Jamaica

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Im Februar 1678 gelingt es dem Piraten Henry Morgan auf geschickte Weise sich zum Gouverneur von Jamaica ernennen zu lassen. Um den 30. Jahrestag seiner Ernennung angemessen zu feiern, veranstaltet man das Große Rennen. Diese Wettfahrt um die Insel gewinnt die Mannschaft, die das meiste Gold in ihren Laderäumen anhäuft… Alle Mann an Bord!

 

Spielziel

 

Es gewinnt der Kapitän, der zum Ende des Spiels die meisten Siegpunkte ansammeln konnte. Dabei kommt es nicht nur darauf an, möglichst viel Gold im Laderaum des eigenen Schiffes anzusammeln, auch die Endposition auf dem Rundkurs um die Insel Jamaica, wie auch gesammelte Schätze steuern Siegpunkte zur Endwertung bei. Aber Vorsicht, es gibt nicht nur Schätze die Siegpunkte auf das Konto hinzusteuern. Erwischt man einen verfluchten Schatz verliert man am Ende des Spiels Siegpunkte, es sei denn es gelingt einem solche Schätze geschickt den Gegenspielern unterzujubeln.

 

Ausstattung

 

Bereits der Karton von Jamaica gefällt mir sehr gut. Das Design ist das einer Schatztruhe und öffnet man diese, finden sich für Brettspieler wahre Schätze in der Box. Die Komponenten im Einzelnen sind:

 

  • 1 Spielplan
  • 4 Regelbögen in 4 Sprachen
  • 66 Aktionskarten in 6 Farben
  • 6 Schiffe
  • 6 Tafeln mit den 5 Laderäumen eines Schiffes
  • 2 Aktionswürfel
  • 1 Schlacht-Würfel
  • 1 Kompass für den Startspieler
  • 12 Schatz-Karten
  • 9 Schatz-Chips
  • 45 Schießpulver-Chips
  • 45 Proviant-Chips
  • 80 Golddublonen

 

Schaut man über die Spielkomponenten, so wird sofort klar, dass eine Schatztruhe als Verpackung nicht übertrieben ist. Erneut setzt Pro Ludo Maßstäbe, was das Design der Komponenten betrifft. Die Aktionskarten stellen zwar bunte Szenen aus dem Piratenleben dar, sind aber dabei nicht aufdringlich. Es macht wirklich Spaß mit diesen Karten zu spielen oder sie sich einfach nur anzusehen. Neben den Aktionskarten sind auch die anderen Komponenten wie der Spielplan und die Schiffe mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Alleine solche Spielkomponenten sind den Preis voll und ganz Wert.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk von „Jamaica“ ist auf einem doppelseitigen Faltplan abgedruckt. Auf der einen Seite sind die Spielkomponenten und der Aufbau für eine Partie „Jamaica“ erklärt, die andere Seite erklärt die Regeln. Gerade die Art wie die Regeln hier erklärt werden, machen sie so einzigartig. Das Lesen, die nicht gerade komplizierten Regeln gleicht einer kleinen Schatzsuche bei der man sich von Punkt zu Punkt durchliest. Didaktisch und Design eine dickes „sehr gut Plus“.

 

Spielverlauf

 

Die Spielvorbereitungen für eine Runde „Jamaica“ sind schnell getroffen. Der Spielplan wird in der Mitte des Tisches ausgelegt und jeder Spieler wählt eine Farbe. Dann erhält er das Schiff in seiner Farbe, welches er auf das Start- und gleichzeitig auch Zielfeld „Port Royal“ stellt. Danach bekommt jeder Spieler die Aktionskarten in seiner Farbe, eine Laderaumtafel sowie drei Goldmünzen und drei Nahrungs-Chips. Der Schlacht- und die beiden Normalen-Würfel werden auf ihre Positionen auf dem Spielbrett gelegt, ebenso die Schatz-Chips. Die übrigen Chips für Gold, Nahrung und Pulver werden neben dem Spielplan bereit gelegt und aus den 12 Schatzkarten werden neun herausgefischt und als verdeckter Stapel ebenfalls auf dem Spielplan platziert. Zum Abschluss nimmt sich jeder Spieler drei seiner Aktionskarten vom Stapel auf die Hand und einer bekommt den Kompass um zu symbolisieren, dass er der Startspieler ist. Dann kann es auch schon losgehen.

