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Dämonenblut von Uschi Zietsch

Reihe: Die Chroniken von Waldsee, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Mit der Fantasy hat Uschi Zietsch einst angefangen, nun kehrt sie nach vielen Reisen in die Welten der Phantastik und Science Fiction wieder dorthin zurück. Wie einst „Sternwolke und Eiszauber“ siedelt sie ihre Geschichte in einem archaischen Land voller Magie und exotischer Geschöpfe an, das in einen viel größeren Kontext eingebunden ist und viel Raum für epische Abenteuer bietet. „Dämonenblut“ ist nur der Auftakt zu den „Chroniken von Waldsee“. Weitere Romane sind bereits angekündigt.

 

Rowarn wächst in einem verschlafenen Dorf im großen Lande Valis auf. Allerdings hat er dort kaum Freunde, da er immer wieder zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigt und man nicht weiß, wo er eigentlich herkommt. Aufgezogen wird er von zwei Velirii – zentaurenähnlichen Geschöpfen, die zwar im Regelfall recht friedlich sind, sich aber auch deutlich ihrer Haut erwehren können.

Die Kindheit des jungen Mannes endet abrupt, als er eines morgens am Waldrand benommen neben der übel zugerichteten Leiche eines Mädchens erwacht. Er kann sich nur noch daran erinnern, dass er sich mit ihr unterhalten hat, aber wie genau er das Bewusstsein verloren hat, dass weiß er nicht mehr. Deshalb wehrt er sich nicht gegen die Vorwürfe der Dorfbewohner, die ihn für den Mörder halten. Ehe die Situation eskalieren kann, taucht ein Fürst in der Siedlung auf und hilft bei der Aufklärung der Tat. Er kann zwar beweisen, dass Rowarn nicht der Schuldige ist, das Misstrauen und die Anfeindungen bleiben allerdings.

Deshalb beschließt der junge Mann, sich dem Heereszug als Knappe und Rekrut anzuschließen, nicht ahnend, dass er damit einen Weg einschlägt, der ihm seinen Schicksal und Erbe näher bringt.

Denn die Velirii enthüllen ihm kurz vor der Abreise, die Geheimnisse seiner Herkunft. Er hat mehr mit dem hart umkämpften Ardig Hall und seiner erst kurz zuvor gefallenen Königin zu tun, als er denkt, denn er ist nicht nur ihr Sohn, sondern auch der letzte seines Volkes und damit eventuell das Zünglein an der Waage, das das Böse davon abhalten könnte, auch noch die restlichen Stücke eines kostbaren Artefaktes an sich zu bringen.

So macht sich Rowarn mit größerer Entschlossenheit als zuvor auf den Weg, denn er spürt, das noch weitere Geheimnisse und deren Auflösung seiner harren. Das Schicksal nimmt mit dem Aufbruch in die Ferne seinen Lauf und hat schon bald gute und böse Überraschungen für den jungen Mann parat, der in den folgenden Kämpfen erstmals seinen Mut und seine Ehrenhaftigkeit auf die Probe stellen muss.

 

Uschi Zietsch erzählt eigentlich eine recht klassische Geschichte von dem jungen Mann, der eigentlich recht behütet und fernab der Welt aufwächst und dann unvermittelt mit der grausamen Wirklichkeit und einem schweren Erbe konfrontiert wird. Ein Vergleich mit dem ebenso impulsiven Helden aus „Star Wars“ ist nicht einmal so falsch, wie sich im Verlauf des Buches noch erweisen wird. Auch wenn er sich in seinem Charakter nicht grundlegend ändert, so muss er doch lernen mit den veränderten Umständen zurecht zu kommen. Manche Lektion die dabei auf ihn wartet ist bitter und grausam, zerstört sogar das bisschen Glück, dass er im Heerlager neben der Achtung seiner Kameraden findet.

Zwar erlangt er recht schnell die für einen Ritter notwendigen Fähigkeiten, aber da er zwischendurch auch Fehler macht und charakterliche Schwächen zeigt, ist man nicht böse darum.

All das bettet die Autorin in eine phantastische Welt und ein Universum, dessen Geheimnisse sich nur nach und nach erschließen und noch lange nicht alle ergründet sind. Der erste Band nimmt sich sehr viel Zeit, den Helden, seine Umgebung und seine Freunde vorzustellen, um dann nach und nach die Mythologie aufzubauen. So wächst man in die Geschichte hinein und wird es vermutlich auch in der Fortsetzung nicht schwer haben, sich zurecht zu finden. Trotzdem sorgt sie dafür, das die Spannung ausgewogen bleibt – Action, Dialoge und Beschreibungen halten sich durchweg die Waage, das Abenteuer kommt ebenso wie der Hintergrund nicht zu kurz.

Insgesamt bleibt die Handlung aber gut überschaubar und ist auch schon für jüngere Leser verständlich, während der Hintergrund komplex genug ist, um auch erfahrene Fantasy-Fans neugierig zu machen.

 

„Dämonenblut“ wird damit zu lebendiger All-Age-Fantasy, die exotische Abenteuer mit einer klassischen Geschichte wie komplexer Mythologie verbindet und damit neugierig auf mehr macht. Daher darf man auf die kommenden Bände der „Chroniken von Waldsee“ durchaus gespannt sein.

 

Eure Meinung:


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Dämonenblut

Reihe: Die Chroniken von Waldsee, Band 1

Autorin : Uschi Zietsch

Paperback – 415 Seiten

Lübbe, erschienen April 2008

ISBN 978-3-404-28517-4

Titelbild von Daniel Ernle, Bernheim

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.06.2008, zuletzt aktualisiert: 11.09.2019 20:28