Die Geheimloge von Scott McBain

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Scott McBain ist gemeinhin bekannt durch seine Bestsellererfolg „Der Judasfluch“, „Der Mastercode“ und „Die Geheimloge“. Während im November diesen Jahres die Fortsetzung zu „Der Judasfluch“ auf dem Markt erscheint, ist vor kurzem die neue Auflage seines Erfolges „Die Geheimloge“ publiziert wurde. McBain ist bekannt durch seine außergewöhnlichen Konflikte zwischen dem Streben nach Macht und dem Tod. Diese beiden Komponenten sind in seinen Büchern so wirr miteinander verknüpft, dass Bücher entstehen, die es bis nach ganz nach oben schaffen.

 

 

James McDonald ist bei einem der Kreuzzüge im 13. Jahrhundert seinem Tode sehr nahe. Falls er seine Heimat Schottland jemals lebendig erreichen sollte, schwört er sich, wird er eine Institution gründen, die sich der Bewahrung des Weltfriedens verschrieben wird. Wie es nicht anders zu erwarten ist, erreicht er seine Heimat bei relativ guter Gesundheit und gründet auf der Insel Tirah das „Kollegium“. Aus einem Meister, fünf Schiedsmänner und insgesamt achtzig Mitglieder überdauert das „Kollegium“ ein ums andere Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Doch ist der derzeitige Meister nach Ansicht der Schiedsmänner nicht mehr fähig seinen Aufgaben entsprechend nachzukommen. Deswegen soll ein neuer Meister den Platz übernehmen. Nach dem Zufallsprinzip werden Rex, Ivan, Sebastien und seine Freundin Tanya und Andrew ausgesucht, um am Wettbewerb, an dessen Ende der Titel des Meisters steht, teilzunehmen.

Die Aufgabe ist ganz simple. Innerhalb eines Jahres sollen 20 Millionen Dollar an das Kollegium überwiesen werden. Solange das Geld selber beschaffen wird, spielt es keine Rolle woher es kommt. Ob legal oder illegal.

Allerdings ist die Aufgabe nicht so einfach wie gedacht, denn nur ein Mitglied kann den Posten des Meisters übernehmen. Und um diesen zu erreichen, stürzen sich die Mitglieder kopfüber in ihre Aufgabe, ohne die Augen für Gerechtigkeit, Treue, Liebe, Demut oder Reue erkennen zu lassen. Nicht viel Zeit vergeht, bevor das erste große Unglück geschieht. Doch dessen ungeachtet, machen sich die Kandidaten auf durch die Welt, um das erforderliche Geld rechtzeitig zum Bankett am 24. Dezember dem „Kollegium“ präsentieren zu können. Den Preis den sie dafür zu bezahlen haben, ignorieren sie kaltblütig. Nach einiger Zeit wird allen Kandidaten klar, dass sie alles geben würden, um Meister zu werden.

Selbst ihr eigenes Leben.

 

 

Scott McBain beginnt, wie auch in „Der Judasfluch“ und „Der Mastercode“ jedes Kapitel mit einem kurzen oder etwas längeren Zitat. In dem Buch hier bedient er sich gerne den Personen Niccolò Machiavelli, Sunzi, Laotse und Dschuang Dsi und den Werken Der Fürst, Kunst des Krieges und Tao Te King.

Der Aufbau des Buches ist gewöhnlich wie jeder andere, wobei die Spannungskurve etwas anders verläuft als erwartet. Der Anfang ist gut und soweit wie möglich kurz gehalten, bevor McBain schließlich zum Wettbewerb kommt, bei dem schließlich die eine und andere Überraschung kleine Spitzen im Spannungsbogen kennzeichnen. Es gibt zwar ein Ziel am Ende des Buches, allerdings wird dieses nicht so stur verfolgt wie bei manch anderen Schriftstellern. Selbstverständlich ist der Schluss noch mal das Highlight des Buches und McBain hat aus der letzten verbleibenden Handlung ein gutes Finale zusammengebastelt.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und ihre Handlungsweisen können einwandfrei nachvollzogen werden. Obwohl es fünf verschiedene Protagonisten sind, ist doch keiner gleich und die Handlung wird nicht eintönig oder gar öde. Jeder hat seine eigene Ansicht vom Posten und Aufgaben des Meisters und der der Welt. Somit ist eine Fülle von Abwechslungen im Buch vorhanden, welche es zu einem interessanten Lesevergnügen machen. Hinzu kommen viele Zitate von den bereits oben erwähnten Größen der Geschichte und ein Rätsel um eine geheimnisvolle Schatulle, die einst für den Kaiser von China angefertigt wurden. Diese Schatulle weißt den Kandidaten den Weg zum Meisterposten. Allerdings wissen nicht alle Kandidaten vom Nutzen der Geheimschatulle.

 

Alles in allem ist das Buch spannend und interessant geschrieben. Alle Freunde von Macht- und Korruptionskonflikten finden hier ihr Buch schlechthin. Aber auch allen anderen sei das Buch ans Herz gelegt, da sie eventuell ihr eigenes Weltbild danach in ein etwas anderes Licht rücken werden.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Geheimloge

Original: The Mastership Game, 2000

Autor: Scott McBain

Taschenbuch, 623 Seiten

Droemer/Knaur, März 2007

Übersetzer: Karl-Heinz Ebnet

 

ISBN-10: 3426635909

ISBN-13: 978-3426635902

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 30.04.2019 14:17 | Users Online
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