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Der vierte Reiter von Kate Thompson

Rezension von Christel Scheja

 

Fantasy ist nicht gleich Fantasy, und manchmal versteckt sich hinter dem Label etwas überraschend anderes. Das beweist auch Kate Thompson in ihrem neusten Roman „Der vierte Reiter“, in dem Mystery mit den Schattenseiten unserer Gegenwart verknüpft und auch heikle Themen angesprochen werden, die man in Kinderbüchern so nicht erwartet.

 

Lauries Vater ist ein Genetiker. Auch wenn er mit Leidenschaft und Ernsthaftigkeit an die Sache ging, so waren seine Forschungen doch bisher nicht von Erfolg gekrönt, weil immer dann, wenn er vor einem Durchbruch stand, der Geldhahn zugedreht wurde. Deshalb hat er sich mehr oder weniger zurückgezogen und unterrichtetet nur noch.

Bis zu dem Tag, an dem man ihm einen neuen Auftrag anbietet: Er soll ein Virus entwickeln, das tief in die genetische Struktur eingreift. Zu welchem Zweck verraten die geheimnisvollen Hintermänner nicht.

Laurie hinterfragt die neue Forschung ihres Vaters zunächst nicht, sondern unterstützt ihn bei seinen Arbeiten. Dann aber machen ihr und ihren Geschwistern seltsame Erscheinungen zu schaffen. Wer sind die unheimlichen Reiter, die sich ihnen immer wieder in den Weg stellen und auf jemanden zu warten scheinen?

Stecken sie mit den Terroristen zusammen, deren Drohungen und Anschläge das Land erschüttern und auch ihre mohammedanischen Freunde bedrohen? Oder sind sie etwas ganz anderes?

Die Jugendlichen wissen zunächst nicht, was sie davon halten sollen, doch dann bringt sie ein Zufall auf die richtige Spur. Sie erfahren, dass sie es mit den Apokalytischen Reitern zu tun haben. Drei von ihnen haben sich bereits zusammengefunden, und der vierte scheint nahe zu sein. Ebenso wie das Ende der Welt.

Als Laurie und ihre Freunde die Wahrheit erkennen ist es fast zu spät...

 

Zunächst einmal: „Der Vierte Reiter“ ist keine Fantasy. Die wenigen phantastischen Aspekte beziehen sich auf die vier Apokalyptischen Reiter, die weniger selbst eingreifen und die Handlung voran treiben als nur immer wieder schweigend erscheinen und abwarten.

Die Geschichte selbst wird von den Erlebnissen Lauries getragen, die mit dem Ende beginnt und das Geschehen dann erst von vorne aufrollt, indem sie erzählt, was sie hat erwachsen werden lassen.

So kann der Leser selbst miterleben, wie das junge Mädchen nach und nach ihre Unbeschwertheit verliert und mit immer wacheren Augen in die Welt blickt.

Dass dabei auch so brandaktuelle Themen wie der weltweite Terrorismus und die Entwicklung von virologischnen Kampfstoffen, dessen Folge völkerweiter Genozid sein könnte, mit ein bezogen werden, merkt man erst nach und nach.

Kate Thompson gelingt es, die wichtigsten Informationen und Fakten geschickt in die Handlung mit einzuflechten und gerade ihren jüngeren Lesern klar zu vermitteln. Zumindest wird man man am Ende sehr nachdenklich, ähnlich wie die junge Heldin, die aus dieser Sache viel gelernt hat und wie der Rest ihrer Familie seelische Narben behalten wird.

 

Vielleicht hätte „Der vierte Reiter“ nicht in der Fantasy-Reihe erscheinen sollen, denn da könnte er sehr leicht untergehen. Zu gering sind die magisch-mythischen Anteile, tatsächlich versteckt sich hinter dem Cover eher ein Mystery-Thriller mit sehr aktuellen Bezügen, der den Leser sehr aufgewühlt zurück lässt.

 

Eure Meinung:


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Der vierte Reiter

Autorin: Kate Thompson

broschiert, 286 Seiten

cbt, erschienen Oktober 2007

ISBN 978-3-570-30402-0

Übersetzung aus dem Englischen von Kattrin Stier

Titelbild von n.n.

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.10.2007, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53