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Die Könige der Elben von Alfred Bekker

Reihe: Elben Trilogie Band 2

 

Rezension von Carina Schöning

 

Nach den Geschehnissen in „Das Reich der Elben“ und der berühmten Schlacht an der Aratinischen Mauer ist halbwegs wieder Frieden in Zwischenland eingekehrt. Beide Parteien, Elben wie auch Menschen haben hohe Verluste einstecken müssen. Doch während die Elben nahezu unsterblich sind und genügend Zeit haben die Fehler der Vergangenheit wieder gutzumachen, sterben die fruchtbaren Menschen in vergleichsweise kurzer Zeit. Branagorn, der Herzog von Elbara startet nun den Versuch Menschen über einen längeren Zeitraum in seinem Land anzusiedeln und sie so friedlich „kultivieren“ zu können. Zusammen mit den berüchtigten Zentauen sollen sie die Verteidigungslinie der Elben verstärken, denn Gerüchte aus dem Süden berichten von starken Aufruhen. Der selbsternannte Kaiser Haron trommelt alle Rhagar aus dem Südwestlande zusammen, um das angrenzende Aratania zu erobern und binnen kürzester Zeit ein Großreich der Rhagar zu gründen. Und ausgerechnet Magolas, Kronprinz und Hoffnung aller Elben geht ein Bündnis mit den sonst so verhassten Menschen ein und startet den Feldzug gen Süden gegen Haron…

 

Zur gleichen Zeit werden die neu gegründeten Herzogtümer Meerland und Nordbergen verstärkt von Trorks angegriffen. Die sonst eher verstreut lebenden und dummen Wesen stehen unter dem Bann des ominösen Axtherrschers und greifen nun gezielt die Städte der Elben an. Keandir, König der Elben und Gründer von Elbiana, vermutet einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen auf der Insel Naranduin und dem Kampf gegen den Augenlosen Seher sowie den Diebstahl der beiden Zauberstäbe. Zusammen mit einer kleinen Schar von Untergebenen macht er sich auf, das Geheimnis des Axtherrschers zu lüften und die sechs verschollenen Elbensteine zurück zu bekommen.

 

Währenddessen erhält Keandirs Frau Ruwen wieder Visionen und Alpträume im Schlaf. Ihre Zwillingssöhne Magolas und Andir haben sich zwar nach längeren Streitereien endlich vertragen, aber das Verhältnis zwischen ihnen bleibt immer noch sehr angespannt. Während Andir alle weltlichen Sachen hinter sich lässt, um alleine den Weg der Wahrheit zu gehen, entwickelt Magolas immer größere Machtgelüste. Statt zu warten bis er irgendwann das Reich seines Vaters erbt, will er lieber gottgleich über die scheinbar dummen Menschen herrschen.

 

Der zweite Teil einer Trilogie hat es immer besonders schwer: zum einen müssen die eingeführten Personen vernünftig weiter entwickelt werden und zum anderen muss man genügend Neues einbauen, um den Leser bis zum Finale an der Stange halten zu können. Beides ist zwar in „Die Könige der Elben“ gemacht worden, aber der Gesamteindruck ist doch eher gemischt.

Wie auch der Vorgänger „Das Reich der Elben“ ist „Die Könige der Elben“ ein klassischer High Fantasy Roman vor episch angelegtem Hintergrund. Zeit spielt für die nahezu unsterblichen Elben keine Rolle mehr und so erlebt man als Leser hautnah die Entwicklung der Menschen aus Sicht der Elben mit. Während dies im ersten Band der Trilogie nach und nach geschieht, werden hier Einsteiger und Neuleser sofort mit einer Vielzahl von gleich klingenden Länder-, Städte- und Personennamen konfrontiert. Eine ausführliche Karte erleichtert zwar die Orientierung, aber der Roman ist dadurch gerade am Anfang doch etwas zäh und langatmig geraten. Auch Handlung und Spannungsaufbau ist hier etwas schlechter als im ersten Band. Der Autor konzentriert sich mehr auf die Besiedlung von Neuland sowie die Verteidigung der älteren elbischen Gebiete anstatt den Hauptfiguren genügend Platz einzuräumen. Dadurch werden gerade die interessanten Aspekte nur oberflächlich angeschnitten z.B. die Entwicklung von Magolas in Richtung „böse“, die Liebe zwischen ihm und der sterblichen Prinzessin Larana oder auch Keandirs Hoffnungen und Ängste bei der dunklen Macht des Axtherrschers? Auch werden einige Fragen zwar beantwortet, aber gleichzeitig auch neue wieder aufgeworfen.

Positiv ist weiterhin die Darstellung der Elben wider dem Tolkienschen Idealbild. Statt perfekte, ätherische und arrogante Wesen, werden die Elben hier immer menschlicher.

 

Insgesamt ist „Die Könige der Elben“ ein durchaus spannender und actionreicher High Fantasy Roman mit einigen Schwächen. Der Gesamteindruck ist dabei eher gemischt: originelle Ideen und lockerer Schreibstil stehen unglaubwürdigen Personen und Oberflächlichkeit gegenüber. Freunde vom ersten Teil der Trilogie können bedenkenlos zugreifen, während alle anderen lieber vor dem Kauf Probelesen sollten.

 

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Eure Meinung:

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Buch

Die Könige der Elben

Reihe: Elben Trilogie Band 2

Autor: Alfred Bekker

Taschenbuch, 500 Seiten

Egmont Lyx, 2007

 

ISBN-10: 3802581288

ISBN-13: 978-3802581281

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.11.2007, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45