 

Zu Beginn einer jeden Runde nimmt der Startspieler die beiden Normalen-Würfel und wirft sie. Dann überlegt er sich, was er mit dem Würfelergebnis und seinen Aktionskarten anfangen möchte. Auf den Aktionskarten sind immer zwei Aktionen abgebildet, eine für morgens und eine für abends und auch auf dem Spielbrett befinden sich zwei Felder für die Würfel, eins für den Morgen und eins für den Abend. Hat der Startspieler die Würfel platziert, suchen sich nun alle Spieler eine Aktionskarte, die sie spielen wollen aus und legen sie verdeckt vor sich ab. Haben dies alle getan, werden die Karten der Reihe um nun aufgedeckt und beginnend mit dem Startspieler werden die Aktionen ausgeführt. Die möglichen Aktionen sind:

 

Vorwärts bewegen

 

Der Spieler bewegt sein Schiff die vom Würfel vorgegebene Felderzahl vorwärts. Aber Vorsicht: kommt man auf einem Hafenfeld zum Stehen, muss man Liegegebühr in Gold zahlen, auf den Seefeldern muss man Nahrung für die Mannschaft bereit stellen.

 

Rückwärts bewegen

 

Ja, manchmal rentiert es sich ein Stück zurück zu fahren. Auch bei dieser Aktion werden auf den passenden Feldern Nahrung oder Gold fällig.

 

Gold, Nahrung oder Pulver aufnehmen

 

Bei einer dieser Aktionen nimmt sich der betreffende Spieler die vom Würfel vorgegebene Menge der Güter auf. Danach legt er diese Güter in EINEN seiner Laderäume auf der Laderaumtafel. Sind alle Laderäume voll so muss einer komplett ausgeräumt werden um die neuen Waren darin zu platzieren. Wichtig dabei ist, es darf nicht die gleiche Warenart ausgeräumt werden, wie die, die hinein geladen wird.

Wozu Nahrung und Gold gut sind, wurde ja bereits erklärt, bleibt noch das Pulver. Landen zwei Schiffe auf dem nächsten Feld kommt es zum Kampf. Dazu wählt der Spieler, der als letzter auf das Feld gezogen ist eine beliebe Anzahl seiner Schießpulver-Chips und wirft den Kampf-Würfel. Dann addiert er die Anzahl seiner Chips zum Würfelergebnis. Daraufhin ist der andere Spieler an der Reihe Schießpulver-Chips einzusetzen und den Kampf-Würfel zu werfen. Dann werden die Ergebnisse verglichen und der Sieger des Kampfes steht fest. Er hat nun die Wahl sich vom Verlierer den Inhalt eines Frachtraums zu nehmen, ihm einen Schatz zu entwenden oder ihm einen verfluchten zu geben.

 

Schätze bekommt man übrigens auf den „kostenlosen“ Feldern, auf denen ein Schatzmarker liegt. Kommt man als erster auf ein solches Feld, so darf man sich eine Schatzkarte von Stapel nehmen. Dabei kann es sich um einen Schatz handeln der Siegpunkte einbringt, Kampfboni oder Verbesserungen für den Laderaum des Schiffes und natürlich auch um die gefürchteten verfluchten Schätze.

 

Das Spiel ist vorbei, wenn der erste Spieler wieder in Port Royal ankommt. Dann werden die Punkte für die Position auf dem Spielfeld, die Punkte durch Schätze (auch verfluchte) und schließlich pro Münze einen Punkt zusammengerechnet. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat gewonnen.

 

Spielspaß

 

„Jamaica“ ist kein kompliziertes Spiel, dafür macht es aber wirklich sehr viel Spaß. Das liegt nicht nur an den tollen Spielkomponenten. Die Regeln sind gut durchdacht und garantieren einen flüssigen Spielablauf. Auch wenn man gegeneinander spielt, kommt das Miteinander nicht zu kurz. Natürlich kommt es auch auf das nötige Quäntchen Glück an, dass man bei den passenden Würfelwürfen auch die passenden Aktionskarten zur Hand hat. Allerdings gibt es immer die Möglichkeit eine Karte sinnvoll auszuspielen.

 

Fazit

 

Tolle Spielkomponenten, ein einfaches aber schönes Spielprinzip und kein zeitlich zu großer Rahmen machen „Jamaica“ zu einem Frühjahrshighlight. Pro Ludo hat wieder einmal ein fantastisches Spiel auf den Markt gezaubert, ein Spiel mit guten Aussichten „Spiel des Jahres“ zu werden.

 

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Brettspiel:

Jamaica

ProLudo, 2008

Autor: M. Braff, B. Cathala & S. Pauchon

Spielerzahl: 2 bis 6

Spieldauer: 30 - 60 Minuten

Mindestalter: ab 8 Jahren

ASIN: B0012M7TLS

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 4 Regelbögen in 4 Sprachen
  • 66 Aktionskarten in 6 Farben
  • 6 Schiffe
  • 6 Tafeln mit den 5 Laderäumen eines Schiffes
  • 2 Aktionswürfel
  • 1 Schlacht-Würfel
  • 1 Kompass für den Startspieler
  • 12 Schatz-Karten
  • 9 Schatz-Chips
  • 45 Schießpulver-Chips
  • 45 Proviant-Chips
  • 80 Golddublonen

 


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zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50 | Users Online
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