Wolfskuss von Lori Handeland

Reihe: Nightcreature-Zyklus, Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Seit 1993 schreibt die amerikanische Autorin Lori Handeland zeitgenössische und historische Liebesromane. „Wolfskuss“ ist wohl ihre erste paranormale Romanze, die nicht nur begeistert aufgenommen, sondern 2005 auch mit dem RITA-Award ausgezeichnet wurde.

 

Jessie McQuade arbeitet schon seit Jahren als Polizistin in der Kleinstadt Miniwa. Sie ist mit dem Job ganz zufrieden, da er ihrer burschikosen Ader gut entgegen kommt und sie auf Trab hält. Und nach mehreren Jahren Dienst gehört sie nun auch zu den Alteingesessenen, die wissen, wo der Hase läuft.

Nur manchmal wünscht sie sich ein wenig mehr Aufregung, als diejenige die sie schon kennt, wenn jedes Jahr im Sommer die Touristen einfallen. Doch schon bald bereut sie den Wunsch, denn ein scheinbar ganz normaler Unfall wächst sich zu einer Katastrophe aus, die ihr ganzes Weltbild aus den Fugen bringt.

Eine Frau hat einen Wolf angefahren und ist von diesem gebissen worden, als sie dem Tier helfen wollte. Nur kurze Zeit später stirbt sie im Krankenhaus. Jessie folgt der Spur des verletzten Tieres und entdeckt nicht nur ein ganzes Nest von Toten, sondern auch einen nackten Mann im Wald. Und was für einen! Lange vergessene Gefühle werden wieder in ihr wach, doch sie drängt diese erst einmal beiseite und widmet sich dem Fall. Der nimmt noch größere Ausmaße an, als ein Mädchen in der Schule plötzlich verrückt spielt und ihrem Rektor die Kehle heraus beißt, bevor sie selbst stirbt.

Jessie ist ratlos. Kann es sich wirklich nur um einen mutierten Tollwut-Virus handeln oder steckt mehr dahinter, wie ihr ein Fremder namens Mandenauer weis machen will, der aus der Stadt kommt und die Wölfe erlegen will. Er behauptet, dass es sich nicht im Tiere, sondern Gestaltwandler handelt. Ganz offensichtlich bereiten sie etwas anderes vor. Denn der „Blue Moon“ nähert sich - der zweite Vollmond in einem Kalendermonat, der von großer magischer Bedeutung und es ermöglicht, einen alten Gott der Ojibwa herauf zu beschwören.

Die junge Polizistin will nicht unbedingt an so etwas Verrücktes glauben. Aber bald hat sie keine Wahl. Vor allem als auch noch der Mann aus dem Wald - der Universitätslehrer William Cadotte - in die unheimlichen Vorgänge verwickelt wird.

 

Anders als viele ihrer Kolleginnen gibt Lori Handeland nicht nur der Romanze Raum, sondern gesteht auch der Krimihandlung einiges an Platz zu, was der Geschichte sehr zu gute kommt. Der Roman ist damit nicht nur eine paranormale Romanze mit leidenschaftlichen Szenen und verwirrten Gefühlen, sondern kann auch noch auf einer zweiten Ebene unterhalten. die Mordfälle sind nicht nur Staffage, sondern auch integraler Bestandteil der Handlung.

Die Autorin geht besonders geschickt dabei vor: Indem sie mehrfach falsche Spuren legt und die Leser damit in die Irre führt übersieht man kleine Details und freut sich deshalb um so mehr, wenn der Roman am Ende eine unerwartete Wendung nimmt. Auch haben die Werwölfe einen etwas anderen Hintergrund, als man es bisher von paranormalen Romanzen gewohnt ist und mit dem geheimnisvollen Jäger Mandenauer kommt eine Figur hinzu, die nicht gerade sympathisch, aber auch nicht unbedingt böse ist.

All das ist in einem gefälligen und sehr flüssigen Stil verfasst und weiß gut zu unterhalten. Die Figuren bleiben zwar oberflächlich und einige Dinge - wie die Organisation der „Jäger-Sucher“ werden nur eingeführt aber nicht weiter beschrieben, aber das macht nicht viel aus und bietet durchaus Potential zu weiteren Geschichten um Jessie, William und ihre neuen, etwas eigenwilligen Freunde.

 

Zwar wendet sich auch „Wolfskuss“ in erster Linie an die Liebhaber leidenschaftlicher Liebesromane mit einem Schuss Phantastik, bietet diesmal aber zur Abwechslung neben den üblichen Irrungen und Wirrungen der Liebe auch einmal eine spannende Kriminalgeschichte mit überraschendem Ausgang.

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 3 von 3.

Wolffrau
Dienstag, 22. September 2009 10:52 Uhr
Es git nichts besseres al dieses buch und wenn es möglich wäre... wäre ich gerne Jessi gewesen....

Nicole
Dienstag, 22. September 2009 10:50 Uhr
Dieses buch ist sehr faszinierend und fesselnd ich würde mir sogar die anderen teile dazu kaufen

deifel
Montag, 29. Juni 2009 17:02 Uhr
ich finde das buch so hamma das ich das erste buch was ich ganz durchgelesen habe ...es hat mich richtig gefesselt und die erotischen stellen finde ich auch schön

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Buch:

Wolfskuss

Reihe: Nightcreature-Zyklus, Bd.1

Blue Moon, USA 2006

Autorin: Lori Handeland

broschiert, 366 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen Mai 2008

ISBN 978-3-8025-8153-3

Übersetzung aus dem Englischen von Patricia Woitynek

Titelbildgestaltung von Anke Koopmann unter Verwendungvon Motiven von shutterstock

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 09.11.2018 15:20 | Users Online
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