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Merlins Zorn

Reihe: Excalibur Bd. 4

Rezension von Christian Endres

 

Nachdem sie der Klaue Roms entkommen sind, befinden sich Merlin und Gwynned auf dem Rückweg nach Britannien. Dazu müssen sie aber erst einmal über die Alpen – bei Schnee und Sturm kein leichtes Unterfangen. Als sie es neben den Naturgewalten zwischen den Gipfeln des Gebirges dann auch noch mit knochigen Erinnerungen an Hannibals kühnen Feldzug, Kannibalen im ewigen Eis und obendrein einer gruseligen Perversion des Christentums zu tun bekommen, steht endgültig fest: Der Heimweg könnte noch etwas dauern ...

 

Und genau das ist auch ein wenig das Problem von »Merlins Zorn«. Am Konzept hat sich im Vergleich zu den Vorgängern freilich nicht viel getan: Autor Arleston nimmt sich nach wie vor Raum für knackige Dialoge und lustige Charaktermomente zwischen seinen Protagonisten, genauso wie er auch im vierten Album altbekannte Elemente aus der Fantasy von seiner parodierenden Sichtweise aus betrachtet – in diesem Fall also den sektenartigen Kult, der von einem Schloss ausgeht, sich über eine ganze Region erstreckt und all deren Einwohner gewissermaßen korrumpiert. Doch davon abgesehen, kommt die Geschichte mit diesem Band im Grunde kein Stück weit voran, tritt die Haupthandlung fast komplett auf der Stelle. Der Umweg über das Gebirge ist eben wirklich ein Umweg – und das ist nach dem Tempo der ersten drei Bände einfach ein bisschen zu wenig, da dort trotz aller Slapstick-Einlagen stets halbwegs gezielt auf die große Mission des alten Zauberers und der jungen Gwynned hingearbeitet wurde. So ist »Merlins Zorn« gewissermaßen ein einziges großes und recht kurzweiliges, aber eben auch etwas hinderliches Intermezzo.

 

Auch in Sachen Artwork hat sich einiges getan: Dieses Mal hat man den gelungenen Zeichnungen von Eric Hübsch erstmals eine Computer-Kolorierung spendiert. Dies kommt im Verlauf der Story dann vor allem den Lichteffekten von Merlins Zauberspiel zu Gute, macht aber auch sonst einen sehr guten, ansehnlichen Eindruck. Vielleicht nicht zwingend etwas für Traditionalisten – handwerklich und optisch aber dennoch tadellos.

 

»Merlins Zorn« entpuppt sich am Ende als kleiner Umweg für die bisher so brillante und amüsante Story, die hier, zwischen Schnee und Blut, ein wenig von ihrem Schwung einbüßt, gerade zu Beginn des Albums aber doch noch einige sehr schöne und witzige Szenen hat und von den Zeichnungen her zudem vollauf überzeugt. Außerdem hat man den schrulligen Merlin und seine Mitstreiter mittlerweile durchaus lieb gewonnen, sodass man ihnen auch einmal auf einem etwas dünnen Winterausflug in die Berge folgt. Und dort ist die Luft ja bekanntlich eh etwas dünner ...

 

[Bemerkung: Vor etwas mehr als zwei Monaten ist der fünfte Band, »Die verfluchten Steine«, auf Französisch erschienen. Ob und wann wir ihn auf Deutsch sehen werden, steht leider noch nicht fest.]

 

 

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Comic:

Merlins Zorn

Reihe: Excalibur Bd. 4

Text: Scotch Arleston

Zeichnung: Eric Hübsch

SC-Album, 48 Seiten

Carlsen, September 2004

ISBN: 3551748543

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 17.08.2007, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49