Neuland

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Neuland liegt brach und bietet viel Platz, lediglich ein paar Jäger und Holzfäller leben dort.

Die Spieler wetteifern um den Aufbau einer neuen Zivilisation, in der 15 verschiedene Besitztümer Wohlstand und Fortschritt versprechen: Abtei oder Zunfthaus, Rathaus oder Festung… Wer begehrt welche Gebäude und wer bekommt sie?

Dabei überlegt sich jeder immer wieder neu: „Arbeite ich lieber lang und selten oder häufig und kurz? Wie schaffe ich es die begehrten Besitztümer mit meinen Wappen zu belegen?“

Wer als erster aller Wappen platziert, gewinnt das Spiel.

 

Spielziel

 

Jeder Spieler bekommt zu Beginn einer Partie eine von der Mitspieleranzahl vorgegebene Anzahl von Wappen, die er im Verlauf des Spiels auf die diversen Besitztümer verteilen muss. Dabei kann immer nur ein Spieler seine Wappen auf ein Besitztum legen und es heißt nicht nur schnell sein, sondern die Besitztümer haben auch verschiedene Werte. So sollte man sich gut überlegen, ob man seine Wappen lieber auf kleinen Besitztümern platziert oder gleich versucht seine Arbeitskraft auf die großen und wertvolleren Gebäude zu konzentrieren. Wichtig ist, es gewinnt der Spieler, der als erster alle seine Wappen platzieren konnte.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Neuland“ hat eine praktische, quadratische Form und lässt sich somit sehr leicht in ein Spieleregal einsortieren. Das Cover zeigt einen Ausschnitt einer Dorfszene und ist bereits recht bunt gestaltet. Dabei sind die Farben nicht zu aufdringlich, eher zu dezent gewählt. Im Karton befindet sich:

 

  • 1 Spielregel
  • 10 Spielplanfelder
  • 32 Arbeiterfiguren
  • 72 Wappen
  • 4 Schubkarrenplättchen
  • 21 Mineralmarker
  • 1 Stoffbeutel
  • 4 Holzmarker
  • 4 Nahrungsmarker
  • 4 Metallmarker
  • 1 Zeitweg (in sechs Puzzleteilen)
  • 1 Gegenwartsstein
  • 2 Gebäudeablagen
  • 4 Gebäudeübersichten
  • 57 Gebäudeplättchen

 

Marker und Holzplättchen sind alle von sehr guter Qualität. Die Gebäudeplättchen sind recht bunt, aber in dezenten Farben gehalten. Außerdem zeichnen sie sich durch die nötige Übersichtlichkeit aus, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Alles in allem eine sehr solide Qualität der Spielkomponenten.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk von „Neuland“ ist 16 Seiten stark und recht übersichtlich gegliedert. Bereits das Inhaltsverzeichnis auf der ersten Seite gibt einen sehr guten Eindruck vom Inhalt. Außerdem sind in den Texten wichtige Wörter „fett“ hervorgehoben, so dass ein schnelles Nachschlagen zusätzlich erleichtert wird. Leider sind die Regeln an sich recht schwierig erklärt. Es bedurfte doch eines mehrfachen Studiums derselbigen bevor wir losspielen konnten und selbst dann war noch nicht alles wirklich klar. Die Beispielzüge, die in den Regeln integriert sind, waren da auch nicht wirklich eine Hilfe. Hier hätte ich mir klarere Aussagen gewünscht.

 

Spielablauf

 

Die Spielvorbereitungen nehmen schon eine gewisse Zeit in Anspruch, sind aber auch nicht zu kompliziert. Die Spielplanfelder werden beliebig zu einem großen Sechseck zusammengelegt. Danach wird der Zeitweg um den Spielplan herum gelegt und dann die Gebäudeanlagen daneben platziert. Danach erhält jeder Spieler eine Gebäudeübersicht, ein Jagdhaus und eine Holzfällerhütte, eine Schubkarre sowie einen Nahrungs- und Holzmarker. Dazu bekommt jeder noch acht Arbeiter seiner Farbe und eine von der Spieleranzahl abhängiges Wappen. Die übrigen Gebäude werden mit der Rückseite nach oben auf ihre vorgegebenen Positionen auf den Gebäudeablagen gelegt, ebenso die Besitztümer nachdem sie nach Typ und Wert sortiert worden sind. Je zwei Metallmarker kommen auf die vorgesehenen Felder für Silber und Eisen und alle Mineralmarker werden in den Stoffbeutel gelegt. Zuletzt kommt noch der Gegenwartsstein auf ein beliebiges Feld auf dem Zeitweg, dann kann es losgehen.

 

Ist ein Spieler am Zug hat er mehrere Möglichkeiten:

 

I – Produkte herstellen

Um ein Produkt herzustellen, stellt man einfach einen seiner Arbeiter auf ein freies Gebäude. Wichtig dabei ist, dass jede Produktion eine Aktion kostet. Für eine Aktion bewegt der aktive Spieler seine Figur auf dem Zeitweg einen Schritt weiter vor. Dabei gilt zu beachten, dann man niemals den Gegenwartsstein überholen darf und am Ende seines Zuges nicht auf dem gleichen Feld wie ein anderer Spieler zum stehen kommt. Aber zurück zur Produktion. Wichtig hierbei ist, dass man eine Produktionskette erstellt, denn die meisten Betriebe arbeiten nur wenn Nahrung geliefert wird. Also muss man zunächst einmal Nahrung herstellen, um dann weitere Güter erstellen zu können.

