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Und der Tod wird nur ein Versprechen sein

Reihe: Der Engel & der Drache Bd. 1 von 2

Rezension von Christian Endres

 

Als Licomte aus dem Krieg zurückkehrt, scheint seine Welt perfekt: Sein Rosengarten mag vielleicht nicht mehr im besten Zustand sein und bedarf einer Generalüberholung - seine ganz persönliche und wichtigste Blume, seine Hana-Rose, liebt ihn jedoch noch wie am ersten Tag. Doch das Glück der beiden ist nur von kurzer Dauer, da die Mächte des Schicksals es nicht gut mit den erst vor Kurzem Wiedervereinten meinen: Grausam entreißen sie Licomte den zarten Armen seiner Hana-Rose und betten ihn in den Beinen der Erde zur letzten Ruhe. Rose kann sich in ihrer bitteren Verzweiflung jedoch nicht damit abfinden, Licomte verloren zu haben, und sucht zwischen Drachenknochen-Mystik und blutiger Hexerei nach einem Weg zur Wiedervereinigung mit ihrem Geliebten ...

 

Das Künstlergespann Lalie und Téhy hat sich dafür entschieden, diese von einigen fantastischen Elementen durchsetzte Geschichte vom Verlust der großen Liebe in durchweg digitalen Computer-Bildern zu erzählen. Was nach dem sehr ansprechenden Cover - fast eine Reminiszenz an Luis Royo! - und dem stimmungsvollen Prolog auf einen optischen Hochglanz-Genuss mit ungewöhnlicher, aber ansprechender Digi-Optik schließen lässt, entpuppt sich jedoch schnell als überholtes Rendering-Spiel mit großen Nippeln und seltsamen, viel zu glatten Gesichtern.

 

Letztlich hat man das alles schon in ähnlicher (wenn nicht sogar besserer) Form gesehen, zumal einige Video- und PC-Games in ihren kurzen Einspielern deutlich mehr Herz, Seele und vor allem Konturen erkennen lassen als dieser erste von zwei Bänden auf 48 Seiten. Eine Handvoll schöner, dafür dann aber auch wirklich gelungener Panels, Details oder Hintergründe findet man freilich alle paar Seiten immer wieder - dem gegenüber stehen aber viel zu viele hölzerne, manchmal sogar pseudoerotische Einstellungen. Vielleicht hätte das vor 15 Jahren anders gewirkt - heute ist ein klassisch-schön gezeichnetes Album allemal zeitloser als die hier propagierte, äußerst fragwürdige »Computer-Modernität«. Erst zum Ende hin, wenn Verzweiflung und Bedrohlichkeit in der - paradoxerweise - arg undurchschaubar werdenden Story Überhand nehmen, überzeugt erstmals auch das digitale Artwork in Ansätzen. Leider zu spät.

 

Die Geschichte einer für immer verloren geglaubten, niemals losgelassenen Liebe ist dagegen freilich zeitlos. Und auch wenn Lalie und Téhy Hana-Roses Verlust zum Teil äußerst intensiv darstellen, krankt selbst die Zeitlosigkeit ihrer traurigen Lovestory am Storytelling, das von der allgegenwärtigen grafischen Pixel-Verfehlung beherrscht und diktiert wird.

 

Ein von Splitter wieder einmal vorzüglich aufgemachtes und verpacktes Experiment, das leider weder inhaltlich, noch grafisch zu überzeugen weiß.

 

Ob ein zweiter Band da noch großartig Abhilfe schaffen kann, sei einmal dahingestellt.

 

 

 

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Comic:

Und der Tod wird nur ein Versprechen sein

Reihe: Der Engel & der Drache

von Téhy und Lalie

Hardcover-Album, 48 Seiten

Splitter, März 2008

ISBN: 3939823260

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.07.2008, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49