R.I.P.D.

Rezension von Christian Endres

 

Du bist ein toter Cop, hängst irgendwo im Himmel rum und willst eigentlich nur Deine Rache? Herzlichen Glückwunsch! Unterschreib einfach diesen Vertrag, arrangier dich mit Gottes zwielichtigem Anwalt, und dann kannst Du zurück zur Erde und den Mord an Dir aufklären - und ja, natürlich, rächen. Dumm nur, dass du mit Unterschreiben des Vertrages gleichzeitig im Kleingedruckten zustimmst, 100 Jahre kriminalistischen Frondienst im Rest in Peace Departement zu schieben, wo Du und ein Haufen anderer untoter Trottel den ganzen lieben langen Tag nichts anderes tun werdet, als irgendwelche Höllenwiedergänger - Hellraiser - zu jagen und zurück in den Schwefelknast zu schicken ...

 

Klingt nach einer knackigen Ausgangslage für eine weitere nette Serie um einen übernatürlichen Ermittler? Nach einer Mischung aus B.U.A.P. und Ghostbusters? Völlig richtig. Trotzdem serviert uns Autor Peter Lenkow nur einen knapp 100 Seiten starken Oneshot, der im Original anno 2000 in vier Heften bei Dark Horse erschienen ist. Lenkow nun stellt uns im schicken deutschen Hardcover-Pendant der US-Miniserie dem erst vor kurzem im Einsatz getöteten Cop Nick Cruz an die Seite, der im Himmel nicht sonderlich glücklich über sein plötzliches Dahinscheiden ist und nur allzu bereitwillig zustimmt, zur Jagd nach seinem Mörder auf die Erde zurück zu kehren. In der Folge werden dann auch einige Klischees geritten und Sprüche gerissen; das Schwert des Erzengel Michael hat ebenfalls seinen großen Auftritt, während das Waffenarsenal der untoten Gesetzeshüter ohnehin stark an die Ghostbusters und die Men in Black erinnert. Und dann ist da noch ein alter Cowboy-Haudegen mit mächtig Feuerkraft, der zusammen mit Nick in die Hölle hinab steigt, um dem Dämonenpack in den Hintern zu treten.

 

Aber es hilft letztlich alles nichts: R.I.P.D. ist manchmal wirklich angenehm spritzig und leicht - aber es ist leider auch ein furchtbar triviales, belangloses und inhaltlich eher schwaches Comic-Techtelmechtel bekannter Archetypen. So richtig ernst nehmen kann man die Geschichte dann leider auch nicht, da selbst für einen satirischen Ansatz schon ordentlich Substanz fehlt. Weitere Bände hätten da durchaus mehr draus machen können, klar - so bleibt nur ein kurzer Sprung in die Luft, und das war’s. Und dafür ist es einfach zu wenig. Wenigstens fängt Lucas Marangon die Leichtigkeit der Geschichte mit seinem cartoonhaften Stil schön ein und mutet uns nicht auch noch bierernste Image-Klon-Arbeit zu.

 

Immerhin: Für Hollywood scheint es denoch zu genügen. Regisseur David Dobkin arbeitet derzeit an der Leinwandaption des seichten Stoffes.

 

Kein Comic fürs Langzeitgedächtnis oder die nächste Generation also - aber ein netter Snack für den kleinen Hunger zwischendurch.

 

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zuletzt aktualisiert: 17.08.2020 17:41 | Users Online
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