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Sehnsucht Ectasy von Henriette Wich

Rezension von Markus Mäurer

 

Kinder aus der Unterschicht denen nur noch die Supernanny helfen kann, Kinder aus kaputten Familien, Kinder die in Heimen leben oder auf der Straße, Kinder von Eltern die sich ihren Nachwuchs nur als Statussymbol halten, die Kinder der anderen – die nehmen Drogen. Aber nicht Kira. Kira - die so gut Klavier spielt, die den ersten Preis beim Musikwettbewerb gewinnt und Mitglied im Streberclub ist. Das fleißige Mädchen mit den guten Zensuren, den guten Manieren und dem eigenen Willen. Es ist undenkbar, dass dieses brave Mädchen, das am liebsten ins Museum geht, Drogen nimmt. Und doch tut sie es.

Aber warum? Dieser Frage geht die Autorin nach. Sie erzählt Kiras Geschichte, von ihrem bisherigen angepassten Leben, bis zu dem Punkt, an dem sie neue Freunde kennen lernt - die coole Partyclique, mit dem süßen Jannis. Sie erzählt davon, wie Kira aus dem bisherigen angepassten Leben mit dem Leistungsdruck ausbricht. Wie sie beginnt ihre Eltern zu belügen, um mit den Freunden Spaß zu haben; um heimlich in Clubs zu gehen.

Es gibt kein bestimmtes Ereignis, keinen bestimmten Grund. Es passiert einfach so. Sie nimmt eine Ectasypille und hört damit nicht auf.

 

„Sehnsucht Ectasy“ ist ein Jugendbuch das aufklären soll, das Jugendlichen die Gefahren von Partydrogen zeigen soll und wie leicht man mit ihnen in Kontakt geraten kann. Es soll Eltern die denken, „aber nicht meine Kinder“, zeigen, dass es jeden treffen kann und dass ein „gutes“ Elternhaus nicht automatisch Schutz bietet.

Der Roman zeigt in seinem Verlauf, wie ein Mädchen aus gutem Hause, in den Sog der Droge gerät. Dabei geht die Autorin ein wenig schablonenhaft vor, weiß aber dennoch zu unterhalten. Vor allem die, den Kapiteln vorangestellten Kommentare von Kiras Bekannten und Verwandten, geben einen guten Einblick darein, wie die Gesellschaft und das Umfeld mit dem Thema Drogen umgehen. Dabei erheben diese Kommentare nie den moralischen Zeigefinger, sondern zeigen vielmehr, die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Wahrnehmungen. Es gibt nicht die eine richtige Wahrnehmung, sondern ein vielfältiges Spektrum.

Besonders gelungen ist die Darstellung der Wirkung von Ectasy. In einem stakkatoartigen Wortschwall, schildert die Autorin Kiras Empfinden, bei Einnahme der Droge, wie all ihre Gefühle und Wahrnehmungen auf ein Mal über sie hinein brechen.

Interessant ist auch das Familienleben von Kira. Der Vater der zu viel arbeitet, die Mutter, die auch zu Hause nicht aus ihrer Erzieherinnenrolle schlüpfen kann und vor allem die Beziehung von Kira zu ihrer älteren und schwangeren Schwester. Hier zeigt sich, wie man sich beim Erwachsenwerden auch auseinander leben kann.

Der Roman schildert nicht nur die negativen Folgen der Drogen, sondern auch wie man von ihnen loskommen kann. Wie man auch ohne chemische Hilfsmittel einen „Rausch“ bekommen kann, der die Wahrnehmung der Welt verändert.

 

Fazit:

Zwar wirkt das Buch ein wenig konstruiert, doch wird dies von der unterhaltsamen Erzählweise der Autorin wieder wettgemacht. So bleibt ein interessanter Roman über eine junge „Frau“, die dabei ist ihren Weg im Leben zu finden und dabei ein wenig ins Schlingern gerät.

Seinem Aufklärungsanspruch wird das Buch in jeder Form gerecht, ohne dabei zu langweilen oder zu sehr zu moralisieren. „Sehnsucht Ectasy“ ist eine Geschichte, die den jugendlichen Leser zum Nachdenken animiert.

Im Anhang werden noch einige Fachbegriffe, Drogen und ihre Wirkung erklärt. Dazu gibt es noch einige Adressen, bei denen man sich zum Thema Sucht informieren kann. Unter der www.dhs.de findet man, nach Städten geordnet, Suchtberatungsstellen in ganz Deutschland.

 

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Sehnsucht Ectasy

Autor: Henriette Wich

Broschiert: 189 Seiten

Verlag: Klopp; Auflage: 1 (Februar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 378172350X

ISBN-13: 978-3781723504

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.08.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59