Fame - Floyd Gottfredson

Reihe: Hall of Fame Bd.12

Autor: Floyd Gottfredson

Gebundene Ausgabe: 185 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (Juli 2007)

ISBN-10: 377043126X

ISBN-13: 978-3770431267

Erhältlich bei Amazon


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zuletzt aktualisiert: 12.12.2015 08:20 | Users Online
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