 

II – Produkte abgeben

Sollte es einmal vorkommen, dass man dringend Arbeiter braucht, aber alle auf dem Spielplan verteilt hat, kann man auch Arbeiter vom Spielplan in den eigenen Vorrat zurücknehmen. Allerdings muss man das Produkt, welches das Gebäude produziert auf dem der Arbeiter steht zunächst abgeben, damit man dann seinen Arbeiter zurücknehmen kann. Natürlich muss man auch Produkte abgeben, wenn man sie für die Produktion eines weiteren Produktes braucht. Ohne Eisen und Kohle bekommt man halt keinen Stahl und ohne Nahrung werden auch die Holzfäller keine Bäume fällen.

 

III – Gebäude Bauen

Auf jedem Sechseck des Spielfeldes können bis zu drei Gebäude gebaut werden. Dabei muss man den Hintergrund der Gebäudeplättchen beachten. Eine Mine kann man nun nicht auf einer Wiese bauen, sondern in den Bergen und auch die Schafzüchter werden nicht sehr erfolgreich im Wald sein. Je nach Art des Gebäudes muss man natürlich auch Baukosten zahlen, die auch erwirtschaftet werden wollen. Besitztümer werden ebenfalls auf diese Art und Weise gebaut und sie sind die Gebäude um die es im Wesentlichen geht.

 

IV – Wappen platzieren

Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass derjenige gewinnt, der als erster seine Wappen auf den Besitztümern platzieren kann. Um seine Wappen auf einem Gebäude ablegen zu dürfen, muss man folgendes beachten: Es dürfen dort bis jetzt keine Wappen liegen und man muss die auf dem Gebäude abgedruckten Waren liefern können. Dann darf man so viele eigene Wappen dort ablegen, wie ebenfalls auf dem Gebäudeplättchen abgedruckt sind.

 

Hat ein Spieler seinen Zug beendet, schreitet der Gegenwartsstein so lange auf dem runden Zeitweg vor, bis er den nächsten Spieler erreicht hat. Nun ist dieser am Zug. Ab der dritten Runde legt ein Spieler zum Beginn seine Zuges alle momentan auf dem Spielplan stehenden Figuren hin, alle liegenden nimmt er in seinen Vorrat zurück. Hat ein Spieler alle seine Wappen platziert endet das Spiel sofort.

 

Spielspaß

 

Nachdem man die Probleme mit der Spielanleitung hinter sich gebracht hat, entwickelt „Neuland“ seinen ganz eigenen Charme. Dabei gilt es als erstes zu verstehen, dass derjenige, welcher ein Gebäude baut es nicht wirklich besitzt. Sollte es nämlich frei sein, dürfen es auch andere Spieler benutzen.

 

„Neuland“ richtet sich an den Vielspieler und man braucht auch einige Partien, um so richtig in das Spiel hinein zu finden. Seien es nun die Spielmechanismen oder die Rechnereien, ob man es mit der begrenzten Aktionszahl schafft seine Waren zu produzieren und transportieren. Gerade diese Rechenarbeit ist vielen Spielern wiederrum zu viel, so dass sie schnell den Spaß an „Neuland“ verlieren.

 

Trotz allem wird „Neuland“ auf jeden Fall seine Freunde finden. Das das Transportsystem hier im Vordergrund steht und nicht das Erbauen von Städten macht das Spiel sehr abwechslungsreich. Dazu kommt, dass bei diesem Spiel das Glück keine Rolle spielt. Alles kann hier durchplant und berechnet werden und deshalb kann eine Partie „Neuland“ schon mal schnell länger als die veranschlagten 60 bis 120 Minuten haben.

 

Fazit

 

Freunde von sehr strategischen Spielen werden bestimmt mit „Neuland“ auf ihre Kosten kommen. Der Gelegenheitsspieler dürfte auf Dauer wohl eher andere Produkte aus dem Sortiment von eggertspiele bevorzugen.

 

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Neuland

Autoren: Peter Eggert & Tobias Stapelfeldt

Eggert Spiele

Spieleranzahl: 2 - 4

Spielzeit: ca. 60 - 120 Minuten

Mindestalter: ab 14 Jahren

ASIN: B0012CQFW2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielregel
  • 10 Spielplanfelder
  • 32 Arbeiterfiguren
  • 72 Wappen
  • 4 Schubkarrenplättchen
  • 21 Mineralmarker
  • 1 Stoffbeutel
  • 4 Holzmarker
  • 4 Nahrungsmarker
  • 4 Metallmarker
  • 1 Zeitweg (in sechs Puzzleteilen)
  • 1 Gegenwartsstein
  • 2 Gebäudeablagen
  • 4 Gebäudeübersichten
  • 57 Gebäudeplättchen

 


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zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40 | Users Online
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